back to the roots

…back to the roots eigentlich nur deshalb, weil mit Afrika der Fernreisevirus erst richtig bei uns ausgebrochen ist. 2005/6 ging es das erste Mal mit dem Motorrad nach Marokko. Danach folgten 2009 Namibia und Südafrika. Und weil es uns damals so gut gefallen hat, wiederholen wir das dieses Jahr gleich noch mal. Allerdings dieses mal auf 4 Rädern, genauer gesagt in einem Toyota Hilux 4*4. Das hat gleich mehrere Gründe. Erstens hoffen wir damit die „Nordroute“, die wir damals in Namibia einschlagen wollten, endlich zu Ende fahren zu können. Mit dem Motorrad war das im Januar – wo nun mal Regenzeit dort unten ist – leider nicht möglich. Mit dem 4*4 erhoffen wir uns diesbezüglich doch ein paar Vorteile. Zweitens haben wir noch gut in Erinnerung, wie anstrengend es bei knapp 40 Grad mit dem bike sein kann. Das ist nicht immer so cool, wie es manchmal auf den Bildern aussieht. Und jünger sind wir seit dem ja auch nicht geworden 😉 Das soll nun aber nicht heißen, daß wir jetzt nur noch mit dem Auto unterwegs sein wollen. Es ist einfach mal ein Versuch… Alles kann, nichts muß! Geplant ist jedenfalls die große Runde mit Start in Namibia über Sambia, Botsuana nach Südafrika. Die Route steht in groben Zügen, auch da sind Abweichungen jederzeit möglich, vielleicht auch erforderlich. Los geht es, wie meistens bei uns, zum Jahresbeginn. Mit dem Flug nach Windhoek startet am 02.01. unser 4*4 trip. Wer uns dabei begleiten möchte, kann unter der bekannten Adresse wieder mitlesen…

03.01.14 Windhoek

Die Anreise war wieder mal das Nervigste. Obwohl wir mit 10 Stunden Direktflug eigentlich nicht meckern können – da kennen wir wesentlich schlimmere Strecken. Der Flieger war superpünktlich – eine halbe Stunde vor der planmäßigen Ankunft hat der Airbus 330 in Windhoek aufgesetzt. Aber wie immer, wenn man „Holzklasse“ gebucht hat, tut einem am nächsten Morgen alles mörderisch weh und man muß sich erst mal neu sortieren. Der Autovermieter war auch pünktlich zur Stelle, jetzt muß nur noch der Wagen passen, dann kann`s losgehen. Der Toyota Hilux ist auch im wesentlichen, wie beschrieben, allerdings darf man von einem Fahrzeug, das knapp 200.000 km auf der Uhr hat und ständig über Gravelroads gejagt wird, auch keinen Schönheitspreis mehr erwarten. Nachdem der Vermieter die Macken an der Karosserie im Protokoll markiert hatte, war von dem Auto darunter nicht mehr viel zu sehen. Was aber etwas nerviger ist, dass wir den Wagen in einer Woche noch mal tauschen müssen. Irgendein Service im Motormanagement ist nicht mehr rechtzeitig fertig geworden, so dass wir einen anderen Wagen in sieben Tagen gebracht kriegen. Egal wo wir dann auch sind – der Vermieter bringt ein neues Auto vorbei. Lassen wir uns mal überraschen…Ansonsten war es ganz gut, dass wir heute noch hier geblieben sind, denn die Autoübergabe hat gut zwei Stunden gedauert. Danach musste noch Proviant eingesackt werden und bei leckeren 37 Grad im Schatten waren wir am frühen Nachmittag ganz schön fertig. Da brauchten wir Beide keine weiteren Kilometer mehr. Morgen soll es dann zu Spitzkoppe weitergehen. Die kennen wir zwar schon von unserer letzten Reise hierher, aber dieses Panorama kann man sich ruhig zweimal gönnen.

 

04.01.14 Windhoek – Spitzkoppe

Heute war die erste Etappe dran. Nichts wildes – gerade mal 290 km, noch dazu der größte Teil auf Asphalt, aber zum Eingewöhnen gerade richtig. Nachdem wir die beiden Tanks des Hilux randvoll gemacht hatten – insgesamt gehen da 160 l rein – konnte es losgehen. Nach einem kleinen Zwischenstop in Kharibib, wo wir noch mal einen anderen Supermarkt ausgetestet haben, waren wir am frühen Nachmittag schon an der Spitzkoppe. Da wir das Gelände noch von unserer Reise in 2009 ganz gut in Erinnerung hatten, fiel die Suche nach einem geeigneten Campground diesmal etwas einfacher aus. Damals haben wir mit dem Motorrad anderthalb Stunden gebraucht, um ein schattiges Plätzchen zu finden. Heute dagegen war die Sache schnell erledigt und somit hatten wir noch genügend Zeit, die herrliche Aussicht auf die Felsenlandschaft zu genießen. Nicht umsonst wird die Spitzkoppe auch das Matterhorn Afrikas genannt. Am schönsten sind dabei aber immer die Farben der Felsen während des Sonnenuntergangs. Da kann man sich gar nicht dran satt sehen. Unter einem super Sternenhimmel haben wir den Tag dann in völliger Einsamkeit ausklingen lassen. So haben wir uns Afrika gewünscht. Morgen geht es dann nach Swakopmund, wo wir unsere Vorräte noch mal auf Vordermann bringen wollen. Danach, wenn es weiter Richtung Norden geht, wird das mit der Versorgung wohl nicht mehr ganz so üppig sein.

07.01.14 Swakopmund – Ugab Rhino Camp

Unser Aufenthalt in Swakopmund dauerte doch einen Tag länger als geplant. Nach der ersten Übernachtung war uns am nächsten Morgen nicht so richtig wohl in der Magengegend. Ob es am Essen lag oder woran sonst, wir konnten es nicht ergründen. Also noch einen Tag dran gehängt – was soll´s! Das Gute daran war allerdings, daß unser Autovermieter noch anrief und uns mitteilte, daß unser Ersatzfahrzeug am nächsten Morgen für uns in Swakopmund bereitstehen würde. Wir waren gerade noch beim Frühstück, als der Fahrer am nächsten Tag mit dem Wagen vorfuhr. Also schnell alles umgeladen und schon war die Sache erledigt. Dann konnte es endlich Richtung Norden weitergehen. Nach einem kurzen Stop am Cape Cross, einer kleinen P1010640Robbenkolonie, ging es dann weiter Richtung Brandberg. Daß unser Auto noch vor der heutigen Etappe getauscht wurde, war uns nur recht, wußten wir doch, daß die Tour zum Ugab Camp auf den letzten Kilometern einiges an offroad zu bieten hat. Da sollte das Fahrzeug schon astrein laufen. Wie holperig und steinig die Piste dann auf den letzten 60 Kilometern war, hatten wir allerdings doch nicht mehr so genau in Erinnerung. Wie wir uns das damals mit dem Motorrad antun konnten, haben wir uns heute einige Male gefragt. 😉 Im Auto war es zwar keine Spazierfahrt, aber um Längen angenehmer, als auf zwei Rädern. Nach den ersten Kilometern Wellblechpiste wurde der Luftdruck in den Reifen noch etwas nach unten korrigiert, dann ging es einigermaßen erträglich weiter. Im Camp selber war alles noch wie früher. Die Landschaft ist einzigartig, die Ruhe und Abgeschiedenheit fast beängstigend. Hier ist man wirklich “offline”. An Telefonnetz oder gar Internet braucht man natürlich gar nicht erst zu denken.

08.01.14 Ugab Rhino Camp – White Lady Lodge

Man kann das Rhino Camp zwar auch in nordöstliche Richtung durch das Flußbett des Ugab Rivers verlassen, das ist aber schon offroad der höheren Schule. Da wir auch allein unterwegs sind, wollten wir dieses Risiko lieber nicht eingehen und mußten einen Teil des Weges, den wir gestern gekommen waren, heute wieder zurück fahren. Also erst mal wieder 5 km Geröllpíste, dann noch 85 km Wellblech – danach waren wir gut durchgerüttelt! Bis zur White Lady Lodge, unserem heutigen Ziel, war es nun nicht mehr weit und endlich ging es auch auf angenehmerer Gravelroad weiter. Bei der Lodge angekommen, haben wir uns erst mal mit einer fertigen Zeltunterkunft “belohnt”. Da stehen richtige Betten drin, eine schattige Terasse gibt´s auch – das war genau das Richtige nach der Rüttelei heute. Jetzt konnten wir noch etwas Siesta halten, bevor es am Nachmittag noch zu den I`m walking...nahe gelegenen Felszeichnungen gehen sollte. Wir haben die späteste Tour gewählt, die möglich war. Denn zu den Felszeichnungen steht ein einstündiger Fußmarsch durch die Brandberggegend an. Das Ganze natürlich bei sengender Sonne und alles auch wieder retour. Die Zeichnungen waren schon beeindruckend, wenngleich wir uns ein paar mehr davon erhofft hätten. Aber unser Damara-Führer hat sich alle Mühe gegeben, uns was über Land und Leute zu erzählen. Insofern hat sich der Marsch schon gelohnt.

11.01.14 White Lady Lodge – Khowarib Schlucht– Epupa Falls

Bis zu den Epupa Falls an der angolanischen Grenze waren es noch ca. 700 km Richtung Norden. Das waren also zwei Tagesetappen, die wir bis dahin noch vor uns hatten. Bei einem Schnitt von ungefähr 50km/h inklusive Pausen sind am Tag so um die 300-400 km realistisch. Mehr sollte man auf normal befahrbaren Gravelroads nicht erwarten. Je nach Zustand der Straßen, kann das natürlich auch nach oben oder unten abweichen. Am Ende des ersten Tages machten wir in der Khowarib Lodge Stop, welche in der gleichnamigen Schlucht liegt. Bei unserer Ankunft war das halbe Team der Lodge damit beschäftigt den riesigen Kühlschrank der Bar wieder zum Laufen zu bringen. Das Kühlaggregat mußte getauscht werden. Wie enorm wichtig diese Aufgabe ist, kann man sich sicher vorstellen. Ohne kalte Getränke geht in Afrika schon mal gar nichts! 😉 Aber die Jungs haben es hinbekommen, so daß wir den Abend an der Bar bei ein paar kühlen Drinks genießen konnten. Für den Notfall hätte eben der Fridge in unserem Hilux einspringen müssen. Da ist die Kapazität natürlich etwas begrenzt. Aber ich bin von dem kleinen Kühlschrank bis jetzt angenehm überrascht. Für zwei Personen hält er immer genug Getränke und Lebensmittel bei ausreichender Kühlung bereit. Auf der Campsite haben wir noch ein junges Paar aus der Schweiz getroffen, die mit Ihrem gemieteten Landrover seit ein paar Tagen festsaßen und auf ein Ersatzfahrzeug warteten. Ich glaube, die Gelassenheit, mit der die Beiden das genommen haben, kann man nur aufbringen, wenn man aus der Schweiz kommt! Alles nach dem Motto “keep smiling – wir haben ja schließlich Urlaub!” Ich weiß nicht, ob ich so ruhig geblieben wäre?! Am nächsten Tag ging es weiter zu den Epupa Fällen. Die Straße war recht gut zu fahren – ohne Wellblech, dafür aber mit einigen Steigungen, die den Hilux schon manchmal in den zweiten Gang zwangen. Wie wir abends beim Gespräch in der Lodge erfuhren, ist ein 2,5 l Toyota doch etwas zu schwachbrüstig für manche Strecken. Also beim nächsten mal eine Nummer größer anmieten! 😉 Aber für unsere ersten offroad Kilometer auf vier Rädern kommen wir bis jetzt ganz gut zurecht. Als letzter größerer Außenpunkt der “Zivilisation” lag noch Opuwo auf unserem Weg. Hier hieß es noch mal Volltanken, Geld ziehen und den Supermarkt entern. Ansonsten nur schnell weiter – denn Opuwo hat einen Charme, den wir nur mit einigen runtergekommenen Nestern aus Südamerika vergleichen können. Obwohl wir nur noch 175 km vor uns hatten, zog sich die Strecke ewig hin. Gegen Nachmittag erreichten wir dann aber doch noch die Epupa Falls, an denen der Kunene River die Grenze zu Angola bildet. Auf der Campsite haben wir dann noch ein cooles Paar aus Holland kennengelernt, die mit Ihrem Toyota Landcruiser in den  letzten drei Monaten per Achse von Holland hier her gefahren sind. So kann man seine Rente gut rumbringen – Respekt den  Beiden! Kleiner Wehrmutstropfen bei der schönen Gegend hier ist, daß in einigen nördlichen Bereichen Namibias die Cholera wieder aufgetreten ist. Das heißt für uns, sicherheitshalber Zähneputzen und Kochen nur mit Mineralwasser oder dem Wasser aus unserem 60 l Tank im Hilux.

12.01.14 Epupa Falls – Kunene River Lodge

Am Kunene River hat es uns wirklich gut gefallen. Darum haben wir gleich noch einen Tag dran gehängt. Außerdem wollten wir uns die Epupa Wasserfälle ja noch in aller Ruhe anschauen. Und was wir da zu sehen bekommen haben, war wirklich allererste Sahne. Je weiter wir am Fluß entlang gegangen sind, desto beeindruckender wurde das Schauspiel, welches sich uns zwischen namibischem und angolanischem Ufer bot. Da konnte man sich gar nicht dran sattsehen. Am sogenannten Sundowner Hill sahen wir zu, wie sich der Schatten der hinter uns liegenden Berge immer weiter über die Wasserfälle ausbreitete. Am nächsten Morgen sollte es dann zur Kunene River Lodge weitergehen. Vorher wollten wir aber noch einen Abstecher zu den Himbas, einer der Volksgruppen des nördlichen Namibias, machen. Wobei sich uns da wieder mal die Frage gestellt hat, ob wir dieses zur Schau stellen unterstützen sollen oder nicht. Ähnlich wie schon bei den Langhalsfrauen in Thailand, wird hier Bares gegen “Fotoerlaubnis” gewechselt. Einerseits etwas beschämend, aber andererseits die einzige Möglichkeit, mit diesen Menschen in Kontakt zu kommen und wenigstens etwas über ihre Lebensweise zu erfahren. Andererseits sind uns auf unserer Fahrt in den Norden so unzählig viele bettelnde Himbas begegnet, wenn wir da bei jedem angehalten hätten, wäre unsere Reisekasse jetzt schon leer. Am späten Vormittag sind wir dann endlich Richtung Kunene River Lodge aufgebrochen. Diese liegt ca. 100 km östlich von den Epupa Falls. Dort wollten wir uns mit Anneke und Floris-Jan, unseren beiden “fliegenden Holländern”, wiedertreffen. Die Beiden sind dazu einen deftigen 4*4 track direkt am Kunene entlang gefahren. Wir haben lieber einen kleinen Umweg gemacht und die einfache Variante gewählt. Schließlich müssen wir unseren Mietwagen in ein paar Wochen in einem Stück abgeben. 😉 Aber Hut ab, was die Beiden da ganz allein gefahren sind! Wenn da was unterwegs kaputt geht, kann es schon mal sein, daß zwei Wochen keiner vorbei kommt. Aber wir waren gerade in der Lodge angekommen, als der Landcruiser der Beiden vorfuhr. Das nenne ich mal Timing! Diese Lodge setzt noch mal einen drauf, was Gemütlichkeit und Service angeht. Zur Begrüßung schwamm gleich mal ein Krokodil heran, was aber zum Glück auf der angolanischen Seite “anlegte”. Im Pool ließen sich die Temperaturen von knapp 40 Grad einigermaßen ertragen. Dazu ein kalter Drink – so kann man´s aushalten! Um diese angenehme Atmosphäre nicht zu schmälern, blieb die Küche abends kalt und wir ließen uns zusammen mit unseren neuen Freunden abends die Köstlichkeiten der lodgeeigenen Küche präsentieren. Alles andere wäre glatter Stilbruch. Gasbrenner und Bordküche gibt´s morgen wieder! Von unseren Erlebissen im Etosha Nationalpark könnt Ihr beim nächsten mal lesen…

15.01.14 Kunene River Lodge – Kamanjab – Etosha Park

Um zum Etosha Nationalpark zu gelangen , mußten wir wieder ein ganzes Stück nach Süden fahren. Auf dem Weg dahin wollten wir noch bei den Ruacana Wasserfällen vorbeischauen. Allerdings haben wir schon bei der Abfahrt aus der Lodge erfahren, daß die Fälle wieder mal trocken sind. Das ist die meiste Zeit des Jahres der Fall, da der vorgelagerte Staudamm das Wasser zur Energiegewinnung zurückhält. Aber auch ohne die Fälle war die 50 km lange offroad Strecke dorthin eine landschaftlich schöne Strecke. Immer am Kunene entlang ging es bis Ruacana. Dort bekamen wir endlich mal wieder Asphalt unter die Reifen. Im Ort selber wurde dann noch getankt und der Luftdruck in den Reifen auf Asphaltniveau gebracht. Denn ich war der Meinung, daß es bis zum Etosha Park für die nächsten paar hundert Kilometer auf Asphalt weitergehen würde. Aber wir waren kaum aus Ruacana raus, da war es schon wieder vorbei mit dem angenehmen Fahren und der Asphalt wich einer schönen holperigen Gravelroad. Also wieder anhalten, Luft ablassen und weiter geht´s. Nach ca. 80 km, am Abzweig nach Opuwo, war dann die Schotterpiste endgültig zu Ende und es ging auf Asphalt weiter. Leider gab es diesmal keine Tankstelle in der Nähe – also schnell den Kompressor vorgeholt, den Reifendruck abermals um 0,5 bar erhöht, und weiter ging es. Nach einem Zwischenstop in Kamanjab, wir hatten an diesem Tag schon über 400 km auf der Uhr, ging es am nächten Tag dann die restlichen 250 km bis zum Etosha Park. Da die Campsites innerhalb des Parks nicht so prall sind und noch dazu vollkommen überteuert, beschlossen wir nach kurzer Suche, in der Etosha Safari Lodge zu campieren. Diese befindet sich nur 8 km vor dem Anderson Gate, dem südwestlichen Eingang zum Park. Da wir schon zeitig da waren, nahmen wir das Angebot der Lodge zu einem game drive wahr. Das ist zwar kein Schnäppchen, aber die einheimischen Tourguides kennen vielleicht doch das eine oder andere Wasserloch, an dem eher mal was zu sehen ist. Also sind wir mit einem umgebauten Jeep – ganz tourilike – auf Safari gefahren. Glück hatten wir dabei auch noch. Neben den üblichen Herdentieren wie Zebras, Gnus, Springböcken, Oryxantilopen, usw. hat “Trapper Maik”  😉 eine Löwin im Unterholz ausfindig gemacht. Das war ein besonderer Glückstreffer, denn diese Löwin hat kurze Zeit später einen Leoparden aufgescheucht. Diesen hätten wir allein garantiert nicht entdeckt, so gut getarnt wie er ist. So sind wir am frühen Abend mit etlichen Megabyte mehr auf unseren Speicherkarten in die Lodge zurück. Gerade noch rechtzeitig vor einem aufziehenden Gewitter, welches sich mit reichlich Blitz und Donner schon in der Ferne ankündigte. Daß es dann die halbe Nacht über unserer Campsite runtergehen würde, wußten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Aber wir haben es gut in unserem  Dachzelt überstanden. Zumindest hat meine Zeltseite dicht gehalten 😉 Am nächsten Tag sind wir dann noch mal selber auf “Pirschfahrt” gegangen. Dazu haben wir den Park von West nach Ost auf ca. 200 km durchquert. Da es die Nacht ausgiebig geregnet hat, war die Chance auf Tierbeobachtung an den Wasserlöchern äußerst gering. Denn nun gibt es reichlich Wasser im Busch und die Tiere sind nicht auf die permanenten Wasserstellen angewiesen. Aber auch heute hatten wir wieder Glück, kurz vor Ende unserer Tour lief uns eine Elefantenherde direkt vor´s Auto. Das war schon etwas ganz Besonderes. Wenn ca. 10 m neben dem Wagen so eine Herde vorbeitrampelt, dann wird einem schon etwas mulmig. Während ich den Auslöser der Kamera malträtierte, hatte Gina eine Hand immer am Zündschlüssel, um gegebenenfalls durchstarten zu können. Man weiß ja nie, was in so einem Elefantenschädel vorgeht 😉 Am Ende des Tages wurden dann noch Hyäne und Löwe gesichtet – also auch keine schlechte Ausbeute bei den Voraussetzungen.

18.01.14 Etosha Park – Rundu – Popa Falls

Wie schon bei der Einfahrt in den Etosha Park, sind wir bei der Ausfahrt lieber auch auf einer privaten Campsite eingekehrt. Die halbstaatlichen NWR Camps (Namibia Wildlife Resort) innerhalb, konnten uns nicht wirklich überzeugen.Von nun an sollte es Richtung Caprivi Zipfel gehen, denn von dort aus wollen wir zu den Victoria Fällen zwischen Sambia und Zimbabwe. Die Fahrt dorthin ist ziemlich eintönig, geht es doch ziemlich eintönig gute 1.000 km  Richtung Nordosten. Allerdings alles auf Asphaltstraßen, so daß man wenigstens recht komfortabel vorankommt. Auf der ersten Etappe ging es vom Etosha Park über Grootfontein bis nach Rundu. Nach über 400 km und etwas Sucherei nach einer passablen Unterkunft sind wir in der Kaisosi River Lodge eingekehrt. Obwohl die Campsite hier sehr schön war, haben wir uns mal wieder ein richtiges Bett gegönnt. Einmal pro Woche darf das ruhig drin sein. Zumal die Unterkunft in unserem Dachzelt nicht gerade eine “Fürstensuite” ist. Die Matratze darin ist nur schlappe 5 cm dick und das Platzangebot wirklich nur für schlanke Personen gedacht. (Na wenigstens da haben wir ja noch Glück). 😉 Am nächsten Tag ging es dann weiter bis zu den Popa Falls. Diese waren nur 200 km weit entfernt und sind eigentlich gar keine Wasserfälle, sondern nur Stromschnellen. Aufgrund der kurzen Etappe heute waren wir schon gegen Mittag dort und konnten uns Zeit bei der Zeltplatzsuche lassen. Nach 3-4 Versuchen haben wir dann auch ein besonders schönes Plätzchen gefunden. Die Nunda River Lodge hatte alles, was unser Camperherz begehrt. Eine Lodge direkt am Okavango gelegen. Schöne Campsites, Wlan, Pool, ein paar Angebote für Freizeitaktivitäten usw. – was will man mehr. Hier fiel uns der Entschluß, gleich zwei Nächte zu bleiben, nicht wirklich schwer. Am ersten Abend gab´s dann gleich noch eine Bootsfahrt auf dem Okavango River. Dabei kann man besonders gut Nilpferde beobachten und auch gleich noch einen Abstecher zu den Stromschnellen machen. Das ganze bei untergehender Sonne – einfach super! Gerade noch rechtzeitig zum Sundowner saßen wir dann wieder auf der Terasse der Lodge. Wenn man alle Tage so wären…

19.-20.01.14 Popa Falls – Kasane – Victoria Falls

Bevor wir von den Popa Falls weiter Richtung Botsuana aufgebrochen sind, haben wir uns am Morgen noch von Carina und Martin verabschiedet. Die Beiden haben wir hier in der Nunda River Lodge kennengelernt. Da sie auch schon viel in der Welt rumgekommen sind, blieben gemeinsame Themen natürlich nicht aus. Nachdem wir noch zusammen ein Krokodil auf dem Okavango beobachtet haben, ging´s dann aber los. Die weitere Fahrt durch den Caprivizipfel zog sich ganz schön hin. Die Strecke war landschaftlich auch ziemlich eintönig, so daß wir froh waren, als die Grenze näher kam. Kurz vorher war noch ein Boxenstop in Katima Mulilo angesagt – der letzten größeren Stadt in Namibia (für unseren Geschmack ein ganz schönes Drecknest). Da wurde noch mal eingekauft und die letzten Namibia Dollar in Diesel verwandelt. Allerdings hätten wir auch mit Botsuanischen Pula, US$, Südafrikanischem Rand oder sogar in Euro bezahlen können. Hier wird alles genommen, was einigermaßen nach harter Währung klingt. Der Grenzübertritt verlief problemlos. Nach zehn Minuten waren wir aus Namibia raus und nach weiteren 45 in Botsuana drin. Es wäre sogar noch schneller gegangen, wenn nicht ausgerechnet vor uns jemand ein Auto nach Botsuana hätte einführen wollen und der Zöllner den Schlüssel für den Safe schneller gefunden hätte. Witzig war auch noch die Angelegenheit mit der Veterinärkontrolle. Nachdem die gute Frau dort unseren Kühlschrank inspiziert hatte und Milch und Gemüse als verbotene Einfuhrgüter entdeckt hatte, haben wir schon unser Abendbrot den Okavango hinunter schwimmen sehen. Aber unser Blick muß wohl so mitleidig gewesen sein, daß sie sagte “Packt das Zeug in eine andere Tasche und wenn der Zoll es nachher findet, dann habe ich es eben nicht gesehen!” Solche Beamte gibt es also auch – prima! Gleich nachdem wir die Grenze hinter uns hatten, stand schon mal der erste Elefant neben der Straße. Wonach wir im Etosha Park lange gesucht hatten, ist hier also ganz Güternahverkehr in Zimbabwe  :-)alltäglich. Aber das sollte nur der Vorgeschmack sein, wie sich in den nächsten Tage herausstellte. Die Suche nach einem geeigneten Zeltplatz gestaltete sich in Kasane allerdings schwieriger als erwartet. Nachdem wir vier Plätze angesehen und alle für völlig daneben befunden hatten, haben wir uns mal wieder eine Lodge gegönnt. Ob es daran lag, daß wir von unserer letzten Campsite noch so verwöhnt waren, oder weil wir unseren Hochzeitstag in einigermaßen ansprechender Umgebung verbringen wollten, egal! Jedenfalls war es die Kohle wert. Von Vorteil daran war auch, daß wir hier gleich noch einen Trip zu den Victoriafällen für den nächsten Tag buchen konnten. Entgegen unserer ursprünglichen Planung wollten wir uns die Wasserfälle nämlich von der zimbabwischen Seite und nicht von Sambia aus ansehen. Wie auch immer wäre es aber Blödsinn gewesen, das mit dem eigenen Auto zu machen. Dazu muß es extra für einen Tag ein- und wieder ausgeführt werden. Das Visum für Zimbabwe hat für uns Beide schon mit je 30 US$ zu Buche geschlagen, da brauchen wir nicht auch noch ein eigenes Auto dabei haben. Am nächsten Tag hieß es also pünktlich aufstehen, denn kurz vor 9:00 Uhr ging die Fahrt da kann man sich gar nicht dran satt sehennach Victoria Falls los. Auch hier war der Grenzübertritt ein Kinderspiel. Unser Fahrer hatte schon das Einreiseformular mitgebracht, so daß wir nach ca. 20 Minuten schon in Zimbabwe standen. Dort holte uns ein anderer Fahrer ab, der mit uns die Tour zu den Wasserfällen machte. Was soll man nun dazu sagen? Großartig, gigantisch, toll? Ich glaube das richtige Adjektiv dafür ist schwer zu finden, man muß es einfach erlebt haben. Allein die Gischt, die rings um die Fälle hochspritzt, ist der Wahnsinn. Entsprechend gut geduscht waren wir nach der Tour auch – trotz Regenponcho, den wir uns übergezogen hatten. Das Schwierigste dabei war, die KameraHandtasche im Miniformat einigermaßen trocken zu halten. Am Nachmittag ging es dann zurück nach Botsuana, allerdings mir einem kurzen Zwischenstop auf einer Krokodilfarm. Was wir vor zwei Tagen am Okavango nur aus der Ferne sehen konnten, lag hier nur ein paar Meter von uns entfernt. Aber eigentlich wollten wir uns ja keine Tiere in Gefangenschaft ansehen, sondern in freier Wildbahn. Alles andere können wir ja auch in Deutschland haben. So ging es dann wieder zurück nach Kasane, von wo aus wir am nächsten Tag in Richtung Maun aufbrechen wollten.

21.01.14 Kasane – Maun

Daß die Strecke nach Maun etwas heftiger werden würde, war uns klar. Soviel hatte ich schon aus einem Forum herausgelesen. Aber wie genau sie beschaffen war, wußten wir natürlich nicht. “A little bit sandy” war überall nur zu hören, wo wir nachfragten. Da die Regenfälle in der letzten Zeit aber eher spärlich ausgefallen waren, sind wir guter Dinge aufgebrochen. Zurück bis Ngoma war eh Asphalt, danach würde es sich schon zeigen. Auch die nächsten 25 Kilometer, die laut Karte schon Piste hätten sein müssen, waren noch asphaltiert. Aber irgendwann war es dann soweit, wir sahen das Schild “Asphalt zu Ende” – die waren uns noch aus Südamerika in “guter Erinnerung”! Hier in Afrika hatten wir sie eigentlich noch nicht gesehen. Zuerst sah es auch so aus, als wenn es sich um eine Schotterpiste handeln würde. Also den Luftdruck auf knapp 2,0 bar absenken und weiter geht´s. Aber das mit dem Schotter war schnell vorbei. Sand! Ich liebe Sand!!! …und das Ganze auch noch einspurig. Eine schöne sandige Piste von knapp 3 m Breite führte uns von nun an durch den Busch. Und wenn man denkt “hier kommt einem ja sowieso keiner entgegen…“ …weit gefehlt. Wir hatten gerade die ersten Kilometer auf Sand hinter uns, da kamen uns zwei Landrover entgegen. Wer weicht nun auf den ca. 30 cm höher gelegenen “Seitenstreifen” aus, der eigentlich gar nicht da ist? Da wir aber leicht bergauf fuhren, haben die beiden Landie´s mir die Mühe abgenommen und ich konnte weiter am Gas .bleiben. Daß der Luftdruck für diesen Untergrund noch zu hoch war, war mir klar. Aber erst mal eine geeignete Stelle zum Anhalten finden. Die ergab sich dann allerdings von selbst. Auf der Strecke lag ein Cache versteckt, den man nicht übersehen konnte. Ein alter Gräder stand halb zugewachsen am Rand – dort sollte eine Dose versteckt sein. Also runter von der Strecke und rauf auf´s Gras. Jetzt erst mal schnell den Cache loggen und dann den Luftdruck bis auf 1,5 bar runter. Das sollte hoffentlich erst mal reichen. Meine Sanderfahrungen mit Autos waren bis dahin gleich null. Ich weiß zwar, daß auch 1,0 bar möglich sind, das war mir aber erst mal zu riskant. Es ließ sich auch ganz gut an. Der Toyota wühlte sich ganz tapfer durch, trotz der eher ungeeigneten Straßenreifen, die er aufgezogen hat. Nur an wenigen Stellen mußte ich bis in den ersten Gang runter. Da wurde uns dann aber jedes Mal schon etwas mulmig und ich mußte unweigerlich an den Spaten und die Sandrollen im Kofferraum denken. 😉 Unser heutiges Tagesziel sollte eigentlich mitten im Naturpark, im  sogenannten “Elephant Camp Savuti” liegen. Als wir dort nach 70 km Piste endlich angekommen waren, schockte uns der Campleiter erst mal mit den Preisen. Sagenhafte 50 US$ wollte der für die Übernachtung haben – pro Person, versteht sich! Ich glaub, die spinnen, die Botsuaner! Die größte Frechheit daran war, daß Einheimische nur etwa ein Viertel von dem zahlen brauchten. Aber das kannten wir ja schon aus andern Ländern. Also kurz auf die Uhr gesehen und überschlagen, wie lange wir aus dem Park raus brauchten. Es lagen nun nochmal 70 km Piste vor uns. Daß diese noch schlechter als die ersten waren, konnten wir ja zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen. Die Strecke war jetzt nicht nur sandig, nein, fiese Bodenwellen kamen auch noch dazu. Das heißt im Klartext: fährtst Du zu langsam, gräbst Du Dich ein, fährst Du zu schnell, springt die Karre wie ein Ziegenbock umher. Aber anscheinend haben wir den goldenen Mittelweg gefunden. Die Geräusche, die der Hilux dabei manchmal gemacht hat, waren zwar nicht so toll, aber er hat alles unversehrt überstanden. Trotzdem möchte ich keinem empfehlen diese Strecke mit einem Mietwagen zu fahren und schon gar nicht allein. Auf den ganzen 140 km Piste kam uns, außer den beiden Landie`s gleich zu Beginn, nur noch ein Wagen ganz zum Ende der Strecke entgegen. Wir hatten sicher auch mit den Pistenverhältnissen großes Glück. Trotz der relativen Trockenheit waren nur ca. 100 Matschlöcher unterwegs zu umfahren bzw. zu durchfahren. Wenn es hier etwas mehr regnet, braucht man sicher eine gehörige Portion mehr Erfahrung oder Glück oder Beides. Als wir dann endlich aus dem Naturpark raus waren, haben wir noch zwei Lodges angesteuert, die aber eher nicht auf Camping ausgelegt waren. Da die Dämmerung schon langsam einsetzte, haben wir wohl oder übel ein “festes Zelt” zu einem unverschämten Preis nehmen müssen. Wild campen ist in dieser Gegend eher nicht zu empfehlen. Neben reichlich Elefanten und anderem Getier neben der Strecke, hatten wir unterwegs zweimal welche direkt vor uns. Einmal davon auf enger Piste, wo ausweichen oder zurücksetzen nicht möglich gewesen wäre. Aber die Dickhäuter waren alle friedlich und sind nach ein paar Minuten immer weiter gezogen. Jedenfalls ist eine Unterkunft in einem Camp schon eher zu empfehlen, auch wenn da kein Schutz oder ähnliches wirklich vorhanden ist. Warum unser Zelt so teuer war, haben wir übrigens erst am nächsten Morgen erfahren. Man zahlt hier nicht für die Unterkunft, sondern für das unvergessliche Erlebnis, daß beim Frühstück eine Elefantenherde ca. 20-30 m vor Deinem Zelt durchzieht und ebenfalls frühstückt. Na ja, das ist zwar ein kleiner Trost, aber die Botsuaner lassen sich ihren Tourismus – zumindest in der Nähe von Naturparks – schon fürstlich bezahlen.

25.01.14 Maun – Krüger Nationalpark

Von Maun aus ging es geradewegs in Richtung Südafrika. Allerdings haben wir vorher unserem Hilux noch eine Wäsche gegönnt – “handmade” versteht sich. Nachdem wir endlich eine “Waschanlage” gefunden hatten, wo auch gearbeitet wurde, ging´s nach kurzer Preisverhandlung los. Vier Mitarbeiter des Waschsalons haben sich eine halbe Stunde lang redlich bemüht, den Dreck der letzten Pistenfahrt wieder zu entfernen. Was dabei als mittlerer Stundenlohn für jeden rausgekommen ist, schreibe ich hier lieber nicht. Vielleicht ließt ja irgendein botsuanischer Gewerkschaftler mit 😉 Der Grenzübergang bei Martin´s Drift war unser näheres Ziel. Allerdings entpuppte sich die Fahrt durch Botsuana als recht eintönig. Die Landschaft hatte nichts großartiges mehr zu bieten, es ging hunderte Kilometer einfach nur geradeaus. Auch die Übernachtungsmöglichkeiten waren nicht mehr so, wie noch in Namibia. Die letzte Nacht, die wir noch in Botsuana verbringen wollten, haben wir uns dann doch noch rüber nach Südafrika gemacht, da das, was wir als Campsite vorfanden, einfach nur Schrott war. Kaum in Südafrika angekommen glaubt man sich in einer anderen Welt. Alles sieht etwas gepflegter aus, die Straßen haben doch ein etwas anderes Niveau und noch so einiges mehr. Allerdings sind die Campsites hier nicht so dicht gesät, wie wir es uns wünschen würden. Einmal haben wir sogar in einer Art Holiday Park gecampt. Da das sehr auf familientauglich ausgelegt war und noch dazu Wochenende war, hatten wir am nächsten Morgen eine doch recht schlaflose Nacht hinter uns. Dabei muß noch erwähnt werden, daß alle Südafrikaner es lieben, einen Braai zu machen. Das ist mit dem Grillen bei uns Deutschen zu vergleichen. Allerdings wird hier nicht Holzkohle verwendet, sondern richtiges Holz. Dementsprechend ist auch die Rauchentwicklung auf den Zeltplätzen. Also gleich weiter in Richtung Krügerpark zum Viecher gucken. Einiges hatten wir ja inzwischen schon vor die Linse bekommen, mal sehen, was hier noch dazu kommt. Der Krügerpark ist eigentlich landschaftlich schöner als Etosha, d.h., es wächst mehr an Büschen und Bäumen. Das hat aber auch den Nachteil, daß man die Viecher noch schlechter zu sehen bekommt. So hat sich uns, außer einer recht großen Büffelherde, nicht viel neues an Getier zu unserer Liste dazu gesellt. Natürlich gab es wieder reichlich Elefanten, Giraffen und jede Menge Antilopen, usw. Inzwischen sind wir aber schon soweit, daß wir beim Anblick von einer Zebraherde sagen “…ja schön, Zebras halt!” 🙂 Nach einer Übernachtung in einem der Camps innerhalb des Parks ging es dann am nächsten Tag rund 200 km in mehr oder weniger Schleichfahrt durch den Park. Erlaubt sind hier maximal 50 km/h, die sollte man auch nicht zu sehr überschreiten, denn die Ranger achten schon einigermaßen auf das, was hier vorgeht. Da es an diesem Tag aber auch noch mehr regnete, als daß es trocken blieb, war die Tierbeobachtung doch recht eingeschränkt. Na ja, nach drei Wochen darf es auch mal regnen, schließlich ist ja Regenzeit hier unten.

31.01.14 Krüger Nationalpark – Swaziland – St. Lucia

Nach einer Übernachtung im Park sind wir also am nächsten Tag wieder raus. Ein Schnäppchen war das übrigens nicht gerade. Die Übernachtung dort geht zwar in Ordnung, aber im Gegensatz zum Etosha Park wird man hier mit über 30 € pro Tag noch mal extra zur Kasse gebeten. Da wir wieder mal keinen Zeltplatz in der Nähe ausmachen konnten und das Wetter auch nicht so toll war, haben wir in Mbombela, dem früheren Nelspruit, ein Guesthaus gefunden. Mit den Städtenamen ist das übrigens so eine Sache hier. Mit dem Ende der Apartheid wurden hier viele Städte umbenannt, mit der Folge, daß für ein und dieselbe Stadt nun oftmals zwei Namen parallel existieren. Im Navi muß ich so erst mal testen, welcher Name dort gespeichert ist. Auf dem Weg zur Küste, die wir als nächstes ansteuern wollten, lag noch das Königreich Swaziland. Also, da auch noch mal eben reingeschaut. Jetzt war nach drei Wochen schon das fünfte Land in unseren Pässen vermerkt. Allerdings ist in Swaziland nicht unbedingt was los. Außer endlosen Zuckerrohrfeldern und reichlich schiefen Strommasten gibt es hier nicht so richtig was zu sehen. Ach ja, an den Straßen merkt man vielleicht, daß man nicht mehr in Südafrika ist. Die sind hier nicht so toll. Bei unserer Fahrt haben wir gleich das volle Programm mitbekommen. Eine Regenfront, daß der Scheibenwischer es in Stufe 2 fast nicht geschafft hat und dazu eine ca. 40 km lange Schlaglochstrecke, die mehr in Schlangenlinie als geradeaus befahren werden mußte. So eine Piste hat es nicht mal in der DDR gegeben, und das will schon was heißen. Jetzt sollte es also an den indischen Ozean gehen, in der Hoffnung, daß es an der Küste etwas kühler und erträglicher ist. Wenn wir hier von den Temperaturen in Deutschland lesen, dann ist es zwar ganz schön, so ein Wetter zu haben, aber jeden Tag 30 Grad + x kann auf Dauer auch ganz schön schlauchen. Auf jeden Fall ist es hier auch nicht kühler, außer man ist direkt am Strand. Außerdem kommt noch hinzu, daß die Luftfeuchtigkeit hier extrem hoch ist. Bei der kleinsten Anstrengung läuft einem das Wasser den Rücken runter. Mit campen war es hier in St. Lucia übrigens auch wieder nichts. Dafür haben wir aber eine komplett eingerichtete Ferienwohnung zum schmalen Kurs gefunden – auch nicht schlecht. hier werden wir erst mal ein paar Tage ausspannen und Urlaub vom Urlaub machen 😉

03.02.14 St. Lucia – Ballito – Underberg – Lesotho

Von St. Lucia aus wollten wir uns eigentlich immer an der Küste entlang schleichen und überall, wo es uns gefällt, einen Stop einlegen. So war der Plan. Aber schon unser nächstes Ziel, Richards Bay, erwies sich als totaler Flop. Eine Hafen- und Industriestadt – hier gab´s für uns nur eins, nämlich durchstarten! An der Küste entlang, wie man das vielleicht aus Frankreich oder Italien kennt, ging allerdings auch nicht. Es gibt nämlich keine richtige Küstenstraße, sondern nur eine Landstraße und einen Highway, die in einigen Kilometern Entfernung zur Küste entlanglaufen. Ersteres geht gar nicht zu fahren, da alle paar hundert Meter sogenannte Speed Humps auf der Straße sind, da wird man immer wieder schön ausgebremst. Also blieb uns nur die Wahl der Autobahn. 😦 Da muß man dann natürlich genau wissen, wo man runter will  bzw. an welchen Strandort man will. Aber dank unserem Reiseführer hatten wir schon beim zweiten Versuch Glück und haben in Ballito einen ganz guten Campingplatz nahe am Strand gefunden. Dort haben wir dann erst mal zwei Tage relaxt 🙂 Der Platz war auch schön ruhig – bis auf zwei ibisähnliche Vogelviecher. Die haben mehr Krach gemacht als ein ganzer Schwarm Krähen. Da wir nun von Strand und Meer erst mal genug hatten, ging es von hier aus ins Gebirge, genauer gesagt, in Richtung Lesotho. Dieses sogenannte “Königreich in den Wolken” wollten wir auf unserem Afrikatrip nicht versäumen. Auf dem Weg dorthin kamen wir noch durch Howick, wo ein Wasserfall zu sehen war. Aber wer die Vicfalls eben erst gesehen hat, für den ist so ein herkömmlicher Wasserfall eher ein kleines Bächlein.  😉 Da es hier auch nichts vernünftiges an Unterkünften gab, sind wir  noch weiter bis nach Underberg. Von hier aus sollte es dann am nächsten Tag Richtung Lesotho gehen. Leider ist uns das Wetter seit unserer Abfahrt von der Küste nicht mehr so wohl gesonnen. Waren bis dahin immer nur ein paar Wolken oder mal ein paar Tropfen gegen Nachmittag aufgetaucht, so entwickelte sich das jetzt zum richtigen Regen. An Camping war also nicht mehr zu denken, was aber auch nicht so schlimm war, denn Campsites gibt es in dieser Gegend eh nicht so reichlich. Inzwischen hatten wir den 03.02. und da ich mir für Gina´s Geburtstag wieder ein besonders schönes Geschenk ausgedacht habe, ging es heute über den Sani Pass in Richtung Lesotho. Dieser ist natürlich offroad zu befahren und per Verordnung nur mit einem 4*4 ausgerüsteten Fahrzeug erlaubt. Daß es dann gleich der drittsteilste Paß der Welt und der höchste Paß in Südafrika sein würde, war eher Zufall. Da ich aber ungern was dem Zufall überlasse, haben wir uns am Morgen der Abfahrt noch bei zwei örtlichen Guides nach dem Zustand des Passes erkundigt. Da es ja zuvor geregnet hatte, schien uns das sicherer. Ihre einhellige Meinung war “No  problem, you can drive it quiet well!” Allerdings fahren die Jungs die Strecke ein paar mal die Woche mit Touristen und auch Ihre Geländewagen sind etwas stärker motorisiert, als unser Hilux. Na ja, das Wetter war heute morgen trocken, also los! Schließlich war das ja nicht der erste Schotterpaß, den ich gefahren bin. Allerdings der erste mit einem Geländewagen. 🙂 20 Kilometer vor dem Paß war der Asphalt dann zu Ende und es ging auf Schotter weiter. Also den Allradantrieb eingelegt und weiter. Schon nach kurzer Zeit kam noch mal ein großes Hinweisschild, auf dem vermerkt war, daß dieser Paß nur mit Allradfahrzeugen befahren werden darf – ja ja, das wußten wir ja nun schon! Also weiter. Ein kurzes Stück später ging es dann zum ersten mal ans Eingemachte. Ein kurzer steiler Anstieg von ca. 30 m  -aber so richtig schön schlammig. Zu unserer beider Überraschung zog der Toyota davon unbeeindruckt seine Spur schnurgerade durch den Matsch. Danach ging es erst mal mehr oder weniger holperig weiter bergauf. Ungefähr 7 Kilometer vor der Paßhöhe kam der südafrikanische Grenzposten. Also Pässe raus, Stempel rein, weiter geht´s! Unterwegs lag auch noch ein Cache versteckt – der mußte natürlich auch noch geloggt werden. Inzwischen waren wir so hoch, daß es mit der Sicht stellenweise schlechter, sprich nebliger wurde. Aber von den ca. 1.300 Höhenmetern, die wir vor uns hatten, waren schon gut zwei Drittel geschafft. Sollte das alles sein, was der Paß zu bieten hatte? Das hätte ich mich wohl lieber nicht fragen sollen. Kurz nachdem wir den Cache gefunden hatten, ging der letzte Anstieg los. Ich hab ja schon einige Schotterpässe mit dem Motorrad gefahren, aber so enge, steile und vor allem holperige Serpentinen habe ich noch nicht erlebt! Meine Fresse!!! Jetzt ging wirklich nur noch der erste Gang und hoffen, daß der Hilux in einem Zug um die Kehren kommt. Zum Glück kam uns auf diesem Stück kein anderes Fahrzeug entgegen und so konnten wir nach ein paar Minuten, die uns endlos vorkamen, endlich die Paßhöhe erreichen. Ich glaube, wenn unser Autovermieter wüßte, wo wir seinen Wagen langscheuchen, wäre sofort ein saftiger Aufpreis fällig. 😉 Aber wieder mal ist alles gut gegangen, die Reifen sind heil geblieben und der Motor hat die Quälerei überstanden. Daß wir auf der Paßhöhe mit 2.865 müNN noch nicht am höchsten Punkt unserer Reise angekommen waren, wußten wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Bevor wir aber in Afrika´s höchsten Pub einkehren konnten, der ist nämlich hier oben, war erst mal die Grenzkontrolle in Lesotho fällig. Ich glaube, so ein abgefucktes Grenzhäuschen habe ich noch nie gesehen. Aber auch da gab´s die gewünschten Stempel und nachdem noch 30 Rand für unser Auto gezahlt wurden, durften wir offiziell einreisen. Daß Lesotho zu den ärmsten Ländern dieser Erde zählt, konnten wir schon wenige Kilometer weiter sehen. Unter welch harten Bedingungen die Menschen hier “oben” leben, ist für mitteleuropäische Verhältnisse wohl nur schwer vorstellbar. Im weiteren Verlauf unserer Fahrt durch Lesotho stiegen wir noch weiter auf 3.250 müNN hoch. Dabei ging es größtenteils ziemlich ruppig zu Sache. Man könnte meinen, ganz Lesotho ist eine einzige Baustelle. Besonders die Chinesen sind mit der China Geo Corporation hier schwer am schaffen. Welchen Zweck sie mit dem Ausbau der Paßstraßen verfolgen, konnten wir noch nicht ergründen, aber umsonst machen sie es bestimmt nicht. Da werden aber mal eben ganze Felskuppen abgetragen und vor Ort zu Baumaterial verarbeitet. Ein Wahnsinn, was hier gebaut wird! Eigentlich wollten wir irgendwo auf dem Weg zur Nordgrenze des Landes übernachten.Aber weder das Wetter, das uns pünktlich zum Nachmittag wieder mit Regen beglückte, lud uns zum campen ein, noch die Unterkünfte, die wir auf dem Weg fanden, konnten uns zum Bleiben überreden. Also weiter in Richtung südafrikanische Grenze. Trotz der nur 270 km, die wir heute gefahren sind, haben wir es gerade mit Einbruch der Dämmerung zurück nach Südafrika geschafft. Zum Glück fanden wir unmittelbar hinter der Grenze eine ansprechende Guest Farm, so daß uns eine Weiterfahrt im Dunkeln erspart blieb. Denn das sollte man selbst in Südafrika tunlichst vermeiden. Auch die Beleuchtung unseres Toyotas erinnert mehr an die Lichtanlage eines Trabant de luxe mit Zusatzscheinwerfern. Nachts möchte ich damit wirklich nicht unterwegs sein. Aber wir haben ja wieder mal rechtzeitig die Kurve gekriegt.

07.02.14 Lesotho – Senekal – Addo Elefant Park – Jeffery´s Bay

Für die, die es interessiert, hier noch mal das Höhenprofil unserer Fahrt durch Lesotho. Zwischen Kilometer 20 und 40 ist der Anstieg über den Sani Paß zur Grenze zu sehen. Danach ging es in ganz Lesotho eigentlich nie unter 2.000 Höhenmeter. Das hat man in unserem Hilux auch ständig zu spüren bekommen. Die kleinsten Steigungen waren fast immer im zweiten Gang zu fahren. Von den ohnehin schon dürftigen 100 PS dürften in dieser Höhe nicht mehr allzu viele übrig geblieben sein. Das noch als Hinweis für die, die mal Ahnliches vorhaben. Allerdings begnügt sich unser Auto dafür auch mit rund 10 l Diesel auf 100 km. Das ist dann bei einem Literpreis von umgerechnet 80-90 Eurocent ganz okay. Wieder in Südafrika angekommen, sollte es dann zurück in Richtung Küste gehen. Vorher haben wir aber noch einen Abstecher durch den Golden Gate Park gemacht. Dort türmen sich Sandsteinfelsen auf, die im Sonnenlicht golden schimmern sollen. Leider war von der Sonne in den letzten Tagen nicht mehr viel zu sehen, so daß wir diese Aussage des Reiseführers nicht bestätigen können. Genauer gesagt war, seit wir von der Küste in Ballito weg sind, nur noch Sch….wetter. Ständig bewölkt und immer wieder Regenschauer. Das einzig Gute daran war, daß die Temperaturen einigermaßen erträglich wurden. Allerdings geht einem der graue Himmel irgendwann ganz schön auf die Nerven. Um uns moralisch etwas aufzubauen, haben wir uns dann immer im Internet die Wetterberichte aus Deutschland angesehen. Die weitere Fahrt über Senekal, Bloemfontein bis zum Addo Elefant Park war eher langweilig. Hunderte Kilometer geradeaus, ohne irgendwelche landschaftlichen Highlights. Da wird das Auftauchen einer Schildkröte auf der Straße schon zum Erlebnis, wo man mal wieder anhält und dem armen Viech über die Straße hilft. Der Addo Park ist ein etwas kleinerer Park nördlich von Port Elizabeth gelegen. Hier wollten wir noch mal schauen, ob wir das letzte Tier, das uns bei den Big Five noch fehlt, endlich zu sehen bekommen. Ein Nashorn fehlt uns nämlich noch in unserer “Sammlung”. Bei Nieselregen haben wir uns mangels Alternativen dazu entschlossen unser Dachzelt wieder aufzubauen. Das war auch die richtige Entscheidung, denn seit dem verschwand das Mistwetter und am nächsten Tag war endlich wieder Sonne satt zu sehen. Gestern noch Fleecejacke und lange Hose, heute wieder Temperaturen, daß die Klimaanlage ihre liebe Mühe hat. Ist schon verrückt, dieses Afrika! Da die Flora im Addo Park doch teilweise recht hoch wächst, war es hier noch schwieriger, Tiere zu beobachten, als in den vorangegangen Parks. Alles, was nicht gerade über den Weg läuft, ist im Pflanzendickich sofort verschwunden. Da war es fast ein Wunder, daß ich in einem Seitenweg den Hintern eines Rhinos entdeckt habe. Allerdings war es über 100 Meter entfernt, so daß an ein vernünftiges Foto nicht zu denken war. Schade, aber was soll´s, wir haben eins gesehen. Dafür ist uns aber hier die größte Elefantenherde unserer ganzen Reise begegnet. Über 100 Tiere haben sich an einem Wasserloch versammelt und ihre Schlammpackungen erneuert. Trotz dem wir schon so viele Elefanten gesehen haben, war das noch mal ein besonderes Erlebnis. Nachdem wir ca. 100 km kreuz und quer durch den Park sind, haben wir uns wieder an die Küste begeben. An Port Elizabeth vorbei sind wir im Surferparadies Jeffery´s Bay hängen geblieben. Leider ist hier mit Camping wieder nichts drin, denn trotz gutem Wetter haben die Südafrikaner anscheinend eine andere Auffassung von dem, wie ein Campingplatz auszusehen hat. Was einem hier angeboten wird, spottet meistens jeder Beschreibung. So können wir die Dachzelteinsätze unseres Toyota hier in Südafrika an einer Hand abzählen. Schade eigentlich, aber da war in Namibia besseres campen möglich. Gott sei dank findet sich bis jetzt immer eine passende Unterkunft, wenn auch die Preise dafür stark schwanken. Gerade hier an der Küste gibt es da Unterschiede von mehreren 100 Prozent. So werden wir uns jetzt an der Küste entlang tasten, bis wir in Kapstadt angekommen sind.

15.02.14 Jeffery´s Bay – Plettenberg – Stilbaai – Cape Agulhas – Gordons Bay

In Jeffery´s Bay konnte man die Zeit ganz gut rumkriegen. Morgens den Surfern etwas beim Wellenreiten zusehen, danach kurz Siesta halten, gegen Nachmittag noch mal in den Ozean springen und ansonsten nichts tun. Meistens sind wir mit Letzterem nie ganz fertig geworden, so daß wir am nächsten Tag damit weitermachen mußten. 😉 So haben wir dann hier auch gleich vier Nächte in einem schönen Guesthouse mit Blick auf´s Meer zugebracht. Die Beschreibung des örtlichen Campingplatzes erspare ich mir hier lieber – davon haben die Südafrikaner echt keine Ahnung! Aber irgendwann wird auch Nichtstun langweilig und so sind wir weiter an der Küste entlang bis nach Plettenberg. Hier war es ausnahmsweise mal umgekehrt. Die Stadt war so gebaut, daß ein vernünftiger Zugang zum Meer nicht so einfach möglich war. Da die Stadt sonst nichts zu bieten hatte, haben wir auf einer Campsite am Keuboomsriver mal wieder unser Dachzelt aufgeschlagen. Zum Glück haben wir auf dem recht vollen Platz ein Fleckchen ganz am Ende gefunden, wo es einigermaßen ruhig war. Die nächste Station hieß Stilbaai. Hier luden ein paar Caches in der Gegend dazu ein, wieder mal zwei Nächte zu verbringen. Durch manche dieser kleinen Dosen findet man so doch ein paar lokale Sehenswürdigkeiten, an denen man sonst garantiert vorbei gefahren wäre.  Jetzt näherte sich der südlichste Punkt Afrikas – das Cape Agulhas – mit großen Schritten. Natürlich konnten wir es uns auch nicht verkneifen, die üblichen Tourifotos am Kap zu machen. Dort, wo sich indischer und atlantischer Ozean treffen, geht das Meer ganz schön zur Sache. Trotz des Leuchtturmes, der hier den Schiffen seit 1849 den Weg weisen soll, hat es hier schon einige Dampfer auf Grund gelegt. Die Überreste eines japanischen Schiffes (zumindest haben wir das anhand der Schriftzeichen am Bug vermutet) konnten wir unweit der Küste noch sehen. Die ganze Gegend rum um das Kap ist zum Nationalpark erklärt. Viel zu sehen gibt es dort aber eigentlich nicht. Die Vegetation ist eher spärhoffentlich war es ein Walfängerlich, ein paar Rinder und Strauße werden im Hinterland auf den Farmen gehalten und den ganzen Tag pfeift einem der Wind um die Ohren. Wenn denn mal ein Baum wächst, dann meist schief, in der hauptsächlich vorherrschenden Windrichtung. Jetzt sollte eigentlich nur noch ein Zwischenstop in Hermanus folgen, bevor wir in Kapstadt “einfallen” wollten. Aber – wie so oft auf solchen Reisen – kommt es häufig anders, als man denkt. Auf der Suche nach einer geeigneten Unterkunft haben wir dort so ziemlich alles abgeklappert, was irgendwie nach Guesthouse aussah. Überall hieß es nur “Sorry, we are fully booked!” So was haben wir eigentlich selten erlebt, noch dazu, wo im Moment keine Hochsaison oder Ferienzeit ist. Selbst die Südafrikaner konnten es sich nicht erklären. So mußten wir noch bis Gordon´s Bay weiterfahren, bis wir endlich ein Guesthouse gefunden haben, daß uns noch ein Zimmer geben konnte. Dazwischen lagen rund 100 km und schätzungsweise 50 Unterkünfte, die wir abgeklappert haben. Ich glaube, so was ist uns auf unseren Reisen noch nie passiert. Jetzt können wir in der Ferne schon die Skyline von Kapstadt sehen, den bis dort sind es nur noch 50 Kilometer. Mal sehen, was uns da so erwartet. Mehr davon im nächsten und letzten Bericht unserer Reise.

 

 

21.02.14 Kapstadt

Bis nach Kapstadt war es nun nur noch ein Katzensprung. Entlang der Küste waren wir schon nach fünfzig Kilometern in Fish Hoek angekommen. Dort hatten wir schon bei unserer letzten Reise übernachtet, und da wollten wir es auch dieses mal wieder versuchen. Leider war Joy´s Guesthouse schon voll ausgebucht, so daß wir es woanders versuchen mußten. Aber die Vermieterin konnte sich noch gut an uns erinnern, es hing sogar noch ein Bild von unserem Motorrad an der Pinnwand im Flur. 🙂 Schon beim nächsten Versuch haben wir aber eine vernünftige Unterkunft gefunden – sollte es heute so schnell klappen? Das wäre ja mal Glück. Leider machen aber auch südafrikanische Manager Fehler und so stellte sich am nächsten Tag heraus, daß die gute Frau unser Zimmer doppelt belegt hatte. F…! Da es für uns keine Alternative gab, mußten wir noch mal auf die Suche gehen. Aber dieses mal klappte es mit Hilfe der Touristinfo ganz gut. Bei einer deutsch geführten Lodge in Noordhoek haben wir eine schöne kleine Wohnung bekommen. Die Preisverhandlungen haben zwar eine Weile gedauert, aber letztendlich haben wir uns auf einen fairen Kurs einigen können. Nachmittags ging es dann gleich noch ans Kap der Guten Hoffnung. Eines der üblichen Touristenhighlights, die man hier machen muß. Bloß gut, daß wir die Örtlichkeit schon kannten. Als wir dort ankamen, war es wie auf der Zulassungsstelle. Hunderte von Touris drängten sich um einen Platz vor dem “Cape of Good Hope” – Schild. Fehlte bloß noch der Schalter, wo man Nummern ziehen kann. Aber man kann noch einige andere Sachen hier in Kapstadt machen. Über den “Chapman´s Peak Drive”, eine spektakuläre Küstenstraße, gelangen wir von Noordhoek in die City von Kapstadt. Diese Straße war 2009 gesperrt, so daß wir erst jetzt dazu kommen, sie komplett zu befahren. In der City angekommen, wurden das “Two Ocean`s Aquarium” besichtigt, Autos angeschaut, die wir uns niemals leisten können und einfach ein bißchen rumgeschlendert. Die üblichen Touristenpunkte wie “Signal Hill” und Tafelberg durften natürlich auch nicht fehlen. Wobei wir bei letzterem drei Tage warten mußten, bis das Wetter gut genug war, um dort hoch zu fahren. Aber wenn man schon eine Stunde an der Seilbahn anstehen und über 400  Rand abdrücken muß, dann sollten dort oben auch einigermaßen gute Wetterbedingungen herrschen. Das Schönste bei einer Tour zum Tafelberg sind übrigens die Touris, die meinen, dort oben sei es genauso warm, wie unten in der Stadt. Aber immerhin ist man dort oben über 1.000 m hoch und es pfeift ein ganz schöner Wind. Da sollte man schon einigermaßen gut angezogen sein. Aber die meisten kommen in Flip Flops und kurzer Hose oben an und wundern sich dann, daß es auf einmal so kalt ist. Was haben wir uns amüsiert! Aber auch hier in der Nähe von Noordhoek kann man einiges unternehmen. Wir haben uns bei einer Wanderung am Strand mal das Wrack der “Kakapo” angeschaut, die hier seit dem 25.05.1900 am Strand vor sich hin rostet. Damals war sie, mit Kohle beladen, auf dem Weg von Kapstadt nach Sidney. In einem Sturm ist sie aber auf Grund gelaufen und rostet seit dem hier vor sich hin. Viel ist nicht mehr von ihr übrig geblieben. Auch der beste Stahl hat gegen Wind und Wetter auf Dauer keine Chance. Genau wie der Stahl der Kakapo langsam zerrinnt, so geht auch unsere Reise langsam ihrem Ende entgegen. Noch zwei Tage hier in Kapstadt, dann geht der Flieger in Richtung Heimat. Hoffentlich hat sich der Winter in good old Germany ausgetobt, denn auf kalte Temperaturen haben wir nun wirklich keinen Bock mehr. Vielen Dank an alle Mitleser/-innen und bis bald in der Heimat!

                                              das war……

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Zitat | Dieser Beitrag wurde unter unterwegs auf 4 Rädern veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

16 Antworten zu back to the roots

  1. Anonymous schreibt:

    Hi Gina & Maik !!!!! we want to say you only one thing…….GOOOOOOOD LUCK !!!!!!!!!!!!…….and another…..BE HAPPY !!!!!!!
    Our spirits and heart are with you.
    Be carefull please!!!

    Marisa & Ariel

  2. Hanne schreibt:

    Ich hoffe die 4×4-Variante bleibt eine Ausnahme…..
    Trotzdem eine schöne Zeit und immer schöne Fodos mache….
    VG Hanne

  3. maecces schreibt:

    Hi ihr Zwei,
    ich wünsche Euch eine schöne Zeit da unten und hoffe, daß ihr auch wieder gesund nach Hause kommt. Da ihr ja mit vier Rädern unterwegs seid, brauche ich mir ja dieses mal nicht so die Sorgen machen… 😉
    Also… tschakka – das läuft und habt viel viel Spaß…
    Lieben Gruß ‚aus der Ferne‘ 🙂
    Olli

  4. Elke Winter schreibt:

    Hallo Maik und Regina,
    vielen Dank für die Grüße von Euch aus Namibia.
    Ich habe Euren ersten Text schon gelesen und habe
    Renate und Manfred informiert. Auch viele
    liebe Grüße von den Beiden an Euch.
    Ich wünsche Euch eine gute Zeit und ohne Pannen
    mit dem Auto.
    LG Grüße von Elke

  5. Henning schreibt:

    Hey Ihr Beiden,
    was ist denn los hier???? – wir haben den 09.01 und keine Berichte – wo gibbet es denn so was?
    Unerhört!!
    Trotzdem Euch viel Spass und denkt man an die Daheimgebliebenen und deren Fernreisesehnsucht!
    Henning

    • roadrunnerontour schreibt:

      Hallo Henning! Mit Internet ist das hier nicht so einfach. Haben gerade mal eine Lodge erwischt mit sehr langsamen WLAN. Zum Bilder hochladen wird das wohl nicht reichen. Aber wir bleiben dran. Viele Grüße aus Khowarib von Gina & Maik

  6. Elke Winter schreibt:

    Hallo ihr zwei, einen lieben Gruß
    von Renate und Manfred und die Freude über
    eure Karte war groß. Vielen Dank von den beiden.
    lasst euch nicht von den wilden Tieren anknabbern.
    LG aus Erfurt von Elke und Jürgen

  7. Vic schreibt:

    Hallo Ihr Weltenbummler

    Ich hoffe Ihr habt eine gute Zeit auch auf 4 Räder.

    Warte auf die Fortsetzung

    Beste Grüße Vic

  8. roadrunnerontour schreibt:

    Hallo @All!
    Wir möchten uns – wenn auch etwas spät – für die vielen lieben Reisewünsche via Mail, persönlich, über Whats App und auch hier im Blog bedanken. Uns geht es gut und wir genießen unsere Zeit. Wenn es zur Zeit auch etwas sehr heiß ist mit über 30° täglich… 😉 …aber wenn wir die Temperaturen in Cold Germany so sehen, haben wir doch alles richtig gemacht!!!
    Liebe Grüße senden Gina & Maik aus Saint Lucia in Südafrika

  9. Sushi schreibt:

    Moin Gina,
    herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und alles, alles Gute auf der Reise!!! Wann hast du eigentlich das letzte Mal deinen Ehrentag zuhause gefeiert? 😉

    Moin Maik,
    ich lese eifrig mit! Klasse Bericht!
    Fahrt weiter schön vorsichtig, genießt die Zeit, erlebt weiter Abenteuer und berichtet darüber!!
    Viele Glück weiterhin und bis zum nächsten Stammtisch!!!

    LG aus H,
    Sushi

  10. Gunther Eicke schreibt:

    Hallo Gina,
    alles Gute und Liebe zum Geburtstag und viel Glück auf eurer weiteren Tour. Ich freue mich schon auf eure Reiseerlebnisse und ein Wiedersehen beim AT-Stammtisch im März.
    Günther

  11. roadrunnerontour schreibt:

    Moin Sushi, moin Günther!
    Will mich noch für Eure Geburtstagsgrüße bedanken. 🙂
    War wieder ein toller Trip an diesem Tag, also ein schönes Geschenk von meinem roadrunner! 😉
    LG nach Germany sendet Euch die Gina

  12. Siglinde Heimann schreibt:

    Hallo Gina und Maik, wir grüßen aus der Heimat genau Spremberg. Sind seit 3 Wochen wieder
    in unserer 2. Heimat. Wir hatten noch viele schöne Erlebnisse. Ich verfolge Euren Bericht und bin
    gespannt wie es weiter geht. Beim lesen dachte ich wie klein die Welt ist – Eure holländischen
    Freunde (Epupa Fälle) haben wir in der Etosha getroffen.
    Viele Grüße und Gute Pad von Siglinde und Bernhard (Swakop)

    • roadrunnerontour schreibt:

      Hallo Siglinde, hallo Bernhard!
      Schön, wieder mal von Euch zu hören! Tja, das ist schon witzig, wen man alles in so einem riesigen Land trifft. Wie wir immer sagen, „…die Welt ist ein Dorf!“
      Schön, daß Eure Reise noch gut verlaufen ist. Details könnt Ihr uns ja gern bei Eurem nächsten Besuch in Osterode erzählen 😉
      Bis dahin viele Grüße von
      Gina & Maik

  13. Jörg Drews schreibt:

    moin moin ihr Weltenbummler, kommt gut und gesund Heim! Hier wartet noch immer das Klassentreffen und die nötige Organisation! lach
    lg jörg

  14. Anonymous schreibt:

    Hallo Ihr beide . Gruesse von Thailand .
    Sorry das ich erst jetzt hier reingeschaut habe .. In Jeffries Bay haettet Ihr bei unseren Freunden Paul und Maria unterkommen koenne. Die beiden sind Weltenbummler und Cross Afika Fahren wie kaum jemand anders . da koennen wir alle uns noch 10 Scheiben von abschneiden . Aber das ist zu spaet . In Cape Town versuch mal bei dem Guesthouse der Deutschen Evangelischen Gemeinde unterzukommen . Nicht uebermaessig billi aber schoen . Wir ware 3 Tage dort und habe es genossen.
    Uebrigens: Iht habt da so in etwa unseren naechsten grossen Trip vorwegg enommen . Gut , da habe wir ja jemanden mit first hand experience wo wir Einkuenfte einholen koennen.
    Viel Spass bis zum Rest der Reise und gute Heimkehr
    Juergen und Phaengsri

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