Bis ans Ende der Welt – reloaded

living in a box – reloaded (Gina ist natürlich draußen geblieben ;-: )

Hasta la vista KTM

Der Winter schlägt seit Wochen wieder unbarmherzig zu und draußen ist so richtiges Mistwetter. Was liegt also näher, als unser Moped wieder in die Kiste zu packen und in die Sonne zu schicken? Na ja, ganz so einfach war es natürlich nicht. Dieses mal haben wir lange überlegt, wo es denn hin gehen soll. Aber da in unserer „Sammlung“ noch ein Kontinent fehlt, auf dem wir noch nicht waren, fiel am Ende die Wahl doch auf Südamerika. Wetterbedingt soll es dort in Richtung Süden gehen, wenn möglich bis ans „Ende der Welt“, nach Ushuaia. Dies ist die südlichste Stadt der Erde, zumindest die, die man mit einem Fahrzeug so ohne weiteres erreichen kann. Der Ablauf ähnelt dem der letzten Reise. Unsere KTM haben wir zum Ende der Saison wieder in die Kiste gesteckt. Vorher wurden wieder die üblichen Wartungsarbeiten gemacht. Reifen, Bremsen, Kettensatz wurden erneuert. Den kleinen Service mit Ölwechsel hat die Fa. Bräuer wie gewohnt erledigt. Eine neue Batterie haben wir der LC8 auch noch gegönnt (zugegeben etwas außerplanmäßig). Das war´s eigentlich schon. Ach ja, die großen Fernreisetanks mit 45 ltr. Inhalt wurden wieder vorgekramt und angebaut. Die Entfernungen in Patagonien sind doch schon mal etwas weiter und die Tankstellendichte nicht mit unserer zu vergleichen. Die Anlieferung im Hamburger Hafen verlief wieder total easy. Selbst der Staplerfahrer kannte uns noch vom letzten Jahr. Am Neujahrstag soll es dann losgehen, von Frankfurt nach Santiago de Chile und von dort nach Valparaiso am Pazifik. Dort soll unser Moped dann schon auf uns warten. Bleibt nur zu hoffen, daß der Zoll die Formalitäten zügig klärt, damit wir dann so schnell wie möglich starten können.

03.01.13 Valparaiso

Warten auf unser Moped

Südamerika – wir kommen! Nachdem wir den Flug einigermaßen überstanden haben, sind wir gestern gut in Santiago de Chile gelandet. Es war aber – wie immer im Flieger – nervig, eng und langweilig. Wie man sich freiwillig 20 Stunden in so einen Rosinenbomber quetschen kann, bleibt mir immer wieder ein Rätsel. 🙂 Jedenfalls sind

wir gegen 10:00 Uhr morgens gelandet und 4 Stunden später hatten wir schon unser Zolldokument, das wir zum Import des Motorrades benötigen, in der Hand. Dazwischen lagen noch die Fahrt nach Valparaiso, einchecken im Hotel und der Weg zur Transportagentur. Besser hätte es nicht laufen können. Heute morgen mußten wir dann zum Lagerhaus, wo wir unser Moped in Empfang nehmen sollten. Zum Glück haben wir immer jemanden

und los geht´s

gefunden, der ein paar Brocken Englisch verstand, denn unsere Spanischkenntnisse lassen doch sehr zu wünschen übrig. Aber alles lief bestens, die Kiste wurde schnell rangeholt, die Papiere waren in Ordnung

laß bloß nicht die große auf die kleine Kiste fallen! 😉

und wir konnten nach drei Stunden aufsteigen und losdüsen. Normalerweise brauchen wir dafür nicht so lange, aber eine Stunde mußte ich noch mit dem Chef des Lagerhauses über die Kosten für die “Auslösung” des Motorrades verhandeln. Zum Glück haben wir eine gemeinsame Sprache gefunden ;-). Inzwischen haben wir uns schon mal ein wenig in Valparaiso umgesehen. Das Gute vorweg, mit unserem Hotel haben wir es sehr gut getroffen. Von unserem Zimmer haben wir einen tollen Blick über die Stadt und den Hafen, das Motorrad steht auch sicher – was will man mehr. Auch die Chilenen sind bis jetzt unheimlich freundlich und hilfsbereit. Jeder gibt sich

Blick über Valparaiso

Mühe uns zu verstehen und weiterzuhelfen. Valparaiso selber ist für unseren Geschmack allerdings ein ziemliches Drecknest. Ich weiß nicht, wer diese Reiseführer schreibt, in denen von “bunten Hügeln und blühenden Landschaften” gefaselt wird, aber manchmal habe ich das Gefühl, die Leute waren noch nie selbst vor Ort. Von unseren Ausflügen in Google Earth waren wir ja schon etwas vorgewarnt, aber es hat sich genau so bestätigt, wie wir es dort gesehen haben. Überall liegt der Müll rum, die Straßen und Gehwege sind eine einzige Katastrophe, Grafitti an jeder dritten Hauswand und so viel streunende Hunde wie hier, haben wir lange nicht mehr gesehen. Dementsprechend ist die Geruchskulisse schon öfter starker Tobak und man sollte wirklich bei jedem Schritt darauf achten, wohin man tritt. Ansonsten landet man

bloß nicht hinter die Fassade schauen

entweder in einer Tretmine oder im Krankenhaus. Aber es gibt natürlich auch schöne Flecken hier, bis jetzt waren sie aber leider die Ausnahme. Also erfreuen wir uns erst mal an den schönen Dingen, z.B., daß der Liter Super hier nur 1,25€ kostet. Das macht sich bei den geplanten Kilometern hoffentlich etwas bemerkbar.

05.01.13 Valparaiso – Santa Cruz

Abfahrt in Valparaiso

smaltalk mit chilenischen BMW Fahrern

Nicht nur die Rallye Dakar startet heute, auch unsere eigene kleine “Rallye” geht nun endlich los. Nachdem wir uns noch einen Tag zum aklimatisieren  gegönnt haben, sind wir heute in Richtung Süden aufgebrochen. Der Abschied von Patricio, unserem Gastwirt in Valparaiso, war sehr herzlich. Wir haben noch einige Tips und Hilfen von ihm bekommen. Bevor es nun richtig losgeht, möchten wir es aber nicht versäumen, uns auch bei allen zu bedanken, die uns im Vorfeld unserer Reise so toll geholfen haben. Viele Ratschläge von anderen Reisenden, Tracks, Kartenmaterial und andere Infos werden uns sicher nützlich sein bzw. waren es schon. Zum Eingewöhnen haben wir heute mit einer gut 300km langen Etappe angefangen – wir sind ja schließlich nicht auf der Flucht. 🙂  Zur Freude meiner Sozia kam nach 50 km auch gleich das erste Pistenstück – das war aber IMO besser zu fahren als so manche kleine Straße, die asphaltiert war. Die ersten Kontakte mit einheimischen Motorradfahrern konnten wir auch gleich machen. Da hielt bei einer Pause gleich mal eine BMW neben uns an und man versorgte uns mit Tips für die weitere Reise. Auch hier war der “Sprachgott” wieder mit uns und man konnte sich auf englisch unterhalten. Bis jetzt klappt es mit der Verständigung noch ganz gut. Mal sehen, wie lange das noch so geht. Aber mit Taschenrechner, Spanischwörterbuch usw. sind wir bis jetzt noch immer weitergekommen.

07.01.13 Santa Cruz – Chanco – Laraquete

Platten Nr.1

Kontaktaufnahme mit den Einheimischen

wenigstens etwas an diesem Tag

Wir setzen unsere Fahrt nach Süden fort und die ersten 1.000 km sind bald erreicht. Eigentlich wären sie das schon, wenn wir nicht schon am dritten Fahrtag die erste Reifenpanne gehabt hätten. Natürlich an einer denkbar ungünstigen Stelle, natürlich schön in der Sonne. Also abrödeln, Flickzeug raus und los geht´s. Nach einer guten Stunde waren wir dann auch bereit zum Weiterfahren. Als wir in der nächsten Ortschaft noch mal den Luftdruck prüfen wollten, wurden wir noch von einem netten Chilenen und seiner Familie angesprochen und gleich in die nächste Kneipe mitgenommen. Der wollte natürlich alles von uns wissen. Woher, wohin usw. Eine kleine Stärkung konnten wir auch gut gebrauchen, wir waren nämlich gut durchgegart. Dann ging´s aber auch weiter in Richtung Conception. Eine Großstadt, die wir nur außen umfahren wollten. Wir hatten die Stadt gerade hinter uns gelassen, da eierte das Hinterrad schon wieder so verdächtig. Das darf doch nicht war sein, gerade mal 100km gefahren und schon wieder ein Plattfuß! Das einzig Gute daran war, das ein paar Meter weiter eine Tankstelle war. Also gab´s Schatten und Luftaufpumpen ohne Quälerei. Also nochmal das Ganze. Rad raus, Reifen runter und diesmal gleich den Ersatzschlauch rein. Der Flicken von der ersten Panne hatte sich gelöst. Der wurde dann am Abend noch mal in aller Ruhe erneuert. Ich weiß, wenn Rolf das jetzt liest, wird er sagen “in Grimme hatte ich aber 3 Platten an einem Tag”. 😉 Aber dafür haben wir volle Ausrüstung dabei 😛 Wenigstens haben wir nach kurzer Suche dann eine kleine Pension direkt am Meer gefunden. Da war als Entschädigung dann noch der Sonnenuntergang am Pazifik drin. Fazit heute: „An Tagen wie diesen…!“

10.01.13  Laraquete – Victoria – Villarrica

der Vulkan Llaima in Sicht

mitten im Nationalpark

da floß die Lava einmal lang

Abfahrt vom „Villarrica“

Endlich kommen wir jetzt in landschaftlich anspruchsvollere Gegenden. Auf der Fahrt nach Victoria zeichnete sich am Horizont schon mal der erste Vulkankegel ab. Auf der Karte rückte die Seenlandschaft nördlich von Puerto Montt immer näher – deshalb sind wir hergekommen. Bis Victoria war die Strecke noch recht unspektakulär, aber am nächsten Tag sollte es schon besser werden. Wir fuhren direkt in Richtung des Vulkans Llaima. Mit 3.125m schon ganz schön hoch und das letzte mal 2008 aktiv zählt er zu den recht aktiven Vulkanen. Die Fahrt durch den dazugehörigen Nationalpark war landschaftlich sehr schön. Eine Schotterpiste auf insgesamt 80 km Länge mit teilweise recht kniffligen Passagen hat uns ganz schön geschlaucht. Wenn´s in ausgewaschenen Serpentinen auf Schotter bergauf geht, dann wird es manchmal schon recht heftig. Vor allem wenn man so beladen ist wie wir. Aber wir haben alles gut hinbekommen und waren guter Dinge als wir endlich wieder Asphalt unter den Rädern hatten. Aber es kommt immer anders als man denkt – jedenfalls dann, wenn die Karten nicht passen. Der weitere Weg nach Villarrica wurde nochmal mit fiesem tiefen Schotter garniert, auf den wir nun wirklich keinen Bock mehr hatten. Also auf der Karte nachgeschaut und eine Alternativstrecke rausgesucht, angeblich ohne Schotter. Aber auch diesmal ging´s nur auf Piste weiter, aber wenigstens fahrbar. Auf dem Navi war zwischenzeitlich keine Strecke mehr zu sehen, um so erfreuter waren wir, daß die Hinweisschilder unterwegs hielten, was sie versprachen. Am Ende des Tages standen dann 130 km Piste und 160 km Asphalt auf der Uhr. Wir waren gut eingestaubt und brauchten jetzt bloß noch ein halbwegs preiswertes Zimmer in Villarrica zu finden. Das ist allerdings einfacher gesagt als getan. Die Gegend hier ist eine reine Touristengegend, dementsprechend ist das Preisniveau ausgelegt. Nach etwas Sucherei haben wir dann doch noch was passendes gefunden. Das Beste daran war, als der Gastwirt nach meinen unzulänglichen Spanischversuchen irgendwann mit einem verschmitzten Lachen zu mir sagte: “Jo mei, redn` ma lieba deutsch mitanand!” Das hätte er aber auch eher sagen können! 😉 Da uns die Pistenfahrerei ganz schön gebeutelt hat und wir uns noch den nächsten Vulkan Villarrica anschauen wollten, haben wir heute noch einen Ruhetag hier eingelegt und sind zum Vulkan raufgefahren. Dort kommt man ungefähr bis zur Hälfte mit dem Motorrad rauf, bevor nichts mehr geht. Das Wetter hat es  dabei heute wirklich zu gut mit uns gemeint. Das Thermometer stieg bis 40 Grad an, das war uns dann doch zu viel. Wir waren froh, als wir wieder in unserer Pension angekommen waren und eine kalte Dusche nehmen konnten. Hoffentlich kühlt es morgen etwas ab, denn bei den Temperaturen den ganzen Tag in Motorradklamotten… das geht gar nicht.

12.01.13 Villarrica – Ensenada

Zum Glück hielt der Wetterbericht, was er versprach. Nämlich, daß es am nächsten Tag wieder etwas kühler werden sollte. So konnten wir bei angenehmen 25 Grad unsere Reise Richtung Puerto Montt fortsetzten. Zwischendurch mußten wir auch ein Stück “Autobahn”

nächste Ausfahrt "Regina" :-)

nächste Ausfahrt „Regina“ 🙂

in Kauf nehmen, da es sonst eine zu große Rumgurkerei auf Nebenstrecken geworden wäre. Was man dort so erlebt, läßt sich mit deutschem Verkehrsverständnis überhaupt nicht beschreiben. Da queren mal eben Fußgänger oder Radfahrer die Autobahn. Anhalten oder parken am Rand ist sowieso okay. Sogar eine Bushaltestelle direkt an der Bahn haben wir gesehen. Hier würde wahrscheinlich jeder deutsche Straßenmeister einen frühen Herztod erleiden, wenn er das miterleben würde. Als wir in

Was für Melonen!  ;-)

Was für Melonen! 😉

Ensenada angekommen sind, wollten wir eigentlich das erste mal unser Zelt aufstellen. Dazu hatten wir auf Heidi´s und Bernd´s track einen Wegpunkt entdeckt, den wir anfuhren. Der Platz war auch ganz in Ordnung, aber als wir den Preis hörten, wurde uns ganz schwindelig. 15.000 Pesos (ca. 24€) wollte der gute Mann für die Nacht haben – so toll war der Platz dann doch wieder nicht. Der nächste Platz war dann schon für die Hälfte zu haben, aber da hätten wir nicht mal unsere ärgsten Feinde unterbringen wollen. Also mal bei den Cabanas (Hütten) angefragt. Der erste

...und am Ende der Straße steht mein Haus am See! :-)

…und am Ende der Straße steht mein Haus am See! 🙂

Versuch hat mich dem Herzkasper ein gutes Stück näher gebracht 😉 Aber  schon beim nächsten Anlauf konnte ich mit ein bisschen Handeln den Preis nach unten drücken. Dafür hatten wir dann eine Hütte direkt am See mit Blick auf den Vulkan Osorno. Schnelles Internet und einen Kühlschrank gab´s auch noch dazu – schon war der Tag gerettet. 🙂 Bei den Aussichten haben wir dann gleich noch einen Tag hier dran gehängt. Kurze Fahrt auf den Vulkan, einen Ausflug nach Puerto Varas

Blick vom Vulkan Osorno auf den Lago Llanquihue

Blick vom Vulkan Osorno auf den Lago Llanquihue

(übrigens eine der saubersten Städte in Chile, die wir bis jetzt gesehen haben), so konnte man den Tag ganz gut rumkriegen. Morgen geht es dann weiter in Richtung der Insel Chiloe. Von dort soll es dann auf die Carretera Austral gehen, wo das eigentliche „Abenteuer Südamerika“ wohl erst anfangen wird. Leider konnten wir im Internet die Abfahrtszeiten der Fähren dort nicht eindeutig ermitteln, so daß wir uns wohl erst vor Ort genau informieren können, wann wir nach Chaiten, zur Carretera, übersetzen können.

16.01.13 Ensenada – Quellon – Coyhaique

Die letzten 2 Tage haben uns wieder ca. 4 Breitengrade oder 500 km weiter südlich gebracht. Der Weg nach Coyhaique, wo wir derzeit sind, war aber schon recht abenteuerlich  bzw. zu keiner Zeit so richtig klar. Als wir in Ensenada aufgebrochen sind, wußten wir nicht so richtig, wie die Fähre uns auf die Carretera Austral, sprich nach Chaiten bringen wird. Denn das war ja unseres näheres Ziel auf dem Weg in den Süden. Also erst mal nach Puerto Montt fahren, da werden wir schon was rauskriegen – dachten wir zumindest. Aber dem

erst mal rüber auf die Insel Chiloe

erst mal rüber auf die Insel Chiloe

war nicht so. Da es auch noch Sonntag war, war mit offenen Büros oder Ticketschaltern eh nichts zu machen. Selbst zwei einheimische Mopedfahrer, die uns Ihre Hilfe anboten, haben nichts über Telefon oder Internet erreichen können. Also gut, dann eben weiter auf die Insel Chiloe, von wo aus es zwei Möglichkeiten gibt, um die Carretera zu erreichen. Entweder von Castro aus oder von Quellon. In Castro haben wir dann endlich einen Fahrplan auftreiben können, der unsere

alte Holzkirche in Castro

alte Holzkirche in Castro

P1000823

Pfahlhäuser auf Chiloe

Internetrecherchen der letzten Woche bestätigte. Leider nicht so, wie wir uns das gewünscht hatten. Die Fähre, die auf dem kürzesten Weg nach Chaiten fährt, geht nur Donnerstags. Das hätte bedeutet, daß wir noch vier Tage auf der Insel rumhängen müssen. Oder aber 180 km zurück nach Puerto Montt, um dort noch die Nachtfähre zu erreichen. Dazu hatten wir aber auch keine richtige Lust, denn so toll war die Strecke nicht. Die letzte Möglichkeit war für uns der nächste Tag, an dem die Fähre von Quellon nach Puerto Chacabuco fuhr, dafür aber 28 Stunden benötigt, was unsere Begeisterung auch nicht gerade vorantrieb. Also zwischen Cholera und Pest gewählt und für die Fähre nach Chacabuco entschieden. Aber ein Ticket kaufen und los, so einfach war das nicht. Als wir am Sonntagabend in Quellon einfuhren dachten wir, uns trifft der Schlag. Das war so ein richtiges runtergekommenes Hafennest. Die Zimmersuche haben wir mit etwas Glück dann wieder gemeistert und ein einigermaßen ansprechendes Plätzchen gefunden. Am nächsten Morgen wollten wir uns dann auf die Suche nach dem Ticketoffice

warten auf die Fähre

warten auf die Fähre

machen. Doch so einfach war auch das wieder nicht. Die Adresse hatten wir zwar aus dem Internet, aber einfach ins Navi eintippen und los war auch hier nicht. Man darf nämlich nicht glauben, daß die Chilenen ihre Häuser in einer fortlaufenden Nummerierung stehen haben. 🙂 Aber mit unseren rudimentären Spanischkenntnissen haben wir uns durchgefragt und endlich das Büro gefunden. Dort ging das Debakel weiter, nicht mal hier wurde etwas englisch gesprochen. Aber der “Sprachgott” war uns auch diesmal wieder wohl gesonnen. Neben uns stand ein

eine Botschafterin der Mapuche Indianer

eine Botschafterin der Mapuche Indianer

Chilene, der unsere Bemühungen nach einem Ticket mit ansah und plötzlich in astreinem Deutsch sagte: “Ich kann Ihnen bestimmt helfen!” Damit war die Buchung dann ein Klacks. Leider gab es keine Kabine mehr, denn der “Dampfer” verfügt nur über 11 Stück. Daß die natürlich schon weg waren, war uns klar. Na ja, 28 Stunden mit ca. 200 Chilenen in der “Holzklasse”, das kann ja lustig werden. Mit südamerikanischer Pünktlichkeit ging es dann am Abend auch los. Auf dem Fahrplan wurde als Abfahrtszeit 18:00 Uhr angegeben, auf dem Ticket stand 19:00 Uhr und abgelegt haben wir dann irgendwann gegen 22:00 Uhr. Das Einchecken auf der Fähre muß man echt mal miterlebt haben. So etwas unorganisiertes haben wir im Leben noch nicht

Fjordlandschaft auf dem Weg von Quellon nach Chacabuco

Fjordlandschaft auf dem Weg von Quellon nach Chacabuco

gesehen. Bloß gut, daß wir mit einem Fahrzeug auf die Fähre mußten, denn die “Fußgänger” waren etwas gekniffen. Nachdem nach ca. einer Stunde die paar Autos und zwei Motorräder an Bord waren, legte die Fähre erst mal wieder ab und die Passagiere blieben an Land. Dann wurden die ca. 200 Leute mit einer winzigen Schaluppe abgeholt, um über die Laderampe der Fähre an Bord gebracht zu werden. Warum man das nicht gleich parallel mit den Autos gemacht hat, konnten wir nicht ergründen. Jedenfalls hat diese Aktion ungefähr drei Stunden gedauert, was die ohnehin späte Abfahrt noch weiter verzögerte. Die Nacht auf der Fähre war die Hölle. Anders kann man es nicht beschreiben. In der Reihe vor uns freche Rotznasen, hinter uns ein paar Greenhorns und direkt über uns der Lautsprecher des TV’s, aus dem Vin Diesel irgendein Actionspektakel auf spanisch abfeuerte. Prima, so hatten wir uns das gedacht. ; -)Der einzige Lichtblick war, daß die

dafür hat sich die Fähre gelohnt

dafür hat sich die Fähre gelohnt

beiden Plätze neben uns frei blieben, so daß ich mich ein wenig lang machen konnte. Mit Ohrstöpseln und Schlafbrille hat es dann auch irgendwann geklappt, daß ich trotz ordentlich Seegang ein paar Stunden knacken konnte. Gina hat die ganze Nacht kein Auge zu bekommen, konnte so aber wenigstens über mich wachen. 🙂 Der nächste Tag brachte aber die Entschädigung für all die Strapazen. Bei Kaiserwetter, was in dieser Gegend nicht

Livemucke on board

Livemucke on board

so oft ist, wie wir erfuhren, haben wir eine Fahrt durch eine traumhafte Fjordlandschaft gemacht. Links und rechts sattes Grün, Berge, Delphine und sogar ein Gletscher, der zu sehen war. Das hat uns den Tag wieder versüßt. Dazu haben wir vor und auf der Fähre tolle Menschen kennen gelernt, mit denen man sich gut unterhalten konnte. Sogar eine Botschafterin der Mapuche Indiander war dabei, mit der wir mit Hilfe eines argentinischen Paares ein paar Worte wechseln konnten. Ein paar Jugendliche haben an Deck Livemusik im südamerikanischen Stil gemacht – ein prima Tag letztendlich. Nachdem wir immer wieder unseren Standort auf dem GPS mit der Karte verglichen hatten haben wir festgestellt, daß es die Möglichkeit gab, die Fähre schon vor dem geplanten Zielhafen zu verlassen. Denn bis Chacabuco wäre wieder eine Nacht

angekommen auf der Carretera Austral

angekommen auf der Carretera Austral

unter Deck fällig gewesen – darauf hatten wir nun wirklich keinen Bock mehr. Außerdem wären wir dann wahrscheinlich mitten in der Nacht dort angekommen. Also kurzfristig den Plan geändert und schon in Puerto Cisnes von dem Kutter runter. Von hier aus kann man die Carretera Austral auch erreichen, sogar fast alles auf Asphalt. Wir mußten dann zwar noch bis Coyhaique fahren, um eine vernünftige Schlafgelegenheit zu finden. Aber bei der Landschaft und der tollen Kurvenstrecke war das eher Vergnügen denn Anstrengung. Zu erwähnen ist noch, daß uns hier im Ort auch gleich zwei einheimische Motorradfahrer bei der Zimmersuche geholfen haben. Toll, wie die Hilfsbereitschaft, besonders unter den Bikern, hier ankommt.

18.01.13 Coyhaique – Puerto Tranquilo

Nach zwei Tagen in Coyhaique ging es weiter auf der Carretera Austral nach Süden. Leider war nach 100 km Schluß mit Asphalt und es wechselte auf Schotter. Als wir nach 120 km

unterwegs auf der Carretera Austral

unterwegs auf der Carretera Austral

Puerto Tranquilo erreicht hatten, waren wir so “gut drauf”, daß wir gleich noch einen Abstecher ins Valle Exploradores machen wollten. 😉 Dort ist eine tolle Landschaft zu sehen – immer am Rio Tranquilo entlang, bis man zu einem Gletscher kommt. Den erwarteten Zeltplatz, der im Ort ausgeschildert war, haben wir schnell wieder verlassen, denn das, was dort zwei deutsche Aussiedler betreiben, kann man schlecht in Worte fassen. Ich kann bestimmt einiges vertragen, aber da war der Ekelfaktor deutlich überschritten. Also wieder zurück nach Puerto Tranquilo und

schlafen in 80*80cm Boxen - das rollende Hotel

schlafen in 80*80cm Boxen – das rollende Hotel

dort eine Cabana genommen. So standen dann am Ende des Tages 320 km auf der Uhr, 220 davon auf Schotter. Dementsprechend gut paniert waren wir und unser Moped. Man darf aber nicht denken, daß wir die einzigen Verrückten sind, die sich sowas freiwillig antuen. Es geht immer noch etwas härter. Auf der Carretera haben wir reichlich Fahrradfahrer getroffen, die ihren voll beladenen Drahtesel über den Schotter manövrieren. Wir als Mopedfahrer sind schon

verrückter geht immer ;-)

verrückter geht immer 😉

dumm dran, wenn uns auf der Piste ein Auto oder LKW entgegenkommt, aber die Fahrräder stehen dann völlig im Dunkeln. Man darf übrigens nicht glauben, daß so ein entgegenkommendes Auto in irgendeiner Weise Rücksicht nimmt, oder die Fahrt verlangsamt. Da geht es in voller Fahrt weiter. Die Kati hat übrigens bisher alles gut weggesteckt, von einem losvibrierten Fußbremshebel mal abgesehen. Das ist bei der Rappelei aber mehr als gut. Den nächsten Tag sind wir noch hier geblieben, um uns die Marmorhöhlen am Lago General Carrera anzuschauen. Dieser ist

Luft anhalten und durch!

Luft anhalten und durch!

übrigens der zweitgrößte See in Südamerika, hat eine fast unwirklich blaue Färbung und ist ringsum mit Marmorfelsen umgeben. Diese wurden während einer Eiszeit ausgehöhlt, wodurch diese “Grotten” entstanden sind. Natürlich wird das ganze touristisch feilgeboten, was sich an den Preisen im Ort deutlich wiederspiegelt. Der Bootstrip auf dem Lago war aber trotzdem sehr schön. Morgen soll es dann nach Argentinien weitergehen. Wir sind schon gespannt, wie es an der Grenze laufen wird. Da wir noch keine argentinischen Peso haben, wollen wir lieber den Grenzübergang Chile Chico/Los

die Marmor Höhlen vom Lago General Carrera

die Marmor Höhlen vom Lago General Carrera

Antíguos nehmen, denn dort ist eine Stadt, wo wir hoffen, Geld ziehen zu können. Weiter südlich ginge auch und ist wohl landschaftlich auch schöner, aber so ist es uns sicherer. Übrigens haben wir von unserem Vermieter hier erfahren, daß unsere Fähre, mit der wir nach Chacabuco fahren wollten, erst morgens um 3:00 Uhr einlief und die Passagiere erst um 8:00 Uhr das Schiff verlassen durften. Also, alles richtig gemacht! 🙂

20.01.13 Puerto Tranquilo – Los Antiguos

So, nun haben wir Argentinien auch erreicht. Zwar einen Tag später als geplant, aber dazu gleich mehr. Am Abend nach unserem “Höhlenausflug” ging es mir schon nicht mehr so richtig gut, und am nächsten Morgen ging gar nichts mehr. Fieber, Schüttelfrost, Kreislauf

da fällt es schwer auf die Piste zu achten

da fällt es schwer auf die Piste zu achten

– das volle Programm! An Weiterfahren war nicht zu denken. Wir haben zuerst auf Sonnenstich getippt und die alten Hausmittelchen wie kalte Wadenwickel probiert. Dazu ein paar Ibuprofen eingeworfen, um das Fieber in den Griff zu kriegen. Nach einem Tag Ruhepause sah es dann auch erst mal ganz gut aus und ich dachte schon, der Kelch sei noch mal an mir vorbeigegangen. Also rauf auf die Mopete und immer am Lago General Carrera entlang. Unsere Entscheidung, diese Route zu nehmen, sollte sich als gute Wahl herausstellen. Die Landschaft war einfach toll,

kurze Pause um die Aussicht zu genießen

kurze Pause um die Aussicht zu genießen

man hätte alle paar hundert Meter anhalten können, um neue Fotos zu schießen. Zwar hätte uns nach nur 10 km beinahe ein Pickup Fahrer abgeschossen, der uns in einer Kurve voll auf unserer Seite entgegen kam, aber wir haben noch mal Glück gehabt. So gesittet die Chilenen sich auch im Straßenverkehr benehmen – wenn sie auf der Piste unterwegs sind, scheinen sie ihr Gehirn auszuschalten. Gegen Mittag haben wir dann die Grenze nach Argentinien erreicht. Etwas Bedenken hatten wir schon, wie gut es laufen würde. Es war Sonntag, dazu noch Siesta Zeit – wir waren gespannt. Aber all unsere Sorgen waren umsonst. Nach einer knappen halben Stunde hatten wir die Aus- und Einreise erledigt. Alle Stempel waren an der richtigen Stelle, auch das Zolldokument für´s Moped war kein Problem. Vielleicht lag es auch mit daran, daß der argentinische Zollbeamte etwas von Motorrädern verstand. Hat er doch sofort erkannt, daß wir mit großen Fernreisetanks unterwegs sind. Damit war das

in Chile heißt der See noch "Lago General Carrera"

in Chile heißt der See noch „Lago General Carrera“

Zolldokument erledigt. 🙂 So waren wir am frühen Nachmittag in Los Antiguos, der ersten Stadt auf argentinischer Seite. Zum Weiterfahren hatten wir keinen Bock mehr, denn die nächste Etappe war noch 430 km lang. Erst da kommt die nächste Tankstelle. Außerdem waren wir von der Hitze wieder ganz schön geschafft. Die 30° Marke war auch heute wieder kein Thema.

21.01.13 Los Antiguos

Unsere Weiterfahrt wurde heute erneut unterbrochen. Ich weiß nicht, was mich erwischt hat, aber auf jeden Fall ist es mit ein paar Ibu´s nicht getan. Das Fieberthermometer stand fast auf 39° und ich war fertig, wie selten zuvor. Jetzt gab es nur zwei Möglichkeiten. Entweder das Antibiotikum aus der Reiseapotheke ziehen, oder hier zu einem Arzt gehen. Nach kurzer Rücksprache mit der heimatlichen Notseelsorge haben wir uns für die erste Möglichkeit entschieden. Erstens, weil es sich wohl doch um eine Art Infekt handelt und

Rien ne va plus!

Rien ne va plus!

zweitens, weil der Gang zum Arzt ohne Dolmetscher mir nicht ganz sinnvoll erscheint. Wie auch immer, nach den ersten 24 Stunden mit den “Drogen” geht es mir schon wieder besser. Das Fieber ist weg und leichte Kost läßt sich auch schon wieder aufnehmen. Vielleicht liegt es auch an Rolf´s moralischer Unterstützung. Er meinte “Einen KTM-Fahrer bringt nix um, und wenn doch, dann steht er halt wieder auf!” 🙂 Zum Glück hat auch die Temperatur etwas nachgelassen, wir haben jetzt nur noch 26° ;-). Zu erwähnen wäre noch, daß die Argentinier sehr hilfsbereit sind. Unsere Wirtsleute helfen gleich mit Magnesiumpulver, damit ich wieder auf die Beine komme.

24.01.13 Los Antiguos – Gobernador Gregores

Das mit dem “Auf die Beine kommen” hat dann doch drei Tage gedauert. Meine Fresse, weiß der Teufel, was ich mir da für einen Mist aufgesackt habe. Aber wenigstens 90 %-ig wollte ich schon fit sein, bevor es weiterging. Denn die nächste Etappe war gleich mal über

Plattfuß Nr.3

Plattfuß Nr.3

400 km lang, davon 100 auf Piste – so sagte es jedenfalls die Karte. Wie fit ich wirklich sein mußte, sollten wir dann heute schon nach gut 30 km sehen. Denn da meldete sich Plattfuß Nr. 3 an. Natürlich wieder hinten – es könnte ja auch mal einfach sein! Zwar  war heute das Wetter zum Glück nicht so heiß, dafür zierte sich der Reifen umso mehr, bis er endlich von der Felge sprang. Das hat uns dann genauso zum schwitzten gebracht. Aber mit Hilfe der weltbesten Co-Mechanikerin haben wir das Drecksding dann doch in die Knie gezwungen. 🙂 So hat

Straße ohne Ende

Straße ohne Ende

uns diese Aktion glatt zwei Stunden gekostet, bis wir weiter konnten. Ursache war übrigens ein Riß im Schlauch, der durch den Reifenhalter verursacht wurde (Erinnerungen an Asien werden wach). Also gleich raus mit dem Miststück – wir wollen ja schließlich keine Sandetappen fahren. Auf den weiteren 400 km merkten wir dann, daß wir in Patagonien angekommen sind. Die Straße schnurgerade bis zum Horizont, links und rechts nichts und natürlich der patagonische Wind. Der war zum Glück nicht so stark, daß er uns von der Straße geweht hätte, aber

Guanakos - laufen auch gern mal quer vor´s Moped

Guanakos – laufen auch gern mal quer vor´s Moped

immerhin haben wir unsere Regenjacken übergezogen, weil es ordentlich gezogen hat. Ach ja, und die ersten typischen südamerikanischen “Viecher” konnten wir sichten. Nandus und Guanakos waren ab und zu am Straßenrand zu sehen. Die Strecke hatte dann doch weniger Pistenanteil als vermutet. Das lag aber u.a. daran, daß wir kilometerlang auf der eigentlich noch gesperrten neu asphaltierten Strecke gefahren sind, die parallel zur alten Piste verläuft. Auch stimmten die Kartenangaben wieder mal nicht. Da, wo Asphalt sein

Nandus - Strauße im Kleinformat

Nandus – Strauße im Kleinformat

sollte, war Piste und umgekehrt. Aber wenn Piste, dann war sie meistens mit Vorsicht zu genießen. Immer wieder war loser Schotter dabei, bei dem man verdammt auf seine Spur achten mußte. Nach insgesamt 8 Stunden haben wir dann aber unser heutiges Etappenziel wohlbehalten erreicht.

26.01.13 Gobernador Gregores – El Chalten

Weiter Richtung Südwesten führte uns die nächste Etappe, 300km bis nach El Chalten. Diesmal sollte auch die Karte Recht behalten. Von den eingezeichneten 115km Piste war

so werden hier Straßen gesperrt

so werden hier Straßen gesperrt

noch nichts weiter asphaltiert. Also Augen zu und durch. Es wurde zwar überall auf der Strecke gebaut, aber so wie sonst, daß wir uns auf schon fertig gestellte Teilstücke mogeln konnten, das gab´s nur ganz kurz zu Anfang der Strecke. Dabei stellt sich aber immer die Frage, kommt man am anderen Ende auch wieder an der Absperrung vorbei – zurück auf die Piste? Aber wir fahren ja schließlich eine Enduro, nicht wahr!? Wie es Guanakos ergeht, die es nicht auf „die andere Seite“ schaffen, konnte wir heute auch öfter sehen. Da die Landschaft hier links und rechts der Piste fast

Verluste gibt´s überall

Verluste gibt´s überall

ausnahmslos eingezäunt ist, müssen die armen Viecher immer über die Zäune springen. Das klappt aber anscheinend nicht immer. Als wir in dem Kaff Tres Lagos endlich die Piste hinter uns hatten, warteten nur noch 120 km Asphalt auf uns. Aber auch die hatten es diesmal in sich. Der patagonische Wind brachte sich mal wieder in Erinnerung und bließ rechtordentlich von der Seite. Aber mit dem Ziel vor Augen, welches sich in Form des Mt. Fitz Roy am Horizont abzeichnete, konnte uns der Wind auch diesmal nichts anhaben. Unser „Dampfer“ lag gut auf der Strecke und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Abends aber dann doch noch eine böse

der Mt. Fitz Roy von vorn und der patagonische Wind von der Seite

der Mt. Fitz Roy von vorn und der patagonische Wind von der Seite

Überraschung. Der Infekt, der mich seit ein paar Tagen in Schach hält, hat jetzt anscheinend auch bei Gina zugeschlagen. Also noch schnell in die Farmacia gelaufen und ´ne Familienpackung Antibiotika geholt. Die gibt´s hier wie Hustenbolchen ohne Rezept. Jetzt  muß das Zeug nur noch bei Gina so helfen wie bei mir.

29.01.13 El Chalten – El Calafate

Nach einem weiteren Tag “Zwangspause” waren wir heute wieder soweit reisetauglich, daß

immer dabei - der patagonische Wind

immer dabei – der patagonische Wind

wir die 220 km bis nach El Calafate abspulen konnten. Dort noch schnell ein Zimmer gesucht und noch 75 km weiter zum Perito Moreno Gletscher. Den wollten wir uns auf jeden Fall ansehen. Die Fahrt dorthin und den unverschämt hohen Eintritt von ca. 15 € Euro pro Nase haben wir allerdings nicht bereut. Von allen Gletschern, die wir bis jetzt gesehen haben, ist dieser hier wirklich der Oberknaller! Überall knirscht es im Eis und ständig bricht ein mehr oder weniger großes Stück vom

der Perito Moreno - ohne Worte!

der Perito Moreno – ohne Worte!

Gletscher ab und stürzt ins Meer. Das ist schon ein einmaliges Schauspiel, welches man da erleben kann.

30.01.13 El Calafate – Comandante Luis Piedra Buena (ich hab mir den Namen nicht ausgedacht)

Durch unsere vielen Pausen, die wir zwangsläufig in den letzten Tage einlegen mußten, ist unser Zeitplan etwas durcheinander geraten. Aber Gesundheit und Sicherheit gehen nun mal vor, da gibt´s keine Kompromisse! So haben wir dann – nach einigem hin und her-

die Ruta 3 - nothing!

die Ruta 3 – nothing!

beschlossen, unseren Trip hier umzukehren und nicht mehr bis Ushuaia weiter zu fahren. Schließlich müssen wir in drei Wochen wieder in Valparaiso sein, um unser Moped zu verladen. Bis dahin sind es zwar nur noch gut 3.000 km, aber die letzten Tage haben uns gezeigt, wie schnell mal was dazwischen kommen kann. Aus diesem Grund nehmen wir auch den Weg über die “langweilige” Ruta 3 entlang der Ostküste. Diese hat den Vorteil, daß sie durchgängig asphaltiert ist. Dafür kommt unterwegs wirklich nichts. Auf die Frage, die ich neulich einem argentinischen Motorradfahrer nach dem Unterschied zwischen Ruta 40 und Ruta 3 stellte, sagte dieser “Ruta 40 – there´s nothing, Ruta 3 – there´s nothing nothing!” Dies hat sich heute schon mal bestätigt. Aber dafür sind wir schon mal 500 km weiter gekommen. Bei gemischten Strecken, mit Pistenanteil ist das nicht so einfach zu schaffen.

01.02.13 Comandante Luis Piedra Buena  – Comodoro Rivadavia – Esquel

Die letzten 1.600 km waren blanke Kilometerfresserei. Im nachhinein frage ich mich, ob es richtig war, über die Ruta 3 einen Teil des Rückweges anzutreten. Wenn es hunderte von

hier wird in der Pampa gegen das Verdursten Wasser geopfert

hier wird in der Pampa gegen das Verdursten Wasser geopfert

Kilometern nur geradeaus durch öde Pampa geht, dazu ein fieser Wind immer von der Seite weht, kommt man sich manchmal ganz schön verlassen auf dem Moped vor. Da hört man auf jedes noch so kleine Geräusch am Moped – sofern man bei dem Wind überhaupt was hören kann – und betet, daß nichts kaputt gehen möge. Besonders auf dem Stück der Ruta 3, das direkt am Atlantik verlief, gab es zwei drei Situationen, auf die ich gut und gern verzichtet hätte. Wenn der Wind eh schon heftig von links weht, die Steilküste zum Atlantik 10 bis 20 m rechts von Dir beginnt, die Straße gut mit Spurrillen durchzogen ist und Dir dann ein Sattelzug entgegen kommt, der Dir noch mal extra eins in die Fr…. gibt, dann fängt man das beten unweigerlich wieder an. 😉 Aber was soll´s, wir haben die Strecke gut

argentinische Luftprüfstation

argentinische Luftprüfstation

gepackt und dem Wind haben wir gezeigt, daß eine KTM nicht so leicht von der Straße zu pusten ist. Der Einzige, dem das Ganze nicht so gut bekommen ist, ist unser Hinterreifen. Der Heidenau K60, der eigentlich für 10.000 km gut ist, hat jetzt -nach gerade mal 6.000 km – noch ca. 1 mm in der Mitte stehen 😦 Entweder habe ich einfach mal daneben gegriffen, oder es liegt daran, daß ich die letzten 2-3.000 km nie mit genauem Luftdruck gefahren bin. Dieses Thema wird nämlich in Deutschland völlig überbewertet. Wenn man in Argentinien überhaupt mal eine Tankstelle mit funktionierender Luftstation findet, dann hängt meistens nur ein Stück Schlauch in der Gegend rum, mit dem man nach Gefühl aufpumpen kann. Druckanzeige ist dabei völliger Luxus! Wie auch immer, die letzten 2.000 km wird unser Reifen wohl noch mitspielen müssen. Ich glaub nicht, daß ich hier so ruck zuck was passendes als Ersatz finden werde.

auf dem Weg zum Cerro la Cruz

auf dem Weg zum Cerro la Cruz

Der Gastwirt, bei dem wir gerade hier in Esquel sind, fährt eine BMW K1200 (komisch, daß die Argentinier alle BMW bevorzugen). Auf die Frage, wo er denn seine Reifen kauft, sagte er mir “in Buenos Aires!” Na prima, das liegt nun nicht gerade auf unserem Weg. Apropos Weg, jetzt wo wir uns wieder der Andenkette genähert haben, ist die Landschaft gleich um einiges interessanter geworden. Es gibt wieder Kurven und Berge und wir werden unseren weiteren Weg nach Norden wohl in gemischter Weise auf kleineren Straßen sowie der Ruta 40 fortsetzen. Wir hoffen mal, daß die Nationalparks, die auf der argentinischen Karte eingezeichnet sind, noch einige interessante Landschaften zu bieten haben. Heute konnten wir schon mal die Aussicht vom Cerro la Cruz genießen, der hier in Esquel zu befahren ist. Ja befahren. Wir konnten auf

Blick auf Esquel

Blick auf Esquel

einer kleinen Schotterpiste bis zum Gipfel fahren und dort die auf die Stadt runter blicken. Ohne lästigen Touristenrummel – versteht sich! Ganz zufällig lag hier oben auch noch ein Cache versteckt. Da konnte man mal wieder Angenehmes mit Angenehmem verbinden 😉

03.02.13 Esquel – San Carlos de Bariloche

Der 03.02. war natürlich wieder ein besonderer Tag. Wieder mal feiert meine Frau Ihren Geburtstag auf einem anderen Kontinent. Der Tag ging prima los. Nicht nur, daß wir hier in Esquel seit langem ein richtig gutes Frühstück genießen durften, auch Gina´s beste Freundin

Alles Gute zum Geburtstag

Alles Gute zum Geburtstag

hat per Mail für eine kleine Überraschung zum Frühstück gesorgt. Die Wirtin kam mit einer Rose und ausgedruckter Karte zum Frühstück und überbrachte die Glückwünsche persönlich. Da sind schon ein paar Tränen geflossen… Da wir an diesem Tag noch bis San Carlos de Bariloche weiter wollten, ging´s dann doch irgendwann los. Von mir gab´s deshalb als Geburtstagsgeschenk 70 km Schotterpiste mit dem Prädikat “extra staubig”. 😉 Wir wissen nicht woran es lag, aber auf dieser Piste war

im Naturpark unterwegs

im Naturpark unterwegs

unheimlich viel Verkehr. Die Autos kamen uns im Minutentakt entgegen, dementsprechend gut gepudert waren wir danach. Und gerade als wir glaubten, es geschafft zu haben, gab´s nach der nächsten Ortschaft noch mal 40 km Schotter als “Zugabe”. So mußten wir uns ganz schön lang machen um nach weiteren 260 km Asphalt endlich in Bariloche anzukommen. Die Ankunft dort war jedoch mehr als ernüchternd. Oft hatten wir schon von dem “schönen” Bariloche gehört. Unser Urteil lautete jedoch einstimmig “was für ein Drecksnest!” Wenn nicht der See und die Berge ringsum wären, könnte man dieses Nest glatt zusch….!

04.02.13 San Carlos de Bariloche – Villa La Angostura

Daß Gina sich nicht mit einem Geburtstagsgeschenk zufrieden gibt, wußten wir beide bei unserer Abfahrt heute morgen noch nicht. Endlich froh, wieder auf schönen Straßen

da war die Welt noch in Ordnung

da war die Welt noch in Ordnung

unterwegs zu sein, sollte es heute eigentlich bis San Martin de los Andes gehen. Durch den Nationalpark “Nahuel Huapi” wollten wir endlich mal wieder Berge, Kurven  und  Seen genießen. Das ging die ersten 100 km auch ganz gut.  Und gerade, als ich zu Gina sagte “was haben wir für ein Glück, das die vermeintliche Piste doch schon asphaltiert ist…” gab´s einen Mordsknall. Die ganze Fuhre schlingerte drei mal hin und her, links, rechts, links, gerade… Ich weiß jetzt nicht mehr wie,

Excel Felgen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren

Excel Felgen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren

aber irgendwie haben wir die Karre zum stehen gebracht, ohne dabei einen Abflug zu machen. Das Navi, das ich heute Abend ausgelesen habe, zeigte eine Geschwindigkeit von 80 km/h an, als es knallte. Beim Absteigen dachten wir beide noch an einen plötzlichen Reifenplatzer, aber schon der erste Blick verriet Schlimmeres. Die Hinterradfelge war gebrochen! So ein verdammter Mist!!! Erst jetzt wurde uns langsam klar, was wir heute für ein Glück gehabt haben und quasi gleich noch mal Geburtstag feiern durften. Während ich mit dem ersten Auto, das wir angehalten hatten, zum nächsten Parkranger

Absicherung auf südamerikanisch ;-)

Absicherung auf südamerikanisch 😉

fuhr, sicherte Gina schon mal den Ort des Geschehens mit einem selbst gebasteltem Warndreieck ab. Ansonsten hätten die vorbeifahrenden LKW´s der KTM wohl den Rest gegeben. 🙂 Auch bei diesem “Test”, den uns unser Reisegott auferlegt hat, haben wir anscheinend wieder eine Menge Glück. Nicht nur, daß wir unversehrt geblieben sind, beim Ranger war grad Jemand zu Besuch, der englisch sprach. So konnten wir die Abschleppaktion schon mal vernünftig klären. Nach – für südamerikanische Verhältnisse – unglaublich kurzer Zeit stand die KTM  90 Minuten nach

da ist er schon, der argentinische ADAC ;-)

da ist er schon, der argentinische ADAC 😉

dem Knall fertig verzurrt auf dem Abschleppwagen. Zum Glück lag auch die nächste Stadt nur 20 km entfernt, so daß wir uns sofort um ein Hostel und unser Moped kümmern konnten. Auch hierbei scheint uns das Glück nicht im Stich zu lassen. Nach etwas Sucherei haben wir hier im Ort eine kleine Motorradbude gefunden. Der Chef meinte, er könnte uns eine 2,15” Felge einspeichen, wenn nur die Anzahl der Speichen paßt. Das ist zwar nicht ganz genau das, was wir brauchen, aber hier darf man halt nicht so wählerisch sein. Das fertige Rad sollen wir sogar schon am nächsten Abend abholen können. Na ja, wir lassen uns überraschen. Wenn das klappt, wäre es natürlich die schnellste und günstigste Lösung, die wir kriegen können. Alles andere würde viel mehr kosten und/oder wesentlich länger dauern. Wir werden berichten, wie es weiter geht…

06.02.13 Villa La Angostura – Zapala

Natürlich waren wir am nächsten Abend überpünktlich bei der Mopedbutze um zu sehen, ob alles geklappt hat. Am Morgen haben wir allerdings nochmal angerufen, um uns nach der “Gebrauchsfähigkeit” unseres alten Reifens zu erkundigen. Aber dieser hatte bei unserem “Stunt” wohl den Gnadenschuß abbekommen und war nun echt nicht mehr zu

der "Reifenbringdienst" is da!

der „Reifenbringdienst“ is da!

gebrauchen. Recht erstaunt waren wir, als uns der Chef einen Metzeler Karoo in der passenden Größe auf den Tisch legte. Damit hätten wir in so einem kleinen Laden nun wirklich nicht gerechnet. Der Preis ließ mir zwar das Blut in den Adern gefrieren, aber was soll´s, ein neuer Schlappen mußte sein. Wie besprochen, war um 19:00 Uhr alles fertig. Dann ging´s ab zum Abschleppdienst, wo wir unser Moped solange parken durften. Das Rad war ruck zuck eingebaut und nach einer kurzen

noch schnell die Bremsscheibe dran

noch schnell die Bremsscheibe dran

Probefahrt auf der staubigen Dorfstraße haben wir unsere Sachen wieder aufgerödelt und sind ins Hostal gefahren. So stand uns unsere LC8 nach nur 31 Stunden wieder gebrauchsfertig zur Verfügung – wär hätte das gedacht. Zwischenzeitlich haben wir natürlich noch ein paar andere Optionen durchgespielt, falls das mit der Felge nicht geklappt hätte. Ganz besonderen Dank an dieser Stelle an Henning, Inge & Manfred, Saskia & Marcus, Ariel, Marisa & Federico, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen. Schön, wenn man merkt, daß man am A….. der Welt nicht

Probefahrt gehört natürlich dazu ;-)

Probefahrt gehört natürlich dazu 😉

vergessen wird! Allerdings müssen wir eingestehen, daß uns auch heute, zwei Tage später, der Schreck noch ganz schön in den Knochen sitzt. Gegen diese Aktion war der patagonische Wind ein “Kindergeburtstag”! Heute ging es dann weiter Richtung Norden bis nach Zapala. Nachdem wir unsere Route noch kurzfristig auf “pistenfrei” geändert hatten, fuhren wir vorwiegend auf der Ruta 40 weiter. Pistenfrei deshalb, weil wir der neuen Felge, die nun mal keine Originale ist, nicht gleich das volle Programm zumuten wollen. Unser Gesamtgewicht dürfte als

on the road again

on the road again

“Erstbelastung” sicher erst mal ausreichend sein. 😉 Durch die etwas schmalere Breite der Felge fährt sich das Moped im Moment noch etwas “kippliger” als vorher. Vielleicht bilde ich mir das aber auch nur ein, da die Straßen hier von Spurrillen und Bitumenschmierereien nur so übersät sind. Das trägt auch nicht unbedingt zur Laufruhe bei. Enttäuschend war allerdings wieder mal die Landschaft. Kaum aus dem Naturpark raus, verwandelte sich die Gegend wieder in öde Pampa – und das auf ca. 350 km. Da war unterwegs nichts, keine Tanke, kein Restaurant – nothing, nada, niente! In Zapala angekommen, welches auch nicht gerade zu den Glanzlichtern argentinischer Städtebaukunst zählt, haben wir beschlossen, nun auf direktem Weg nach Valparaiso zurückzukehren. Der ursprünglich geplante Weg über Mendoza sieht zumindest auf der Karte genauso aus, wie der heutige. Darauf haben wir keinen Bock mehr! Und sollte wirklich noch irgendwas mit dem Rad sein, dann gibt´s in Chile hoffentlich mehr Möglichkeiten, was zu richten. Also, back to Chile!

7.02.13 Zapala – Victoria

Der Weg über die Grenze verlief völlig problemlos. Die Ausreise aus Argentinien war in 10 Minuten erledigt, dann ging´s zum chilenischen Grenzposten. Wenn er denn bloß kommen

man beachte die losen Felsbrocken ganz oben

man beachte die losen Felsbrocken ganz oben

würde. Nach sage und schreibe 30 km kam dann endlich der Posten mit einer einer ziemlich langen Schlange Autos davor. Da haben wir gleich mal mit einer längeren Einreisedauer gerechnet. Aber wie das auch bei Ampeln so üblich ist – Motorräder dürfen bis vorn vorfahren. 😉 Also, bis vor zum Häuschen und da waren dann gar nicht so viele Leute am Schalter. Nach 20 Minuten waren die Stempel, wo sie hingehören, das neue Einreisedokument für´s Motorrad war ausgefüllt – welcome back

im "Niemandsland" zwischen Argentinien und Chile

im „Niemandsland“ zwischen Argentinien und Chile

to Chile! Kaum waren wir übrigens in den Bergen zwischen Chile und Agentinien angelangt, wurde die Landschaft deutlich grüner und abwechslungsreicher. Kein Vergleich mehr zu den langweiligen Strecken in Argentinien. Man merkt eben gleich, daß hier vor den Bergen mehr Regen runterkommt, als dahinter. Auf dem Weg nach Victoria gibt´s einen 4,5 km langen Tunnel, der nur einspurig befahren wird. Da trafen wir in der Warteschlange auf Gustavo und seine Freundin, die auch auf einer LC8 Adventure unterwegs waren. Prima, gleich mal etwas Benzin reden unter KTM Fahrern. Daß uns Gustavo, der Chilene ist, in perfektem Deutsch ansprach, hat uns dann schon sehr

KTM Adventure Treffen in Südamerika ;-)

KTM Adventure Treffen in Südamerika 😉

überrascht. Aber das hat die “Völkerverständigung” natürlich erheblich erleichtert. Nachdem wir von den Beiden noch einen Tip für ein nahegelegenes Restaurant bekommen hatten, wurde sich verabschiedet. Natürlich wurden vorher noch ein paar Fotos zur Erinnerung geschossen. Die KTM läuft übrigens weiterhin ganz gut auf der neuen Felge. Allerdings fährt sie jeder Spurrille nur so hinterher – und davon gibt´s hier reichlich! 😉 Aber was soll´s, Hauptsache die Karre rollt!

09.02.13 Victoria – Curico – Valparaiso

Die Rückfahrt nach Valparaiso haben wir dann auf der Ruta 5, der Autobahn von Nord nach Süd in Chile, gemacht. Fahrerisch jetzt nicht gerade anspruchsvoll, aber das waren die

kurzer Fotostop auf der Autobahn - in Chile kein Problem :-)

kurzer Fotostop auf der Autobahn – in Chile kein Problem 🙂

endlosen Straßen in Argentinien auch nicht. Dafür gab´s auf der Pan Am ´ne Menge lustige Sachen zu sehen. Wir sind aus dem Lachen manchmal gar nicht mehr rausgekommen. Da laufen Kühe und Hühner direkt neben der Fahrbahn. Radfahrer und Fußgänger gibt´s in beide Richtungen (je Fahrspur wohlgemerkt). Der Bus hält direkt an der Autobahn, und und und. Jede deutsche Autobahnpolizei würde hier sofort ´nen Herzkasper kriegen. 😉 Als wir den Wegweiser mit der Aufschrift “Los Angeles” lasen, dachten wir schon, wir wären zu weit nach Norden gefahren. 😉 Aber diese Städte gibt´s hier unten auch. Man

ham´wir  uns jetzt verfahren?

ham´wir uns jetzt verfahren?

muß deswegen also nicht unbedingt in die USA. Nach einem Zwischenstop in Curico sind wir dann am nächsten Tag weiter nach Valparaiso gefahren. Dabei sind wir gleich mal über den Airport in Santiago gefahren, um unsere Rückflugangelegenheiten zu klären, aber es gibt tatsächlich Airlines, die am Wochenende nicht arbeiten. Dumm gelaufen für uns, denn es war ausgerechnet Samstag. Diese Angelegenheit konnten wir dann aber, Gott sei Dank, mit freundlicher Unterstützung aus der Heimat regeln. Dank der modernen Technik war die

dann doch lieber mir der KRM über die Piste :-)

dann doch lieber mir der KRM über die Piste 🙂

Umbuchung dann kein Problem mehr. Vielen Dank an dieser Stelle noch mal an Iris! Nachdem wir noch einen Tag im wunderschönen Valparaiso 😉 verbracht und uns im Hafenviertel über die Touristen amüsiert  haben, blieb uns heute nur noch der Weg zum Zoll übrig. Das ist ja immer so eine Sache mit den Behörden, man weiß nie, wie gut sie drauf sind und wie schnell es geht. Noch dazu hatten wir hoch gepokert, denn unser Flug geht morgen. So hatten wir nur diesen einen Tag um alle Formalitäten – einschließlich verpacken des Motorrades – zu erledigen. Aber auch diesmal hatten wir Glück. Bis auf ein bißchen Warterei beim Zoll verlief alles wie am Schnürchen. Dann ab zum Lagerhaus und das Moped einpacken. Nach nur 1,5 Stunden hatten wir unser KTM wieder verpackt – das will was heißen – mußten wir doch alles in der prallen Mittagssonne bei über 40° machen. Schatten gab´s hier nirgends! Damit ist nach ziemlich genau 8.000 km unser kleiner Trip zu Ende. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen Lesern und für die Kommentare. Es hat wieder Spaß gemacht mit Euch!

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Game over!

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32 Antworten zu Bis ans Ende der Welt – reloaded

  1. maecces schreibt:

    Ein netter Tag/Abend mit den Roadrunnern neigt sich dem Ende und mir bleibt nur noch eines übrig… – den beiden alles Gute zu wünschen für den Trip und hoffen das sie gesund und munter wieder kommen…

    Alles Gute für euch…
    Euer Mäcces/McFlychen/Olli/cooleSau 🙂

  2. tikkibarber schreibt:

    Ich wünsche euch eine gute Reise! Kommt Gesund und Munter und mit vielen neuen Erlebnissen und tollen Eindrücken wieder!

    Schöne Grüße Tikki / Arne

  3. Heiko Lisa und Ines schreibt:

    Wir wünschen euch allzeit gute Fahrt, keine Pannen, immer Gesundheit, viele nette Menschen und tolle Erlebnisse von denen ihr uns dann berichten könnt und wir dessen immer lauschen werden.
    Mit diesen Wünschen möchten wir euch getrost auf weite Reise begleiten.
    Heiko Lisa Maria und Ines

  4. Bini schreibt:

    Wie ich lese seid ihr gut angekommen. Gina, daß dich der Schmutz so nervt verstehe ich gar nicht. Du hast doch schon ganz andere „Löcher“ gesehen – oder?
    Schau drüber weg und genieße das Positive.
    Am Samstagabend geht’s bei uns los. Ich freu mich auch schon auf den Flieger, boah.

    Gruß Ute + Rolf

    • roadrunnerontour schreibt:

      Hallo Ute & Bini,
      danke für Eure Zeilen. Ja es ist halt immer wieder dasselbe, wenn man in fremde Länder fährt. Es nervt uns auch nicht wirklich, aber wir wollen halt so realistisch wie möglich berichten, ohne rosarote Brille. Wobei das natürlich immer auf das Auge des Betrachters ankommt. Unser Auge ist dabei vielleicht etwas kritischer als andere. Natürlich genießen wir auch die schönen Seiten so einer Reise.
      Jetzt wünschen wir Euch aber erst mal viel Spaß in Afrika und einen angenehmen Flug 😉
      Gruß Gina & Maik

  5. Anonymous schreibt:

    Hi ihr beide, schön das ihr gut gelandet seit und ich wünsche Euch eine gute Zeit und tolle Erlebnisse.
    Ich verfolge das Ganze vom PC aus und freue mich über jeden Bericht den ich von euch über euch lesen kann.
    Ich wünsche euch eine gute Fahrt ohne Pannen, schönes Wetter und kommt gesund wieder nach Hause.
    LG von Elke und Jürgen, sowie Renate und Manfred

  6. Dirk schreibt:

    Hallo Regina & Maik,
    schön das ihr uns wieder die kalten, dunkelen Bikerwochen bis zum Saisonstart hier im Harz mit eurem Trip aufhellt. Diesmal gab es ja kein Laptop zu transportieren :-).
    Ich wünsche Euch ab jetzt eine „pannenfreie“ Tour und vor allem das ihr gesundheitlich fit bleibt, cu Dirk

  7. Heiko schreibt:

    Hallo Gina&Maik,
    vielen Dank für die Geburtstagsgrüße das Ihr am Ende der Welt da noch dran denkt einfach geil.
    Euch wünsch ich noch viel Spaß und immer genügend Strecke für die Fuhre

    LG.aus Hannover von Heiko und leichtem Schneefall

  8. binifada schreibt:

    Nicht daß ich Schadenfreude verspüre, aber schmunzeln mußte ich doch. Maik, das mit dem Reifenflicken müssen wir noch üben – gelle 🙂
    Temperaturmäßig schenken wir uns wohl auch nix – wir hatten bisher 39°C max. und 16°C min.

    LG und keine Platten mehr – Binis

  9. Anonymous schreibt:

    Mensch Maik… – so kinderlieb 😉
    Genießt die Zeit…

    Gruß Olli

  10. Günther Eicke schreibt:

    Verfolge mit großem Interesse den Verlauf eurer Reise und freue mich über jeden Bericht.
    Weiterhin viel Glück, schöne Touren, spannende Erlebnisse und keine weitere Reifenpanne.
    Herzliche Grüße Günther

  11. Marco schreibt:

    Hi ihr beiden,

    auch von mir auf diesem Weg noch einmal herzlichen Dank, dass ihr am anderen Ende der Welt an meinen Geburtstag gedacht und mir ein paar Zeilen geschrieben habt … :-).

    BTW: toller Bericht bisher, muss mir das aber mal in Ruhe ansehen, wenn ich Muse habe.

    Weiterhin gute Fahrt und alles Gute
    Marco

  12. roadrunnerontour schreibt:

    Wir möchten es nicht versäumen, uns bei Allen zu bedanken, die uns auf vielen Wegen liebe Reisewünsche übermittelt haben. Wir hoffen, daß wir Euch weiterhin einen spannenden Reisebericht liefern können.
    Liebe Grüße aus Chile von Gina & Maik

  13. maecces schreibt:

    Schöne Bilder…

  14. Henning schreibt:

    Hey Ihr Beiden,
    Eure Bilder werden ständig besser. So langsam fange ich an mit den Hufen zu scharren und zu überlegen, das ich vielleicht doch 2014 mal wieder nach Südamerika muss!,
    Danke, weiterhin gute Fahrt und für uns weiter gute Berichte und Bilder!
    Und möge der Sprachgott weiter mit Euch sein
    Henning

  15. Winter, Elke schreibt:

    Hallo Maik und Gina, ich hoffe dir geht es wieder gut und ihr könnt eure Fahrt bei bester
    Gesundheit wieder fortsetzen. Wir wünschen dir natürlich gute Besserung und eine gute
    Fahrt. Schön von euch zu lesen.
    LG von Elke u.Jürgen sowie ganz liebe Grüße von Renate und Manfred

  16. binifada schreibt:

    Na ihr zwei, Ihr seid wieder unterwegs – Prima. Und der Maik ist am üben, auch prima. Wenn du so weiter machst Maik, kann ich dir den Titel „Best Reifenflicker of the whole World“ dann übergeben. Wie sind denn die Zeiten so? 20 Minuten vorne, 40 hinten?
    Spaß beiseite, ich wünsche euch eine (hoffentlich) plattenfreie Weiterreise.

    So on – Bini

  17. binifada schreibt:

    So ein bißchen neidisch bin ich jetzt schon, den Fitzroy und den Perito Moreno hätte ich mir schon gerne angesehen. Aber irgendwann komme ich da auch noch hin.
    Ich (wir) hoffen daß Ihr beide wieder auskuriert und richtig fit seid. Sind ja noch ein paar Tage hin bis zur Rückfahrt,

    LG Bini + Ute

  18. Iris schreibt:

    Hey meine Süße,
    @–>—>—- @–>—>—- @–>—>—- @–>—>—- @–>—>—-
    ¡Feliz cumpleaños! Le deseo dir todo lo bueno, un viaje de regreso personas y buenas carreteras.
    TU próximo cumpleaños celebraremos juntos en una vez más good old Germany 🙂
    @–>—>—- @–>—>—- @–>—>—- @–>—>—- @–>—>—-
    Lass Dich schön feiern. (__)o Salute 🙂

  19. maecces schreibt:

    Moin Gina,

    alles Gute zum Geburtstag wünsche ich Dir. Habt einen schönen Tag und alles Gute für die weitere Tour…

    Gruß Olli

  20. Heiko Lisa und Ines und Lisa schreibt:

    Hallo liebe Gina!!!!!!!!!!!!!!!!!!!1 Alles Liebe und Gute zu deinem Geburtstag verbunden mit viel viel Gesundheit, tollen Erlebnissen, einen „liebevollen Ehegatten“ (hi hi, ich weiß doch wie immer) und eine gute Reise weiterhin, dass ihr gesund und munter wieder nach Hause kommt und ihr uns bald mal besuchen könnt, wenn euer allerwertester wieder vom vielen Fahren fit ist. 😀
    Lisa gratuliert auch ganz lieb, sie hat sich leider ein Trojaner eingefangen, alles erst mal außer Gefecht. Macht hoffentlich heute Pause und macht einen ruhigen, schönen Tag. Meine wahnsinns Rosen und mein super Frühstück hatte ich heute auch schon.
    Also Salute ihr Süßen, bis bald!!!!!!!!!! :*

  21. Günther Eicke schreibt:

    Hallo Gina,
    einen herzlichen Geburtstagsgruß, fast ans Ende der Welt, senden dir Günther und Ilona. Wir wünschen euch einen schönen Tag in südamerikanischer Sonne, wenig Wind und weiterhin viel Glück und Gesundheit im weiteren Verlauf der Tour.
    Die Bilder vom Fitz Roy und Perito Moreno Gletscher sind einfach nur schööön.!!
    Günther & Ilona

  22. Winter, Elke schreibt:

    Hallo liebe Gina, alles gute zu deinem heutigen Geburtstag , ich hoffe bei bester Gesundheit, glatten Straßen , wenig Wind und immer eine Handbreit Luft unter den Felgen. Habt beide einen wunderschönen Tag.
    Liebe Grüße aus dem kalten Deutschland
    Von Elke und Jürgen, sowie von Renate und Manfred

  23. Heiko schreibt:

    Hallo Gina alles liebe zum Geburtstag ,so ein Geburtstag erlebt mann ja auch nicht nochmal
    auf diesem Erdteil“ mann geht davon aus“ aber weiterhin viel spaß und das der K60 durchhält und ihr schön gesund bleibt.
    Liebe grüße Heiko

  24. roadrunnerontour schreibt:

    DANKE…MUCHAS GRACIAS…DANKE…MUCHAS GRACIAS…DANKE…MUCHAS GRACIAS…
    Vielen Dank an Euch ALLE für die vielen lieben Geburtstagsgrüße und -wünsche hier im Blog, per Mail und „fast“ persönlich von meiner lieben Iris ;-). Die Überraschung ist wirklich gelungen heute zum Frühstück!!!
    Liebe Grüße nach Germany sendet Euch Gina

  25. Heiko schreibt:

    Mensch habt ihr ein Glück gehabt, K60 durchgehalten und die Felge macht schlapp.
    Ich kann euch nur wünschen das ihr alles weiterhin so gut übersteht und wie Sushi sagt
    “ soll der Motorradgott mit euch sein“
    Liebe Grüße Heiko

  26. Oh man, da schaut man mal 2 Tage nicht in den Blog und dann diese Nachricht. Da habt ihr aber mal wieder richtig Schwein gehabt. Der Motorradgott hat wohl mit beiden Händen zugefasst….Hoffe, dass die Felgengeschichte glimpflich endet! Euch noch weiterhin viele Glück!!
    LG Sushi

  27. heidi und bernd schreibt:

    schade, dass ihr nicht noch in den norden seit, hätte euch gefallen! also, jetzt ab zum schnee schippen in den harz 😉
    sonnige grüsse aus daytona beach!

    heidi und bernd

  28. Anonymous schreibt:

    Sorry,but late than never.
    Habe heute ert mal wieder nachgeschaut was Ihr so macht-und sieh da ,schon wieder eine Stressparty. Euren Humor und Ausdauer moechte ich haben. I am sure you SOME fun on this trip.Wir kommen im Sommer nach Europa , aber nicht fuer einen Mordstrip,dafuer sind zu a……-abgehaertet.
    Gruesse aus dem warmen und TROCKENEN Thailand

    Juergen und Phaengsri

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