Bis ans Ende der Welt – Vol.3

Da wir letzten Winter mal keine Reise unternommen haben – am Haus lagen einige Renovierungsarbeiten an – wird es dieses Jahr wieder Zeit die Koffer zu packen und dem Winter die kalte Schulter zu zeigen. Lange haben wir überlegt, wo es diesmal hingehen soll. Da wir noch nicht in Australien waren, war das eigentlich mein Favorit. Aber leider konnte ich Gina nicht davon begeistern. Da das Motorrad aber dieses mal wieder das Transportmittel der Wahl sein sollte, war diese Entscheidung vielleicht gar nicht so schlecht. Die Entfernungen dort sind ja nicht gerade die kürzesten. Da wären wieder endlose Tagesetappen angesagt gewesen. Wohin also sonst? Warum also nicht auf Altbewährtes zurückgreifen? Was eigentlich erst für 2017 geplant war, ziehen wir jetzt schon im Winter 2016 vor – Neuseeland. Unser Besuch in 2012 dort war ja ein recht spezieller, und so wollen wir unseren vierten Hochzeitstag nach Möglichkeit wieder am Karekare Wasserfall verbringen. Als wir diese Idee mit unserem Kumpel Bernt besprachen, war seine Antwort nur „…da wollte ich auch schon immer mal hin!“ Na gut, bauen wir eben eine zweite Kiste und bringen zwei KTM’s ans Ende der Welt. 😉

doppelt geschraubt hält besser 😉

Gesagt, getan! Also schnell die fehlenden Bretter bestellt und dann konnte es Mitte Oktober losgehen. Da wir ja schon eine Kiste hatten, war das „kopieren“ recht zügig erledigt. Damit allein war es aber noch nicht getan. Neben ein paar Kleinigkeiten, wie neuem Kettenkit aufziehen oder Reifen wechseln, mußten die Mopeds natürlich wieder penibel geputzt werden. Das kannten wir ja schon vom letzten mal. Einfacher wurde die Sache dadurch aber auch nicht. Enduros putzen ist einfach eine s…. Arbeit. Aber nicht nur die Motorräder müssen picobello sein, die Klamotten, Koffer und alles was dazu gehört sollte möglichst aussehen, wie neu. Die Biosecurity in Neuseeland schaut einfach zu genau hin, was da ins Land kommt. Bei Bernt´s Moped ging das ja noch – die ist ja noch fast neu. Bei meiner fast 10 Jahre alten „Karre“ fällt das „schick machen“ schon etwas schwerer. Ist halt wie im richtigen Leben 🙂

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ohne Mampf kein Kampf!

Aber mit gemeinsamen Kräften und Gina´s toller Verpflegung war das an zwei Wochenenden auch erledigt. Jetzt müssen die Mopeds nur noch in die Kisten gesteckt, das ganze Gepäck dazu gepackt werden und dann kann die Reise schon mal losgehen – zumindest für die Motorräder.

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Familie roadrunner

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das muß doch passen!!!

Die Motorräder in die Kisten zu packen, haben wir auf zwei Tage verteilt. Zuerst haben Gina und ich unser Moped eingepackt.  Da wissen wir inzwischen schon genau, wo jedes Teil hingehört. Mit Hilfe der Werkstatt in der Firma – vielen Dank an dieser Stelle an den Chef – war die ganze Aktion in gut zwei Stunden erledigt. Jetzt fehlte bloß noch Bernt´s Moped. Man darf aber jetzt nicht denken, wenn Zwei das gleiche Moped fahren ist es auch das Gleiche. Weit gefehlt! Allein der Umstand, daß Bernt noch ein Topcase dabei hat, hat Gina und mich beinahe an den Rand des Wahnsinns gebracht. Und das, wo ich bekennender Topcase Hasser bin. Nach dem gefühlten 25sten Versuch, die drei Büchsen irgendwie neben das Motorrad zu stellen, hat es dann, nachdem wir noch die Beifahrerfußraste demontiert hatten, endlich geklappt. Der Rest war dann eigentlich nur noch Routine. Aber viel Platz war da wirklich nicht mehr. Jetzt noch die Wände dran, Deckel drauf, fertig!

27.10.15 point of no return

Ausfahrt Hamburger Hafen

Ausfahrt Hamburger Hafen

Heute war es dann endlich soweit. Die Mopeds fahren schon mal voraus, damit sie rechtzeitig im neuen Jahr in Auckland für uns bereit stehen. Wieder haben wir das timing genau abgepaßt. Bei bestem Sonnenschein ging es die 250km nach Hamburg, wo wir die Kisten im DCP (Dettmer Container Packing) abliefern konnten. Da wir dieses Terminal noch nicht kannten, haben wir uns zwar erst vom Navi etwas in die Irre leiten lassen, aber man braucht bloß einen von den gefühlten tausend Truckern fragen, wo´s lang geht und schon ist man wieder auf dem

bereit zur Abfahrt

bereit zur Abfahrt

richtigen Weg. Nachdem wir dann unsere Papiere hatten, hat es noch ca. eine Stunde gedauert, bis die Staplerfahrer sich unserer Kisten angenommen haben. Aber wir sind nun mal nicht die Einzigen, die in Hamburg was anliefern oder abholen wollen. Ein Wahnsinn, was da jeden Tag umgesetzt wird. Die Jungs mit den Gabelstaplern sind im Dauereinsatz – da wird auch schon mal ein derbes Wort gerufen oder die Hupe als Verständigungsmittel eingesetzt. So vorsichtig, wie ich gestern noch unsere Kisten mit dem Stapler auf die Anhänger gehoben habe, sind die da nicht. Der Härtefall war, als es plötzlich nach verbranntem Holz roch. Da kam ein Stapler mit am Boden schleifender Holzkiste um die Ecke „geschossen“. 20151027_135931Hoffentlich überleben unsere beiden KTM´s die Fahrt. 😉 Aber jetzt ging schon dreimal alles glatt, warum nicht dieses mal auch. Bernt hat die Kamera gar nicht wieder aus der Hand bekommen. Für Ihn war es heute das erste mal, daß sein Moped verschifft wird. Da geht man schon mit gemischten Gefühlen ran, wenn man sieht, wie die Kiste in der Lagerhalle verschwindet. Ist ja auch schließlich keine Kiste mit

man ist das alles aufregend ;-)

man ist das alles aufregend 😉

Bananen, die man auf die Reise schickt. Also wollen wir mal wieder hoffen, daß wir Anfang Januar alles so in Empfang nehmen können, wie wir es heute aufgegeben haben. Bis dahin könnt ihr also noch warten und wer Lust hat, kann uns dann wieder auf unserem Trip durch Neuseeland begleiten.

08.11.15 …und los geht´s

Heute läuft unser Kutter mit den Mopeds aus. Die „Spirit of Hamburg“ verläßt Hamburg

ready to go

ready to go

🙂  in Richtung Auckland – mit vielen Zwischenstops. Das witzige daran ist, daß wir genau dieses Schiff bei unserem letzten Aufenthalt in Neuseeland schon mal gesehen haben. Bei unserem Besuch in Dunedin ist uns der große Dampfer aufgefallen, weil in riesigen Lettern „Hamburd Süd“ auf der Seite stand. Auf sowas achtet man natürlich im Ausland einmal mehr. Das läßt hoffen, daß der Käpt´n den richtigen Weg schon mal kennt und unsere Maschinen pünktlich im neuen Jahr down

die

die „Spirit of Hamburg“

under sind. Dank der modernen Technik läßt sich der Standort des Schiffes zu fast jeder Zeit verfolgen. Wenn man jetzt noch sehen könnte, in welchem Container unsere Kisten sind, wär´s kaum auszuhalten. 🙂

 

 

 

04.01.16 Auckland here we are

36 Stunden und 15 Minuten nachdem wir in Osterode gestartet sind stehen wir nun in Auckland vor unserer Unterkunft. Alles ging soweit glatt, keine Verspätungen oder ähnliche Unwegbarkeiten. Außer, daß  ich am Frankfurter Flughafen positiv auf Sprengstoff getestet wurde, gab es eigentlich keine besonderen Vorkommnisse. Das lag aber wahrscheinlich daran, weil ich noch so geladen war. Denn Senge hatte kurz zuvor das Zugband meines Koffers mit dem Anlasser seines Rasenmähers verwechselt und dieses dabei irreversibel in die ewigen Jagdgründe geschickt. Auch eine sofort eingeleitete Notoperation am offenen Herzen

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OP am Koffer 🙂

des Federmechanismus konnte diesen nicht mehr ins Leben zurückbefördern. 🙂 Naja, richtigen Sprengstoff haben die Beamten dann doch nicht bei mir gefunden und so konnten wir ungehindert den Flieger betreten. Nach kurzem Zwischenstop in Singapur, wo man mal eine Dusche nehmen und sich ein bisschen die Beine vertreten konnte, ging´s dann gleich in den nächsten Flieger. Trotz relativ kurzer Flugzeit für diese Strecke waren wir doch alle ganz schön geschafft und konnten uns hier gerade noch ein paar Stunden auf den Beinen halten, bevor wir schon am frühen Abend totmüde ins Bett gefallen sind. Am nächsten Tag waren wir dann wieder fit genug um gleich mal in der Stadt etwas sightseeing zu

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Weihnachten ist hier noch nicht ganz vorbei

machen. Da heute noch Feiertag in Neuseeland ist – die Kiwis holen nämlich jeden Feiertag, der auf ein Wochenende fällt, am folgenden Werktag nach – konnten wir in Sachen Motorräder noch nicht viel unternehmen. Allerdings haben wir schon mit unserem Agenten hier unten telefoniert, dieser holt uns morgen früh ab, dann geht´s hoffentlich schnell zu den Mopeds, damit wir unsere Reise gen Nordkap fortsetzen können.

07.01.16 Auckland – Russell

Die gute Nachricht ist, wir sind unterwegs. Die schlechte, wir hatten geringfügige

sightseeing in Auckland

sightseeing in Auckland

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da war die Welt noch in Ordnung

Startschwierigkeiten. Aber alles der Reihe nach. Am Dienstagmorgen hat uns unser Agent Graham pünktlich abgeholt, um mit uns ins warehouse zu unseren Mopeds zu fahren. Soweit alles klar, die Kisten waren äußerlich in einigermaßen gutem Zustand, der Inhalt nach einer ersten Inaugenscheinnahme auch. Also frisch ans Werk und die Mopeds zusammengebaut. Mit meiner LC8 ging´s los. Vorderrad rein, Sicherungen gesteckt, Benzinhähne auf, und…. Starter gedrückt…wrommm. Als wenn ich sie gestern erst abgestellt hätte. Danach ging´s an Senge´s Moped. Die gleiche Prozedur, nur das wrommm hat gefehlt. Das heißt, einmal lief sie ganz kurz, danach war Feierabend. Hmmm, also auf Fehlersuche gehen. Darauf, daß es die Batterie ist, sind wir erst gar nicht gekommen, weil mehrere Fremdstartversuche von einem Auto bzw. meinem Moped auch nicht funktioniert haben. Erst als wir die Batterien der Mopeds

auf Fehlersuche

auf Fehlersuche

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beim neuseeländischen TÜV

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ahhh…. das begehrte Pickerl!

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Treffen mit Bruce von der Aucklander Polizei

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über die Harbour Bridge raus aus Auckland

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noch ein letzter Stop vor der skyline von Auckland

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kurz vor Russell …. die ersten Riesenfarne

getauscht haben, und Senge´s Karre mit meiner Batterie lief, war klar, sein Stromspender hat die ewigen Jagdgründe der Akkumulatoren aufgesucht. Aber jetzt ging´s erst richtig los. Googeln, mit unzähligen Motorradhändlern telefonieren, feststellen, daß es in Neuseeland nicht die genau gleiche Batterie gibt, die wir brauchen. Also letzten Endes eine Batterie aus dem Zubehör genommen, die als Ersatz für die LC8 geeignet war. Jetzt erst mal quer durch Auckland fahren, Batterie kaufen, wieder zurück und endlich den neuen Stromspender einbauen. Da diese Batterie etwas weniger Amperestunden hatte, als das Original, waren wir natürlich gespannt, ob es klappt. Aber diesmal schien alles zu funktionieren. Während dieser ca. 4 Stunden hat unser Kumpel Senge gefühlte eine Millionen Flüche abgelassen und schon in Gedanken eine neue Afrika Twin bestellt. Aber jetzt lief das gute Stück wieder und die Welt war erst mal in Ordnung. Unser geplanter Tagesablauf war natürlich total im A…. Wir wollten ja eigentlich noch zum neuseeländischen TÜV um die WOF (warrenty of fitness) zu erledigen und eine Versicherung wollten  wir auch noch für die Mopeds abschließen. Damit wurde es heute natürlich nichts mehr. Da wir aber in unserem Backpacker keine Übernachtung mehr gebucht hatten und dort auch kein Zimmer mehr frei war, mußte sich Gina in der Zwischenzeit erst mal um ein neues Quartier kümmern. Das hat dann gleich mal ihre Englischkenntnisse etwas aufgebessert 😉  Am nächsten Tag konnten wir dann endlich den TÜV nachholen. Dabei gab es aber auch kleine Probleme. Nicht etwa wegen der Motorräder, die waren topfit, die Beamten dort wollten unbedingt unsere Carnet´s für den Import der Mopeds im Original sehen. Diese lagen natürlich sicher bei unserem Agenten im Safe. Also wieder telefonieren, quer durch Auckland fahren, Carnet´s holen, zurück zum TÜV, um dann endlich die begehrte Plakette zu bekommen. Zwischendurch haben wir dann noch Verhandlungen mit einer Versicherung geführt und sind bei der örtlichen Polizeistation vorstellig geworden, da Senge schon von Deutschland aus Kontakt zu seinen Kollegen aufgenommen hatte (wäre mir allein so niemals passiert ). Dort haben wir uns dann noch mit Bruce, einem Auckländer Police Officer, für den Abend verabredet. Dieses Treffen verlief dann auch sehr entspannt (obwohl Bruce eine BMW fährt und auch noch eine Warnweste trägt 😉 😉 😉 konnten wir von ihm einige Informationen und Tips bekommen – sogar eine Einladung zu sich nach Hause steht in einer Woche an. Das wird bestimmt interessant. Jedenfalls war auch dieser Tag voll mit Action, bevor es nun endlich Richtung Nordkap losgehen konnte. Das einzig Gute an diesen beiden Tagen war, daß wir uns durch die viele Gurkerei durch Auckland gut an den Linksverkehr gewöhnen konnten. 🙂  Nachdem wir noch einige kleinere Gepäckoptimierungen vorgenommen haben, konnte es dann heute endlich Richtung Russell, unserer ersten Station, losgehen. Nachdem wir erst mal aus Auckland raus waren, wurde das Fahren dann auch etwas entspannter und die ersten Kurvenstrecken kamen auch endlich in Sicht. Mein schwerer Brocken läßt sich dabei sogar einigermaßen gut bewegen. Die Optimierung des Federbeins letzten Herbst war sicher keine Geldverschwendung, so das wir mit unserer knappen halben Tonne Kampfgewicht einigermaßen flott um´s Eck kommen. Trotzdem findet das Ganze bei mir eher auf Cruiserniveau, denn auf sportlicher Basis statt. Ist aber auch gut so, denn wir wollen ja reisen und was von der Landschaft sehen. In Russell sind wir jetzt erst mal auf einem Campingplatz untergekommen, den wir schon von unserer letzten Reise kannten. Da fühlt man sich doch gleich wie zuhause…;-)

10.01.16 Russel-Cape Reinga

Unser Aufenthalt in Russell sollte gleich mal zum Härtetest für unsere

kurz vor dem großen Regen

kurz vor dem großen Regen

Campingausrüstung werden. Gleich in der Nacht nach unserer Ankunft fing es ordentlich an zu regnen, und  es hörte auch bis zum Abend des darauffolgenden Tages nicht mehr auf. Da sollte sich zeigen, ob unsere Zelte dem Dauerregen standhalten oder nicht. Aber bis auf die Tatsache, daß alles ziemlich klamm war, waren keine größeren Schäden zu beklagen. Am nächsten Tag waren die Wetteraussichten wieder besser, so daß wir mit den Mopeds mal die Bay of Islands erkunden konnten. Allerdings hat uns auch auf dieser Tour noch ein heftiger Regenschauer erwischt… die Motorradklamotten sollten anscheinend auch noch mal auf Wasserdichtheit geprüft werden. 🙂 Jetzt kann es damit aber auch genug sein. Unser Wasserbedarf von oben ist für´s erste gedeckt. Heute ging es

das einfache Camperleben halt... ;-)

das einfache Camperleben halt… 😉

dann weiter Richtung Cape Reinga. Gina meint zwar immer noch, die Kiwis haben sich da verschrieben und es müßte eigentlich Cape Regina heißen, aber das ist auch egal. Bei bestem Wetter kamen wir hier oben an, so daß nach dem Zeltaufbau erst mal ein kurzer Sprung in den Pazifik angesagt war. So läßt sich´s aushalten. Anschließend noch die Benzinkocher angeworfen, lecker Pasta zubereitet, danach ein Kaffee zum Abschluß, was will man mehr. Leider waren wir hier oben nicht ganz allein. Das gute Wetter hat anscheinend auch andere Touris bzw. Kiwis hier her gelockt. Trotzdem haben wir einen schönen Platz für unsere Zelte direkt am Pazifik gefunden. Heute Nacht werden wir wohl nur das Meeresrauschen und das Schnarchen aus Senge´s Zelt hören. 😉

am nördlichsten Punkt Neuseelands

am nördlichsten Punkt Neuseelands

Ansonsten merkt man schon, daß man hier so ziemlich am Ende der Welt angekommen ist. Handyempfang oder gar Internet kann man sich voll abschminken. Sprit für die Motorräder gibt´s auch nur noch mit 91 Oktan. Wasser auf dem campground sollte man nur abgekocht genießen. Aber schön war´s hier trotzdem. Am Morgen wurde dann noch der obligatorische Fotostop am Leuchtturm eingelegt, bevor es jetzt zum südlichsten Punkt Neuseelands geht.

15.01.16 Cape Reinga-Dargaville-Piha-Whitianga

Auf unserer Fahrt Richtung Süden lag als erster Zwischenstop der “90 Mile Beach” auf dem Programm. Ein paar Kilometer von der Hauptstraße weg und schon ist man auf dieser “öffentlichen” Verkehrsstrecke. Wir haben dort zwar  keine Kilometer zurückgelegt, das macht mit den voll beladenen Mopeds nicht wirklich Spaß, aber ein kurzer Fotostop sollte schon drin sein. Von hier aus ging es dann weiter Richtung Dargaville. Dort kannten wir einen schönen Campingplatz, auf dem wir schon bei unserer ersten Reise waren. Die letzten 50 km dorthin ging es über Gravelroads, die uns und die Motorräder erst mal richtig eingepudert haben. Beim Tankstop, den wir noch kurz zuvor eingelegt hatten, warnte uns noch ein älterer Herr “watch for the Logging trucks!” …Achtet auf die Holzlaster! Diesen Rat sollte man hier durchaus ernst nehmen. Da wir uns hier in einer Gegend befanden, in der die Holzindustrie sehr umtriebig ist,

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das nächste mal lieber ohne Gepäck

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…kein Spruch über diesen genialen Sonnenschutz!!! 🙂

fahren auch etliche von diesen Lkw´s auf eben diesen Gravelroads. Es stehen auch überall Warnschilder, die auf diese Monster hinweisen, denn wenn einem so ein Lkw entgegen kommt, geht es garantiert nicht nach Vorfahrt, sondern nach Kampfgewicht. Aber bei uns ging alles gut, nur ein Pickup hätte uns fast von der Piste gefegt, weil er in einer Kurve unsere Seite geschnitten hat. Von hier aus ging es nun weiter nach Piha, ein klitzekleiner Ort, den wir eigentlich wegen seines Campingplatzes und der Nähe zu den Karekare Wasserfällen ausgesucht hatten. Diese wollten Gina und ich natürlich unbedingt nochmal besuchen, nahm das Schicksal hier doch vor fast genau vier Jahren seinen Lauf. 😉 So haben wir dann am nächsten Tag die Gegend um die Wasserfälle noch etwas ausgiebiger unter die Lupe

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Höhenbegrenzung mal anders

genommen. Auch die Cacherei kam mal wieder zu ihrem Recht und wir konnten noch einen schönen Aussichtspunkt oberhalb des Strandes ausfindig machen. Jetzt wurde es aber Zeit, der Einladung unseres neuen Freundes Bruce zu folgen. Dieser hatte uns ja in Auckland gefragt, ob wir ihn nicht in seinem Ferienhaus auf der Coromandel Halbinsel besuchen wollen. Das konnten wir natürlich nicht ablehnen. 😉  Was uns hier allerdings erwartete, war uns damals nicht so richtig klar. So ziemlich auf dem höchsten Punkt von Whitianga hat Bruce hier ein nettes Häuschen stehen, von dessen Terrasse man einen phantastischen Blick auf die Mercury Bay hat. Da Bruce leider am

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Blick von unserem neuen Quartier

nächsten Tag schon wieder früh arbeiten mußte, hat er uns dann am Abend einfach seinen Hausschlüssel in die Hand gedrückt und gesagt “…bleibt einfach, so lange ihr wollt und genießt eure Zeit!” wir waren einfach sprachlos über soviel Gastfreundlichkeit. Da war wieder einer der Gründe, der uns an Neuseeland so fasziniert hat. Die Leute hier sind einfach sowas von cool drauf, das findet man in Europa oder gar in Deutschland eher selten. Jetzt genießen wir aber erst mal wirklich die tolle Unterkunft und machen die Coromandel Halbinsel mit den Mopeds unsicher…

22.01.16 Whitianga-Fletcher Bay-Waihi Beach-Rotorua

Nachdem wir die Gastfreundschaft von Bruce lange genug strapaziert hatten, sind wir bis

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Bikertreff in Coromandel

an die Nordspitze der Coromandel Halbinsel weitergezogen. Eigentlich wollten wir ja schon etwas eher starten, aber das Wetter hat uns dann doch noch einen  Strich durch die Rechnung gemacht. In der Nacht ging über Whitianga so ein Unwetter runter, daß wir froh waren ein festes Dach über dem Kopf zu haben. Man muß eben auch mal Glück haben. 😉 In der Fletcher Bay erwartete uns nach 100km, von denen 30km kurvige gravelroad waren, ein DOC Campingplatz. Diese äußerst spartanisch ausgestatteten Plätze haben den Vorteil, daß sie landschaftlich meist sehr

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das könnte uns auch gefallen 🙂

schön gelegen und nur gering frequentiert sind, dafür aber nur mit dem nötigsten ausgestattet sind. Für die 10$, die man hier pro Nase und Nacht abdrücken muß, gibt´s außer kalten Duschen und einem Plumsklo nichts außer grandioser Landschaft. Da die Landschaft dort oben aber so toll war, sind wir gleich mal zwei Tage geblieben. Blöd nur, daß wir nur Lebensmittel für einen Tag mitgenommen hatten. Also noch mal 35km gravelroad hin- und zurück um zum nächsten Lebensmittelladen zu kommen. Aber hier ist einfach der

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auf dem Weg zur Fletcher Bay

Weg das Ziel. Am nächsten Tag ging´s dann noch mal auf Wandertour. Der Coromandel walkway führt immer an der Küste entlang und ist einfach nur grandios zu laufen. Eine tolle Aussicht jagt die nächste. Nachdem ich die ca. 13-14km hinter mir hatte, half nur noch ein Sprung in den Pazifik um Linderung zu bekommen  🙂 Während ich mir die Füße heiß gelaufen habe, hat sich unser Senge mal wieder mit seinem Moped beschäftigt. Dieses hat wieder etwas Zicken gemacht. Zum Glück konnte er den Fehler schnell finden. Die Batteriekabel, die wir neulich erst angezogen hatten, hatten sich beide gelockert. Dementsprechend lief die Karre auch. Kleine Ursache – große Wirkung. Aber jetzt scheint

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und sie läuft und Läuft und läuft

erst mal wieder alles in Ordnung zu sein. Auch meine alte Karre läuft und läuft und läuft. Kurz vor der Bay standen doch 111.111 km auf dem Tacho. Von jetzt an sollte es erst mal weiter Richtung Süden gehen. Über die westliche Küstenstraße der Coromandel ging es weiter bis Waihi Beach. Auf dieser Strecke sind so viele Kurven, da wird einem richtig schwindelig beim fahren. Schade nur, daß unsere Dampfer so schwer beladen sind, das wäre ein Spaß ohne Gepäck… Mit Waihi Beach haben wir uns leider etwas vertan.

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in der Fletcher Bay

Der Campingplatz war sehr klein, und da das Wochenende anstand natürlich auch dementsprechend voll. Also nur ein kurzer Zwischenstop, bevor es am nächsten Tag weiter Richtung Rotorua, ins Land der heißen Quellen ging. Auf dem  Weg dahin lag Matamata, einer der Drehorte vom “Herr der Ringe”. Allerdings nehmen die Kiwis unverschämte 79$ um die paar bunten Türen  von Hobbiton zu besichtigen. Das war es uns dann doch nicht wert und so mußte Gollum für ein Foto herhalten, der in der Touristinfo so rumstand. Man muß sich hier wirklich genau überlegen, für welche Sehenswürdigkeit man die Dollar ausgibt, denn außer Benzin und Diesel ist eigentlich nichts in Neuseeland billig. Dieses gibt es hier

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auf dem Coromandel walkway

schon für 1,10€ bzw 50ct pro Liter. Dementsprechend verhalten sich die Neuseeländer übrigens auch mit Ihren Autos. Während bei uns die Autos mit Start-/ Stopautomatik fahren um jeden Tropfen des kostbaren Naß zu sparen, läuft hier der Diesel munter weiter, selbst wenn mal zwischendurch ausgestiegen wird. Aber das kannten wir ja schon von unserer letzten Reise. Ab morgen wollen wir dann mal sehen, in welchen heißen Quellen wir unsere müden Knochen wieder beleben können…. 😉

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zu Besuch bei Gollum

 

28.01.16 Rotorua-Taupo-New Plymouth-Upper Hut

Statt heißer Quellen war dieses mal eher kühler See angesagt. Bei Temperaturen von

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Pizzabringdienst am Lake Rotorua

25-30 Grad den ganzen Tag über, hatten wir nicht wirklich Lust, uns noch in eine heiße Thermalquelle zu legen. Also lieber Schatten suchen und im nahegelegenen Blue Lake ein kühles Bad nehmen. Da Bernt die Gegend mit den heißen Quellen noch nicht kannte, hat er sich auf´s Moped geschwungen und im Hells Gate blubbernde Schlammlöcher und dampfende Erde angeschaut. Die nächste Station war der Lake Taupo. Auch hier dreht sich alles um Geothermie und Wasser im weitesten Sinne. Da die Tour heute nicht sehr weit war, konnten wir uns nach unserer Ankunft noch an den Huka Fällen ein paar

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Action für die Schönen und Reichen

Jet Boote anschauen, die hier die Touri´s für teuer Geld bis kurz vor den Wasserfall fahren. Da werden dann unter viel Gekreische zwei drei Runden durch die Gischt gedreht, bevor alle wieder sacknaß zurück gebracht werden. Am nächsten Tag war dann auch bei uns etwas Sightseeing angesagt. Nach den “Craters of the Moon” (eine etwas übertriebene Bezeichnung für ein bisschen dampfende Erde), einem Vulkanzentrum und ein paar netten Sinterterrassen hatten wir erst mal wieder genug Input. Jetzt sollten wieder ein paar

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ab auf den „Forgotten World Highway“

Kurven und etwas Schotter unter die Räder kommen. Also, ab auf den “Forgotten World Highway” und in der “Republik Whangamomona” einen Stempel für den Paß abholen. So war jedenfalls der Plan. Die Tour nach Whangamomona (warum sind diese Ortsnamen eigentlich immer so verdammt lang und doof zu lesen??? ) verlief auch, wie geplant. Super Wetter und tolle Landschaft. Als wir aber in das 20 Seelen Kaff einfuhren, trauten wir unseren Augen nicht. Wohin das Auge schaute, Autos und Menschenmassen. Bei unserem letzten Besuch hier sind uns vielleicht 5 Leute über den Weg gelaufen. Nach kurzem Smalltalk mit ein paar Leuten war klar, wir sind

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unterwegs in der forgotten world

mitten in die Beerdigung eines jungen Neuseeländers reingeraten. Zu diesem Anlaß war die gesamte “Community” (wer auch immer dazugehört) in diesem kleinen Ort versammelt. Leider war aus diesem Grund auch das bekannte Hotel im Ort geschlossen und mit dem Stempel für den Reisepaß wurde es auch nichts. Komisch, schon bei unserem letzten Besuch in Taupo haben wir die Beerdigung eines Rockers und seiner Familie miterlebt. Auch dort herrschte damals Ausnahmezustand im Ort. Also weiter auf kurviger Strecke bis nach New Plymouth. Am Fuß des Mt. Taranaki wollten wir im

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in Whangamomona

Egmont Nationalpark wandern gehen. Leider sagte die Wettervorhersage nicht viel Gutes für die nächsten beiden Tage voraus, doch trotzdem wir noch einen Versuch starteten, mußten wir wieder umdrehen. Das Wetter war einfach Sch…. Statt dessen konnten Gina und ich erstmalig in diesem Urlaub unsere Regenkombis auf Dichtheit prüfen.  😉 Abends trafen wir noch ein deutsches Ehepaar auf dem Zeltplatz, denen unsere deutschen Kennzeichen schon mehrmals auf unserer Tour aufgefallen sind. Christopher und Brigitte besuchen hier ihren Enkel Felix, der auf Schüleraustausch in Neuseeland ist. Leider hat es den armen Jungen in die trostloseste Ecke von ganz Kiwiland verschlagen. Mitten ins

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der Mt. Taranaki

Farmland zwischen Wellington und New Plymouth. Aber so konnten wir abends bei gegrillten Würsten und reichlich Rotem zusammenhocken und Reiseerfahrungen austauschen. Von Felix haben wir dabei ein paar ganz neue Infos zu Neuseeland bekommen, die sicher nur auf den ländlichen Teil zutreffen, aber dennoch recht interessant sind. Durch eben diese trostlose Gegend mußten wir am nächsten Tag durch. Was wir in 2012 noch an zwei Tagen gemacht haben, sollte dieses mal in einem Rutsch

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Grillabend mit neuen Bekannten

runtergerissen werden. Also morgens mal etwas früher den Hintern aus dem Schlafsack heben und und die gut 400 km bis Upper Hut, kurz vor Wellington, abgerissen. Da das alles nur Highway ist, war das auch kein Problem. Einzig der Wind wehte an der Küste so stark, daß wir uns zeitweise an unsere Südamerikatour erinnern mußten. Aber alles ging gut und wir konnten noch pünktlich unsere Zelte aufbauen. Da die Gegend um Wellington uns schon beim letzten mal nicht so umgehauen hat und zumindest die Campingplätze und der Verkehr genauso waren, wie damals, haben wir uns entschlossen, gleich morgen früh die erste Fähre zur Südinsel zu nehmen. Davon aber beim nächsten mal mehr.

03.02.16 Kurze Bemerkung: Leider funzt das Internet auf den Zeltplätzen so schlecht, daß an Bilder hochladen nicht zu denken ist. Wenn mal wieder eine bessere Verbindung da ist, geht´s weiter…

 

03.02.16 Upper Hut – Blenheim – Hanmer Springs

Nach nur einer Nacht in Upper Hut sind wir am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe aus den Schlafsäcken, um gleich die erste Fähre nach Picton zu bekommen. Das hieß um

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und ab auf die Molesworth Road

6:00 Uhr wecken, alles zusammrödeln und um 7:00 Richtung Wellington starten. Dabei mit allen erlaubten und unerlaubten Tricks durch den morgendlichen Berufsverkehr mogeln, um nach 35 Minuten am Ticketschalter zu stehen. Dann noch kurz mit dem Fahrkartenverkäufer über Prozente verhandeln und schon konnte es Richtung Südinsel losgehen. Die Überfahrt war zwar okay, allerdings hat sich das Wetter nicht gerade für das Sonnendeck geeignet. Laut Wettervorhersage sollte es die nächsten Tage auch bewölkt

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unterwegs auf der Molesworth

und kalt bleiben. Das hat sich dann leider auch bewahrheitet. Bei lausigen 16 Grad mußten Bernt und ich uns auf den Motorrädern warm arbeiten, indem wir die Umgebung von Blenheim auf Schotterstrecken erkundeten. Gina hat sich in der Zwischenzeit warm „geshopped“. 🙂 Zum Glück dauerte dieser „Wettereinbruch“ nur zwei Tage an und für unsere geplante Tour über die Molesworth Road war wieder Sonne satt vorhergesagt. Beim morgendlichen Aufbruch war davon zwar noch nichts zu sehen, aber kaum daß wir Blenheim verlassen und die ersten Meter Schotter unter den Rädern hatten, zeigte sich der Planet und ließ die

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am Ende eines Schottertages

Temperaturen ruck zuck auf 30 Grad ansteigen. So ist das hier mit dem Wetter, mal hopp mal top. Daß es noch besser kommen würde, sollten wir in der kommenden Nacht feststellen. Aber dazu später mehr. Als wir am frühen Nachmittag auf der Molesworth Ranch ankamen, wollten wir erst mal Dennis besuchen. Das war der freundliche Kiwi, der uns bei unserem kleinen Crash 2012 so toll geholfen hat. Als wir mit unseren Mopeds vor seinem Haus anrollten, hat es auch nicht lange gedauert, bis er nach draußen kam. Das klingeln kann man sich als KTM Fahrer sparen. Wir kündigen uns immer aus ausreichender

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Wiedersehen mit Freunden

Entfernung selber an. 😉 Die Überraschung ist uns jedenfalls gut gelungen, als wir ihm eine Collage mit ein paar Fotos von damals mitgebracht haben. Nach einem ausgiebigen Smalltalk und einem Kaffee war es dann Zeit für uns, unsere Zelte auf dem nahegelegenen DOC Campingplatz aufzubauen. Bis auf die Rinder auf den umliegenden Weiden hört und sieht man hier nichts (außer natürlich dem Schnarchen aus Bernt’s Zelt ). Einen kleinen Schönheitsfehler hatte unsere Übernachtung dann aber dennoch. Dennis hatte uns schon von den Temperaturen der letzten Tage erzählt und daß es nachts nur ein paar Grad gehabt hätte. Ja ja, wird schon nicht so schlimm werden, haben wir uns gedacht. Was soll schon passieren, wenn’s tagsüber 30 Grad hat. Daß wir auf über 800m

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die Leiden einer Sozia 😉

Höhe waren, haben wir allerdings nicht berücksichtigt. So waren es dann in unserem Zelt nur lauschige 9 Grad, draußen waren es mit Sicherheit noch ein paar Grad weniger. Da hieß es dann nachts noch mal aufstehen, Fleecejacke vorkramen und hoffen, daß es damit etwas kuschliger wird. Daß unser Thermometer nicht gelogen hat, konnten wir an dem Honig feststellen, den wir uns am nächsten Morgen ins Müsli drücken wollten. Der war so steif, daß er kaum aus der Flasche kommen wollte. Aber sowie die Sonne morgens hochkommt,

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Senge beim Schotterspaß

mußten wir zusehen, daß wir unser Zeug zusammengepackt kriegen und uns Kühlung durch den Fahrtwind verschaffen. Genau so schnell, wie es abends kalt wird, steigt die Temperatur am nächsten Morgen wieder an. Die restlichen 80 Kilometer Schotterstrecke bis Hanmer Springs waren aber relativ schnell abgerissen, so daß wir nicht den ganzen Tag in der Gluthitze fahren mußten. Das Einzige, was uns diese Temperaturen gut ertragen ließ, waren die Wetterberichte aus good old Germany. 😉 Auch Hanmer Springs bietet sich zum offroaden gerade zu an. Deshalb mussten Bernt und ich am nächsten Tag auch gleich mal

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das harte Campingleben 😉

eine 150 Kilometer Runde durch die umliegenden Berge machen. Danach waren die Motorräder und wir gut eingepudert, aber Spaß gemacht hat es trotzdem. Morgen geht’s dann nach Kaikoura zum Whalewatching. Ob wir dabei Glück hatten oder nicht, erfahrt ihr beim nächsten mal.

 

 

05.02.16 Hanmer Springs – Kaikoura – Waikuku Beach

Der Morgen in Hanmer Springs fing mit “Sandfly Alarm” an. Diese kleinen Mistviecher hatten uns bis jetzt eigentlich verschont, aber heute gingen sie uns so richtig auf den S…,

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kurzer Zwischenstop für die Schafe

oder besser gesagt auf Gesicht und Füße. Das sind die bevorzugten Stellen, an denen diese kleinen Biester zubeißen. Das Frühstück am Zelt fiel somit aus. Nachdem wir in Rekordzeit unsere Behausungen abgebaut hatten, ging es noch in die nächste Bäckerei in der Stadt, um den Tag vernünftig mit Flat White (das ist der Standardkaffee hier) und Brötchen zu beginnen. Für die Fahrt nach Kaikoura haben wir uns, oder besser gesagt das Navi, für die Inlandroute entschieden. “Kurvige Strecke” als Navigationsoption und schon war klar, wo´s lang geht. Daß wir dabei nochmal 10 km Schotter unter die Räder bekamen, war eher unbeabsichtigt.

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Käpt`n Ahab bei der Ausschau nach den Walen 😉

Trotzdem wollten wir natürlich pünktlich in Kaikoura ankommen, hatten wir doch zwei Tage zuvor schon eine Whalewatching Tour für den Nachmittag online gebucht. Aber nachdem uns die freundliche Schafhirtin an der Straße sagte „… it´s only 5 km gravel!“ haben wir doch die Schotterstrecke genommen. Wir waren sogar noch so pünktlich in Kaikoura, daß man uns vorschlug eine frühere Tour zu nehmen. Kurz überlegt, Tagesablauf über den Haufen geschmissen, mit unseren Freunden in Christchurch telefoniert und eine Stunde später saßen wir schon im Katamaran auf hoher

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… er taucht! Kameras klar!

See. Das Wetter und der Seegang waren wesentlich besser, als bei unserer ersten Tour 2012. Das ließ mich schon mal hoffen, daß ich die Wale nicht mit zusätzlichem „Futter“ anlocken mußte. Aber der Käpt´n wußte wo´s langgeht und so haben wir schon nach einer halben Stunde den ersten Pottwal sichten können. Dabei stürzen natürlich alle Passagiere an Deck und warten auf den richtigen Moment, um mit ihren Kameras das Abtauchen des Wales bildlich festzuhalten. Auch andere Schiffe, Flugzeuge und Helikopter nehmen sofort Kurs auf die Stelle, wo ein Wal gesichtet wurde. Das Ganze ist schon perfekt organisiert

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neuer Wal gesichtet. Volle Kraft voraus!

und hat sich zu einem richtigen Industriezweig entwickelt. Bedenkt man, daß der kleine Ort Kaikoura nur deswegen so bekannt ist, weil das Meer hier direkt an der Küste bis auf 1.600 m Tiefe abfällt und die Wale sich deswegen hierher „verirren“, ist das schon komisch. Außerhalb der Walsaison ist hier anscheinend auch nicht viel los. An diesem Tag hatten wir noch zweimal das Glück, einen Pottwal beim Abtauchen zu beobachten. Das waren schon zweihundert Prozent mehr, als beim letzten mal. Also, alles richtig gemacht! Als Zugabe gab´s dann noch ein paar Delphine, die treiben sich

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Flipper war auch da 😉

anscheinend immer in ausreichender Menge hier rum. Da wir jetzt schon am frühen Nachmittag zurück waren, konnten wir die geplante Übernachtung in Kaikoura ausfallen lassen. Außer Walen gibt´s hier zu dieser Zeit auch nicht viel zu sehen. Nachdem uns unsere Freunde in Waikuku Beach signalisiert hatten, daß wir auch schon einen Tag eher willkommen wären, haben wir eben noch 150 km dran gehängt und waren zwei Stunden später kurz vor Christchurch in Waikuku Beach. So konnten wir den Tag noch mit Carmen und Carsten ausklingen lassen. Allemal besser, als auf einem Zeltplatz in Kaikoura. Jetzt sind erst mal für ein paar Tage wieder

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noch ein Pottwal zum Schluß

richtige Betten und gesunde Ernährung angesagt. Diese beschränkt sich in letzter Zeit doch eher auf Pizza- oder Frittenbuden bzw. Spaghetti, wenn wir unsere eigenen Kocher anwerfen. Manchmal sind die Zeltplätze auch so gut ausgerüstet, daß wir ein paar Steaks und Gemüse kaufen und diese dann dort auf den Grills zubereiten. Das bleibt aber meistens die Ausnahme.

 

09.02.16 Waikuku Beach – Lake Taylor

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überall werden die Erdbebenschäden von 2010/11 behoben

Jetzt waren wir schon vier Tage bei Carmen und Carsten, unseren neuseeländischen Freunden, zu Besuch. Langsam wurde es Zeit, daß wir uns wieder an das Leben im Zelt gewöhnen mußten. 😉 Nachdem wir uns Christchurch angesehen hatten, welches im Zentrum eine einzige Baustelle ist, und eine ausgiebige Motorradtour um die Halbinsel Peninsula gemacht hatten, sollte es gleich mal wieder in die pure Natur gehen, quasi als Kontrastprogramm zu der Erholung, die wir gerade genossen hatten. Dazu hatte ich den Lake Taylor auserkoren. Dieser liegt etwas nördlich von Christchurch und war auch nur gute 100 km entfernt. Eine Etappe, die wir sonst bis

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unterwegs auf der Peninsula

Mittag schon gut abgespult haben. Allerdings waren die letzten 35 km Gravelroad, was die Sache ein klein wenig verzögerte. Trotzdem waren wir schon am frühen Nachmittag am See und konnten uns an der grandiosen Natur erfreuen. Das waren die Bilder, die wir hier sehen wollten. Also schnell die Zelte aufgebaut und gleich mal ein erfrischendes Bad im See genommen. Der recht frische Wind, der die ganze Zeit wehte, ging uns zwar etwas auf die Nerven, sollte sich aber noch als nützlich herausstellen. Erstens ließ er uns die Sonne

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für alle Fälle ein Ersatzfahrzeug 😉

nicht so spüren, die wieder mal erbarmungslos brannte und zweitens hatten wir noch kein Problem mit Sandflies. Diese wurde dann am Abend, als der Wind immer mehr nachließ, zur echten Plage. Gerade mal, daß wir unsere Nudeln intus und das Geschirr abgewaschen hatten, gingen uns die kleinen Biester wieder so ans Leder, daß nur der geordnete Rückzug ins Zelt Abhilfe schaffen konnte. Tja, was sagt uns das wieder mal? Es ist unmöglich, alles zu haben. Aber wir waren zumindest dicht dran… 😉 Am nächsten Morgen ging es die 35 km Schotter wieder zurück, da sich der Lake Taylor in einer Sackgasse befindet. Als wir wieder in der Zivilisation, sprich Gegend

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auf dem Weg zum Lake Taylor

mit Handyempfang und Internet zurück waren, wurde erstmal die Wettervorhersage geprüft. Diese hat unseren ursprünglichen Plan, zum Lake Tekapo weiterzufahren, gleich mal über den Haufen geworfen. Für die Westcoast war für die nächsten Tage Sonnenschein vorausgesagt. Also Plan geändert und Greymouth als neues Ziel ins Navi eingegeben. Gutes Wetter an der Westküste ist nicht so häufig, deshalb sollte man es ausnutzen, wenn es da ist. Das hatte uns noch Carsten empfohlen. Also flugs die 270 km über den Lewis Paß gefahren,

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campen, wie wir`s mögen

welcher sich aber als eher unspektakulär erwies. Da wir außerdem auch noch unseren Freund Bruce in Greymouth treffen konnten, fiel uns die Entscheidung nicht schwer. Dieser macht gerade mit ein paar deutschen Motorradfahrern eine Tour quer durch´s Land. Davon aber mehr beim nächsten mal.

 

12.02.16 Greymouth

So, Halbzeit! Jetzt sind wir knapp sechs Wochen unterwegs und die Hälfte unserer kleinen Auszeit ist schon wieder rum. So schnell geht das! Der Tacho unserer Mopeds zeigt inzwischen ca. 5.500 km mehr an, als zu Beginn unserer Reise. Ob das auch die Hälfte der

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Senge mit voller Schuhputzausrüstung

Gesamtstrecke sein wird, wird sich zeigen. Große Probleme gibt es mit den Motorrädern zum Glück nicht, sie laufen beide wie am Schnürchen. Ob mein Hinterreifen die gesamte Distanz überlebt, wage ich zu bezweifeln. Vom Profil sind gerade mal noch 4 mm übrig. Das ist wohl der Tribut, den ich für die extreme Beladung in Verbindung mit dem 140er Reifen zahlen muß. Bei Senge´s 150er ist noch wesentlich mehr von dem „schwarzen Gold“ zu sehen. Allerdings ist er ja auch nur allein unterwegs. Ob die Beladung allerdings so viel weniger ist, glaube ich manchmal nicht. Was er in den letzten fünf Wochen alles für

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Tabakschmuggel nach down under 😉

Gepäckstücke hervorgekramt hat, hat mich manchmal an den Rand des Wahnsinns getrieben. Von Gummihammer über Schuhputzzeug, Kompressor, drei Handys, Regenschirm oder Maulschlüssel, die auch für eine Treckerreparatur geeignet wären, es war alles dabei. Gina und ich arbeiten aber täglich daran, um aus ihm einen gepäckoptimierten Fernreisenden zu machen. 😉 Am Abend unsere Ankunft in Greymouth haben wir dann mit Bruce und seiner deutschen Motorradtruppe gleich mal Kontakt aufgenommen. Ein gemeinsames Abendessen, bei dem erstmal Informationen über die bisher geführte Tour ausgetauscht wurden, stand

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Erfahrungsaustausch unter Bikern

dabei natürlich auf dem Programm. Für Bernt hatte das Treffen noch größere Bedeutung. Konnte er doch endlich von einem Teilnehmer der Gruppe den lang ersehnten Tabak, den er seit Wochen bestellt hatte, in Empfang nehmen. Dazu muß man wissen, daß Tabak hier in Neuseeland extrem teuer ist und man fast als kriminell angesehen wird, wenn man doch mal ein 30 g Päckchen für ca. 50 NZ$ (umgerechnet ca. 30 €) erstehen will. All unser guter Einfluß konnte Bernt allerdings nicht davon abhalten, mehrere Päckchen des teuren Krautes hier zu kaufen. Beamter müßte man sein. 😉 Da die Wettervorhersage uns nicht

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die „Pfannkuchenfelsen“ von Punakaiki

enttäuscht hat, konnten wir am nächsten Tag bei bestem Wetter die kurvige Küstenstraße entlang bis Westport fahren. Dabei waren an Sehenswürdigkeiten allerdings nur die Pancakerocks in Punakaiki von Bedeutung. Da bekommt man landschaftlich ordentlich was zu sehen und muß nicht mal was dafür bezahlen. Die Robbenkolonie, die wir uns noch kurz vor Westport angeschaut haben, war eher enttäuschend. Die paar Viecher, die hier herumlagen, konnte man an zwei Händen abzählen. Da haben wir anderswo schon wesentlich interessantere Orte dieser Art gesehen. Weil das Wetter weiterhin beständig

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zum sundowner an den Strand

gut war, haben wir gleich noch einen Tag zum Faulenzen in Greymouth drangehängt. Einfach mal nichts tun kommt auch ganz gut. Da kann man dann mal am Strand entlang und darauf warten, daß die Sonne im Meer versinkt. Die gefühlten 500 asiatischen Touristen, die das Gleiche vorhatten, sieht man auf dem Bild natürlich nicht 🙂 .

 

17.02.16 Greymouth – Lake Pearson – Lake Tekapo – Queenstown

Nach dem offiziellen Zeltplatz in Greymouth sollte mal wieder ein „wilder Platz“ an die Reihe kommen. Außerdem war die Strecke von Greymouth bis Tekapo für eine Etappe

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Zwischenstop am Lake Brunner

etwas heftig. Also über den Arthurs Paß bis zum Lake Pearson, der in unserer Camper App mit tollen Bildern von Bergen und Seen ausgewiesen wurde. Dummerweise hatten diese Information wohl auch ein paar andere Camper. Und da der Platz ziemlich dicht an der Hauptstraße vom Arthurs Paß lag und mit jedem normalen PkW erreichbar ist, könnt ihr Euch sicher vorstellen, was dort los war. Mangels Alternative haben wir aber doch unsere Zelte dort oben aufgebaut, die obligatorischen Spaghetti auf den Kocher geworfen und den Rest des Tages am See ausklingen lassen. Unsere Hoffnung, daß der Verkehr am Arthurs Paß nachts

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die Anhängekupplung fehlt 😉

etwas nachlassen würde, hat sich leider auch nicht erfüllt. Bis spät in die Nacht waren immer wieder Autos zu hören, von denen auch einige die Idee hatten, doch noch nach einem freien Stellplatz am See zu suchen. Ich weiß nicht, was diese Leute tagsüber machen, wenn sie erst spät in der Nacht nach einer Unterkunft suchen. Da wir morgens auch entsprechend früh wach waren, hat uns nichts mehr im Schlafsack gehalten und wir sind zeitig in Richtung Lake Tekapo aufgebrochen. Das einzig Gute am frühen Aufstehen war

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Morgenstimmung am Lake Pearson

der Anblick vom See, über den sich noch der morgendliche Nebel zog. Das hatte wieder mal was. Die Fahrt zum Lake Tekapo kann man als eher unspektakulär bezeichnen. Es geht kilometerlang geradeaus, einzig die Berge rechts der Straße bringen ein wenig Abwechslung ins Bild. Der Spritverbrauch unserer Mopeds hat auf dieser Strecke einen neuen Rekord nach unten erreicht. Mit 5,3 ltr/100 km ist das echt wenig. KTM Kenner wissen, was ich damit meine. (Für BMW Fahrer ist das eher uninteressant, weil normal) 😉 Vom Lake Tekapo aus starten die ersten Helikopter zum Mt. Cook, dem höchsten Berg Neuseelands. Da sich dieser bei unserer letzten Reise ständig in Wolken

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hier kann man fahren, wo man will 🙂

gehüllt hat und ein Flug damit sinnlos war, wollten wir diesmal die Gelegenheit erneut nutzen. Der Wetterbericht sah auch gar nicht so schlecht aus und so haben wir gleich nach unserer Ankunft einen Flug für den nächsten Tag reserviert. Aber erstens kommt es anders…. Die Wolkendecke ließ uns zwar guter Hoffnung zum Heli Büro fahren, aber dort sagte man uns, daß um den Mt. Cook zu starker Wind ist und alle Flüge abgesagt sind. Auch ein zweiter Versuch am Nachmittag brachte keine Wetterbesserung. Tja, wenn der Mt. Cook unsere Kohle nicht will, dann kann er uns eben

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Blick vom Mt. John auf den Lake Tekapo

mal! Aber lieber so, als irgendein wagemutiger Pilot, der die Lage falsch einschätzt. Vor ein paar Wochen ist hier erst ein Heli abgestürzt mit mehreren Toten. So haben wir denn die naheliegenden Sehenswürdigkeiten mit dem Motorrad erkundet und uns mit hunderten Chinesen die Gegend geteilt. Dies sollte uns aber erst bei unserem nächsten Ziel, Queenstown, so richtig zum Verhängnis werden. Während der letzten Tage ist uns schon aufgefallen, daß an allen Hotels, B&B und sonstigen Unterkünften die Schilder „no vacancy“ (keine freien Zimmer) draußen hingen. Da wir immer nur einen Zeltplatz gesucht haben, hat uns das aber nicht so interessiert. Hier in

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auf dem Weg nach Queenstown

Queenstown hat uns das schlechte Wetter aber nun doch mal eingeholt, so daß wir eigentlich vorhatten, ein Zimmer oder eine feste Unterkunft auf einem Zeltplatz zu nehmen. Tja, soweit der Plan. Aber alle Versuche, ein festes Dach über dem Kopf zu buchen, schlugen fehl. Überall sagte man uns nur „Sorry, we´re fully booked“. Auf unser Nachfragen, was denn los sei, erfuhren wir, daß gerade das chinesische Neujahrsfest gefeiert wird und dementsprechend viel los sei. Jetzt wurde uns einiges klar. Zumindest im

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Adrenalinjunkies in Queenstown

Moment ist Neuseeland fest in chinesischer Hand. Damit wurde unser Urteil über die chinesischen Touristen nicht gerade besser. Dazu muß man sagen, was wir in den letzten Tagen und Wochen auf den Zeltplätzen, speziell in den Sanitäreinrichtungen, so alles gesehen haben, läßt einen schon manchmal daran zweifeln, ob manche Chinesen schon im 21. Jahrhundert angekommen sind…. bis auf grinsende Selfies schießen anscheinend nicht. Aber auch in Neuseeland gilt, wie überall auf der Welt, Hauptsache Kohle machen und abkassieren. So, nachdem ich mir jetzt ein bißchen Frust von der Seele geschrieben habe, geht es mir etwas

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Hinweisschilder auf den Campgrounds… für wen wohl?

besser und ich hoffe mal, daß unser Zelt dem gerade einsetzenden Dauerregen standhält und wir morgen weiter Richtung Te Anau aufbrechen können. Unser Freund Bernt ist gerade auf dem Weg in die Stadt um ein neues Zelt aufzutreiben. Seins hat vor den Wassermassen schon kapituliert. Der nächste Bericht also aus Te Anau.

 

19.02.16 Queenstown – Dunedin

 

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da war noch alles gut in Queenstown

Die Nacht in Queenstown war regentechnisch schon eine Herausforderung. Bis spät in die Nacht hat es ohne Unterbrechung geregnet. Bernt hat in der Stadt noch ein neues Zelt aufgetrieben, ohne das wäre er sicherlich total abgesoffen. Das einzig Gute an dem Regen war, daß man bei dem Prasseln auf die Zeltwand den Verkehr von der Straße nicht so

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da kann er wieder lachen. Senge mit neuem Zelt

wahrgenommen hat. Diese verlief nämlich ca. 5 m hinter unserem Zelt, nur durch eine Bretterwand abgetrennt. Jeder Lkw, der hier vorbeifuhr, kam uns so vor, als würde er mitten durch unser Zelt rauschen. Aber am nächsten Morgen sah die Welt schon wieder freundlicher aus, wenn auch nur für ein paar Stunden. Die Wettervorhersage sagte bis 10 Uhr Sonnenschein voraus, danach sollte es wieder richtig losgehen. Auch für unser geplantes Ziel, Te Anau, waren die Aussichten mehr als mäßig. Also haben wir mal wieder den Plan geändert. In Dunedin soll die Sonne scheinen, jedenfalls mehr als irgendwo anders im Süden. Also schnell das sacknasse Zelt eingepackt, aufgesattelt und ab auf die Straße. Etwas Schreckliches ist diesen Morgen dann doch noch

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ups, wie bin ich denn da hingekommen?

passiert. Kaum, daß wir unterwegs waren und gemütlich mit 100 Sachen auf einem schnurgeraden Stück fuhren, wurde ich plötzlich von einer Harley überholt. Und dann gleich von einer Zweiten. Ich war wie gelähmt und konnte vor Schreck meine rechte Hand gar nicht mehr drehen. Sowas war mir noch nie passiert! 😉 Die Krönung war, als dann auch noch eine BMW an mir vorbeizog. Na gut, nun war es passiert und wir waren ja schließlich im Urlaub und nicht auf der Flucht. Kurz nachdem wir die nächste Ortschaft passiert hatten, waren die selben Bikes wieder in meinem Rückspiegel zu sehen. Tja meine Herren, mit Euren Navigationskünsten scheint es wohl nicht weit her zu sein,

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am Tunnel Beach

habe ich mir gedacht. Inzwischen war die Strecke auch wieder etwas kurvenreicher und noch einmal passiert mir sowas bestimmt nicht. Auch mit unserer schweren Beladung hatten wir genug Dampf im Kessel und das bessere Fahrwerk, um einen erneuten Überholversuch der Freunde aus Milwaukee und München erfolgreich abzuwehren. J Die 300 km bis Dunedin haben wir dann auch bei bestem Wetter abspulen können. Ein Hoch auf die Wettervorhersage! In Dunedin haben wir wieder denselben Campground, wie damals aufgesucht. Manchmal helfen einem die Reiseaufzeichnungen von früher schnell weiter.

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mal gucken wie tief das ist 😉

So brauchen wir jetzt nicht lange suchen und wissen meistens gleich, was uns erwartet. Beim Plausch an der Rezeption erfuhren wir auch, daß dieses Wochenende wieder ein Dudelsack Event stattfindet. Super, da hat uns das Wetter ja genau zum richtigen Zeitpunkt hier her getrieben. Genau wie 2012 sind aus dem ganzen Land zig Dudelsackspieler mit ihren Bands nach Dunedin gekommen, um hier ihre Kunst darzubieten. An allen Ecken im Stadtzentrum ertönen die ollen Quetschsäcke. Das kommt wirklich gut. Am Tag zuvor haben wir noch etwas Sightseeing gemacht und haben uns neben der Albatroskolonie, an der vereinzelte Viecher nur gegen

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da dudeln die Säcke

teuer Geld zu sehen sind, noch den Tunnel Beach angesehen. Dort ist, wie der Name schon sagt, ein Tunnel durch den Sandstein geschlagen, um an den Strand zu kommen. Nebenbei sind noch einige schöne Felsformationen zu sehen, damit war der Tag dann auch schon wieder rum. Hier in Dunedin war das Wetter zwar insgesamt deutlich besser, aber die

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voller Einsatz am Sack! 😉

Temperaturen kommen nur noch bei vollem Sonnenschein deutlich über die 20 Grad Marke. Man merkt langsam, daß wir dem Südpol immer näher kommen. 😉 Unsere südlichste Station erreichen wir auf unserer nächsten Etappe. Neuigkeiten dann aus Invercargill.

 

 

22.02.16 Dunedin – Invercargill

Nun ist es geschafft. Der Point of return, Invercargill, ist erreicht. Wir haben Neuseeland vom nördlichsten bis zum südlichsten Zipfel durchquert, dabei in den letzten sieben

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hier pfeift der Fuchs 😉

Wochen gut 7.000 km zurückgelegt und bis jetzt alles ohne größere Probleme und bei vorwiegend gutem Wetter erreicht. Von nun an geht es langsam aber sicher zurück nach Auckland, wo in gut vier Wochen unser Flieger in die Heimat geht. Mehr als genug Zeit also, um die eine oder andere Sehenswürdigkeit noch zu erreichen. Damit jeder von uns ganz individuell entscheiden kann, was ihm wichtig ist, fahren wir den Weg zurück von nun an getrennt. Gina und ich kennen ja schon einige Ecken, für Bernt hingegen ist vieles noch neu. Die

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weiter südlich geht´s auf dem Festland nicht

Entscheidung, wo es langgeht, wird im Moment wieder mal mehr vom Wetter, als von den persönlichen Wünschen getroffen. Schon auf unserem Weg nach Invercargill wurden die Temperaturen immer weniger, der Wind dafür umso stärker. Blauer und pechschwarzer Himmel wechseln sich im Moment gerade im Minutentakt ab. Bei der Ankunft am Slope Point, dem südlichsten Punkt vom Festland Neuseelands, hat es ganz ordentlich geweht. Da mußten wir schon aufpassen, wie wir die Motorräder parken, damit sie nicht vom Wind umgeworfen werden. Auch das Fahren wurde hier im äußersten Süden etwas spannender. Alle paar Meter kamen ordentliche Windböen, die unsere volle Aufmerksamkeit erforderten. Zwar kein Vergleich mit Südamerika, aber trotzdem ganz

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auch Germany ist down under vertreten

ordentlich. Bei diesen Voraussetzungen haben wir uns diesmal lieber gleich nach einer festen Unterkunft umgesehen, anstatt die Zelte aufzubauen. Beim dritten Anlauf hat es dann auch geklappt und für schlappe 130 NZ$ die Nacht haben wir ein kleines Apartment finden können. Zum Glück ist diese Gegend bei vielen Touristen anscheinend nicht mehr ganz so gefragt, wie beispielsweise Queenstown. Da gab es nicht mal für viel Geld ein freies Zimmer. Neben dem obligatorischen Besuch des Örtchens Bluff, das ist der Ort, wo man bequem mit dem Auto zum südlichsten Punkt fahren kann, haben wir uns noch ein Oldtimermuseum hier

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diesmal mit zwei Mopeds in Bluff

in Invercargill angesehen. Hier in Neuseeland stehen diese Oldies aber nicht nur in Museen rum, es fahren auch reichlich davon im öffentlichen Straßenverkehr rum. Und alle in einem top Zustand. Wie wir unseren Weg zurück einschlagen werden, wissen wir im Moment noch nicht so richtig. Aber im nächsten Bericht werdet ihr es sicherlich erfahren.

 

25.02.16 Invercargill – Old Dunstan Road –Ranfurly –  Hampden

Während es Bernt nach Nordwesten zum Milfordsound weiterzog, haben wir den Weg in Richtung Osten gewählt. Dort, so sagte die Wettervorhersage, sollte der in den nächsten

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Anfahrt über die Waipori Road

Tagen angekündigte Regen nicht ganz so stark werden, wie im Westen. Also geschaut, wie man am besten dort hin kommt und dabei die Old Dunstan Road entdeckt. Na, das paßt ja prima! Die war durch das ständige hin und her im Routenverlauf schon fast ad Acta gelegt. Als Einstimmung auf diese etwas deftigere Gravelroad haben wir noch die Waipori Road vorgeschoben. Eine Schotterstrecke zum warm machen, quasi.  😉 Eigentlich hatten wir vor, uns auf der Old Dunstan irgendwo ein Plätzchen im Nirgendwo zu suchen und dort unser

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unterwegs auf der Old Dunstan Road

Zelt aufzuschlagen. Dazu hatten wir extra noch unseren Wassersack unterwegs gefüllt und nochmal 5 kg extra oben drauf gepackt. Also alles, was man zum offroad fahren unbedingt braucht. 🙂 Aber so richtig hat es dann unterwegs doch nicht gepaßt. Und so sind wir in dem verschlafenen Nest Ranfurly hängen geblieben. Das hatte zumindest eine Tankstelle und einen kleinen, aber äußerst ruhigen Campingplatz. Also nicht lange überlegt, die Ostküste ist morgen auch noch da. Die 300 km, von denen heute ca. die Hälfte offroad waren, reichen erst mal. Am nächsten Morgen ging es dann nur noch 100

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„Romantik Cabin“ in Hampden

km weiter bis Hampden. Dieser kleine Ort ist nur so bekannt, weil hier die “Moeraki Boulders” am Strand rumliegen. Das sind 1-3 m große Steine, die ziemlich rund sind und dadurch die Aufmerksamkeit der Touristen aus aller Welt auf sich ziehen. In der Nähe gibt es auch noch eine Robben- und Pinguinkolonie. Also schnell abgesattelt und alles noch angeschaut, solange die Sonne noch scheint. Gina hatte wieder mal den richtigen Riecher und hat mich am Campingplatz “überzeugt” eine Cabin zu nehmen. Der Platzwart hat uns dieses Domizil noch als

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die Moreaki Boulders

“Romantik Cabin” verkauft, weil sie so schön klein war. Daß das trotzdem die richtige Entscheidung war, sollte sich erst am nächsten Tag zeigen. Alles grau in grau und am Nachmittag fing es auch noch etwas an zu regnen. Also, alles richtig gemacht! So stand heute neben Faulenzen und Strandspaziergang nicht viel auf unserer “to do Liste”. Unserem Freund Bernt erging es in der Zwischenzeit nicht ganz so toll. Nicht nur, daß das angekündigte schlechte Wetter einsetzte, nein, sein Moped ärgerte ihn auch mal wieder. Ein Kabel zum Zündschloß hatte sich durchgescheuert und sorgte somit für Verdruß. Ein

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Pinguine an der Ostküste

bekanntes Problem an der 990er Adventure, welches wir bei unserer Asienreise 2011 auch schon erleben durften. Aber wie wir erfahren haben, hat Bernt jemanden gefunden, der sich der Sache vertrauensvoll angenommen hat, und er nun somit wieder on the road ist.

 

 

27.02.16 Hampden – Dansey Pass – Old Dunstan Road (Teil 2) – Wanaka

Die Wetteraussichten waren für die Westküste jetzt einigermaßen passabel, also los, auf

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Einstieg auf die „Old Dunstan Road“

Richtung Westen. Solange unser Hinterreifen noch den Anschein eines Profils hat, natürlich möglichst offroad. J Dazu haben wir uns erstmal den Dansey Pass rausgesucht. In irgendeinem Internetkommentar stand zwar was von steil und kurvig, naja, meistens werden diese Berichte von irgendwelchen Campervan Fahrern geschrieben, die höchstens mal einen Feldweg gefahren sind. Also kein Problem für unsere Adventure, selbst mit abgefahrenem Reifen. Das Einzige, was uns heute richtig auf den Sack ging, war der ständige Wind. Den ganzen Tag bließ es immer wieder kräftig. Das braucht man beim offroad Fahren nicht auch noch. Dazu muß man sagen, diese Gravelroads liegen oft völlig ungeschützt im „Hochland“. Wenn es da also bläßt, dann richtig. Aber da wir wieder mal den Hals nicht voll genug kriegen konnten,

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unterwegs auf dem Dunstan Trail

sind wir nach einer kleinen Rast in Ranfurly (ja, da sind wir auf der Herfahrt schon mal durchgekommen) gleich noch mal auf die Old Dunstan Road. Da hatten wir ja neulich nach der Hälfte abgedreht. Der zweite Teil sollte dann auch umso heftiger werden. Tiefe Auswaschungen, Absätze und Felsen in der Fahrbahn und… natürlich Wind! Alles, was unter normalen Umständen das Herz jedes Endurofahrers höher schlagen läßt. Wir, mit unserem „Raumschiff“, waren davon zwar nicht ganz so begeistert, aber die tolle Landschaft hat uns reichlich dafür entschädigt! Gina konnte sogar nebenbei noch ihr Fitnessprogramm absolvieren. Die Dunstan Road war

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am Poolboom Reservoir

insgesamt mit 14 Gates versehen. Davon waren zwar nur sieben geschlossen, aber bei jedem hieß es absteigen, Gate auf, durchfahren, Gate wieder zu und wieder aufsteigen. Besonders letzteres kostet Gina reichlich Kraft, muß sie sich doch jedes Mal über die ganzen Gepäckrollen schwingen. Meistens steige ich schon ab, so daß Gina zuerst aufsteigen und dann nach hinten rutschen kann. Wer uns mal bei dieser Aktion zuguckt, wird wahrscheinlich einen Lachkrampf kriegen. Auch wir blieben auf unserer heutigen Etappe nicht ganz von Defekten verschont. Als auf einmal unser Navi stärker hin- und herschwankte als üblich, ahnte ich schon nichts Gutes. Ein Blick unter die Verkleidung brachte dann Gewißheit, die Halterung war gebrochen. Wieder mal! Das gleiche Problem ist bei einer früheren Reise schon mal aufgetreten. Ich glaube, hier muß die Fa. Touratech mal nachbessern. Aber mit

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Notreparatur am Dansey Paß

Hilfe von ein paar Kabelbindern und der weltbesten Sozia war das Problem erst mal provisorisch behoben, so daß es weitergehen konnte. Als wir in Wanaka ankamen, zog sich der Himmel langsam immer mehr zu. Jetzt wurde es wirklich Zeit, daß wir unser Zelt aufschlugen und ein „Dach“ über den Kopf bekamen. Als wir gerade fertig waren, ging es auch schon los. Der Himmel öffnete für ein paar Stunden seine Schleusen und mit Blitz und Donner garniert goss es ordentlich. Das war mal wieder eine

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am Lake Wanaka

Punktlandung in Sachen timing! Ansonsten ist Wanaka ein ähnlicher Ort wie Queenstown. Alles auf Touristen ausgelegt. Berge und Wasser in grandioser Kombination. Also die besten Voraussetzungen, um dem Touri die Kohle aus der Tasche zu ziehen. Das haben wir gleich beim Tanken gemerkt. Da war der Sprit gleich mal 10 Prozent teurer, als sonst im Land. Aber das es immer noch teurer geht, erzählen wir im nächsten Bericht von der Westküste.

01.03.16 Wanaka – Franz Josef – Hanmer Springs

Diesmal sollte die Westcoast also bei Sonnenschein gefahren werden. So war jedenfalls der Plan. Als wir morgens in Wanaka unsere Klamotten einpackten, mußten wir schon richtig

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auf dem Weg zur Westküste. noch alles gut!

Gas geben, damit uns der Planet nicht zu sehr ins Schwitzen brachte. Kurz nach neun schon 21 Grad, da kann ja nichts mehr schiefgehen. Beim ersten Zwischenstop keine 70 Kilometer später, sah es allerdings schon anders aus. Wir waren kurz vor dem Haast Paß, als der Himmel im Westen immer dunkler wurde und das Thermometer innerhalb von Minuten auf 12 Grad fiel. Das kann doch nicht wahr sein! Aber erst mal nur etwas wärmere Klamotten anziehen, die Crosshandschuhe gegen die gefütterten tauschen, das wird schon reichen. Denkste! In Haast angekommen hatten wir inzwischen die ersten

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kurze Zeit später. man beachte das Thermometer!

Regenschauer eingesteckt und es sah noch nicht nach Besserung aus. Also doch das „schwere Geschütz“ auffahren und die Regenklamotten vorgeholt. Nicht die schlechteste Entscheidung, wie sich auf den nächsten 60 Kilometern rausstellte. Nicht der stärkste Regen, aber immer wieder ein Schauer und dazu Temperaturen, die einen eher an Winter denn Sommer denken lassen. Auf dem Weg nach Franz Josef kommt noch ein kurzer Abschnitt, der direkt an der Küste entlangführt. Dort hatten wir uns damals, wie viele hundert andere Touris auch, auf einem Stein verewigt. Den haben wir zwar nicht mehr wiedergefunden, aber es gibt ja genug davon an der Küste. Vielleicht lag es an dem Stein, aber plötzlich kam die Sonne wieder durch, die Temperaturen stiegen und auf

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an der we(s)t coast

einmal war wieder Sommer. So schnell geht das hier an der Westcoast. Ganz so, als wollte sie uns sagen: „Ihr könnt noch so viel auf eure Wettervorhersage schauen, ich bin immer für `ne Überraschung gut!“ Da wir uns den Fox Gletscher schon bei unserer letzten Reise angesehen hatten, entschieden wir uns, in Franz Josef zu übernachten und dort am nächsten Tag einen Ausflug zum gleichnamigen Gletscher zu machen. Welcher von Beiden schöner ist, können wir nicht sagen. Wenn man schon vor dem Perito Moreno Gletscher gestanden hat, ist in dieser Beziehung sowieso schwer was zu toppen. Klingt vielleicht etwas abgedroschen, ist aber so. Ein bißchen schmutziges Eis wird hier enorm

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das Franz Josef „Gletscherchen“

vermarktet und dementsprechend sind die Preise auch entlang der Küste. Hatte ich mich in Wanaka schon über die hohen Spritpreise geärgert, hier wurden gleich nochmal ein paar Prozent draufgehauen. So waren dann für den Liter Super gleich mal 2,10 NZ$ fällig, anstatt 1,80 NZ$, wie sonst durchschnittlich. Na ja, was soll´s, zum Glück verbrauchen wir bei unserer gemäßigten Fahrweise nicht so viel, wie sonst. 😉 Auf meine Frage an den Campingplatz Angestellten, ob es denn vielleicht einen kostenlosen Shuttleservice in die Stadt gäbe, lächelte dieser nur und sagte „…an der Westcoast ist nichts umsonst!“ Also gut, Gletscher gesehen, Flug zum Mt. Cook sah wettermäßig wieder nicht so optimal aus. Weiter geht´s Richtung Norden. In der Hoffnung, daß der Sommer dort noch ein paar Tage

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entlang der Westcoast

länger ausharrt. Die Temperaturen sinken nachts inzwischen bis tief in den einstelligen Bereich ab. Da ist das Zelt morgens pitschenaß, obwohl es nicht geregnet hat. Aus diesem Grund haben wir uns in Hanmer Springs, unserer nächsten Station in Richtung Norden, auch gleich mal wieder eine Cabin gegönnt. Keine schlechte Entscheidung, denn in der Nacht sollte es bis auf drei Grad runtergehen. Selbst in unserer Hütte standen am nächsten Morgen nur 13 Grad auf dem Thermometer. Bloß gut, daß die Cabins mit einem Heizlüfter ausgestattet sind… Ob wir den Sommer auf unserem Weg nach Auckland noch einholen, erfahrt ihr beim nächsten mal.

 

04.03.16 Hanmer Springs – Motueka

Die Wolken hingen am Morgen in Hanmer verdammt tief und das Thermometer schrie

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auf dem Weg nach Motueka

auch nicht gerade hurra. So haben wir uns gegen die geplante Route auf der Rainbow Road entschieden und sind auf Asphalt Richtung Norden aufgebrochen. Gegen Mittag feuerte der Planet zwar schon wieder aus allen Rohren, aber das konnte ja keiner wissen. Aber soooo toll war die Rainbow Road nun auch wieder nicht, das haben uns unsere Aufzeichnungen aus 2012 verraten, und einen Teil davon bin ich ja schon bei unserem ersten Aufenthalt in Hanmer gefahren. Auch auf Asphalt waren die 300 km bis Motueka ganz nett und die Landschaft wechselte sich ständig ab. Diesen Teil der Südinsel kannten wir bislang noch nicht, damals hatte uns das Wetter einen gehörigen Strich durch die Rechnung

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am Cape Farewell

gemacht. Aber im Moment schien alles gut. Die Temperaturen waren tagsüber sehr angenehm, was uns auch gleich dazu verleitete, wieder unser Zelt aufzuschlagen. Die Quittung dafür bekamen wir in der Nacht. Kaum war die Sonne verschwunden, ging´s mit den Temperaturen wieder drastisch bergab. Am nächsten Tag haben wir dem Kap Farewell einen Besuch abgestattet. Nochmal 100 km weiter nördlich, weiter geht´s auf der Südinsel Neuseelands nicht

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der nördlichste Punkt der Südinsel

nach oben. Die ersten Kilometer über den Takaka Hill waren dabei kurventechnisch der Hammer. So wurden unsere Reifen auch endlich mal wieder etwas an den Flanken abgefahren. 😉 Die Gegend um das Kap ist landschaftlich sehr schön. Von unserem Ausflugspunkt, dem Leuchtturm, hatten wir dabei einen super Rundumblick über die ganze Gegend. Damit wir uns von der vielen Fahrerei auch mal ein bisschen erholen konnten, ging´s noch zum „Split Apple Rock“. Das ist ein kleiner Strand, an dem ein Felsen rumliegt, der aussieht, als hätte ihn der Blitz getroffen. Ganz nett anzuschaun, aber vor allem recht ruhig. Die meisten Touristen

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am Split Apple Rock

lassen sich hier per Ausflugsdampfer vorbeischippern. Das müßte uns einfallen, mit 100 anderen Touris, wie die Sardinen in der Büchse, für teuer Dollar. Dann doch lieber mit dem Moped die 20 km zum Beach fahren und dort die Badeklamotten aus den Seitenkoffern vor holen. Damit schließen wir den Besuch der Südinsel auch schon wieder ab. Morgen geht es auf die Fähre und damit an die letzten ca. 2.000 km unserer Reise bis Auckland. Soviel schon mal vorab, den Sommer haben wir dort

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Urlaub vom Urlaub 😉

tatsächlich wiedergefunden.

 

 

 

08.03.16 Motueka – Martinborough – Napier

Schon auf dem Weg von Motuaka nach Picton kündigte sich das gute Wetter wieder an. Vor ein paar Tagen in Hanmer noch deutlich unter zwanzig Grad, so

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Blick auf den Hafen von Picton

zeigte das Quecksilber heute schon wieder eine drei ganz vorn. So konnten wir den kurvigen Queen Charlotte Drive bei besten Bedingungen unter die Räder nehmen, bevor es auf die Fähre Richtung Wellington ging. Die Überfahrt war auch deutlich entspannter, als noch vor vier Wochen. Man merkt doch, daß die Ferien in Neuseeland und das chinesische Neujahrsfest vorbei sind. Es ist viel weniger los mit Touristen und Ping Pong´s sieht man kaum noch. Etwas

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„ich hab´n guten Zahnarzt!“

überrascht waren wir, als sich die Bugklappe der Fähre vor uns öffnete. Eben noch bei blauem Himmel in Picton eingestiegen, auf einmal in Wellington total bewölkt, als wolle gleich die Welt untergehen. Aber auf unserer weiteren Fahrt bis Martinborough hat die Farbe dann wieder in tief blau gewechselt, so sollte es auch die nächsten Tage bleiben. Hier sind wir vor vier Jahren noch im Tiefflug durchgerauscht, da es jeden Tag aus Kübeln gegossen hat. Dieses Jahr sind wir dann gleich mal bei über 30 Grad zum Kap Palliser, dem südlichsten Punkt der Nordinsel,

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bei 32° in Motorradklamotten 😦

aufgebrochen. Hier gibt es neben einem besonders schönen Leuchtturm (zu dem man verfluchte 249 Stufen heraufsteigen muß!) auch eine Seehundkolonie, die wohl bloß noch an acht weiteren Stellen auf der Erde vorkommen. Wikipedia hat mir zwar nicht verraten, um welche Art es sich dabei handelt, ist aber auch egal, denn so dicht sind wir selten an die Viecher rangekommen. Nebenbei haben wir auch erfahren, daß hier wohl die ersten Schafe in Neuseeland angelandet wurden. Vielleicht finden deshalb auch hier jedes Jahr am ersten Märzwochenende die Meisterschaften im Schafscheren statt. Zum Glück war der Spuk gerade vorbei, als wir nach Martinborough kamen. Auf unserer weiteren Fahrt ging´s auch diesmal über einsame Nebenstraßen weiter Richtung Napier. Einsam deshalb, weil uns auf einer Strecke von von ca. 200 Kilometern gerade mal eine Hand voll Autos entgegengekommen ist. Landschaftlich einfach toll zu fahren, aber wer hier wohnt, braucht entweder gutes Internet oder einen Heli, um mit der Außenwelt

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einsame Straße auf dem Weg nach Napier

in Kontakt zu bleiben. 😉 Den geplanten Campingplatz, den wir uns nach knapp 300 km für heute ausgesucht hatten, haben wir nur vom Motorrad aus in Augenschein genommen. Soviel zu Bewertungen aus dem Internet. Also noch 50 km draufgelegt und weiter bis Napier. Da haben wir dann den bislang teuersten Platz unserer Reise gefunden, dafür war aber auch alles da, was man sich wünscht. Sogar unbegrenztes WIFI mit guter Geschwindigkeit. Hier in Napier habe ich dann auch noch einen Versuch unternommen, einen neuen Hinterreifen aufzutreiben. Nach ziemlich

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den Nebenjob als Cowboy/-girl haben wir nicht bezahlt bekommen 😉

genau 10.000 km hat der jetzige doch so ziemlich das Zeitliche gesegnet. Nach ein paar Telefonaten kam dann heute Morgen auch eine positive SMS vom Händler. Er kann bis morgen was Brauchbares für mich auftreiben. Und da bei uns Sicherheit eigentlich immer einen recht großen Stellenwert hat, werde ich für die letzten knapp 2.000 km noch was Neues aufziehen lassen. Auch wenn es nicht der Wunschreifen ist. Aber so kommt man mal dazu, was Neues auszuprobieren. Hier in Neuseeland gibt´s die Reifen für Mopeds übrigens nicht beim Reifenhändler, sondern nur beim Motorradhändler.

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am Ende

Und wie so oft, war es mal wieder eine kleine Butze, die sich engagiert hat, um was aufzutreiben. Das hatten wir ja auch schon mal in Südamerika…

 

 

 

 

 

11.03.16 Napier – Lake Waikaremoana – Ohope Beach

Wir waren noch beim Frühstück, da klingelte schon das Telefon und der

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beim Reifenfuzzi

Reifenfuzzi meldete, daß der bestellte Reifen da sei. Na, da hat die Expresslieferung ja funktioniert. Eine halbe Stunde später stand ich vor der Werkstatt und nach weiteren fünf Minuten hatte ich mein Hinterrad ausgebaut und der Mech konnte anfangen, den Reifen umzuziehen. Obwohl ein Reifenaufziehgerät vorhanden war, hat er fast alles von Hand gemacht. Wenn man weiß, wie es geht, kein Problem. Nach einer halben Stunde stand ich schon wieder auf dem Campingplatz. Gina dachte erst, irgendwas wäre schief

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guten Appetit

gelaufen, weil ich so schnell zurück war. Wie gut die Entscheidung war, einen neuen Reifen aufzuziehen, sollte sich zwei Tage später rausstellen. Aber erstmal blieben wir noch einen Tag länger in Napier. Heute war es nicht ganz so heiß und so konnte man die Stadt etwas zu Fuß erkunden. Wir haben uns erst das Napier Aquarium und anschließend das älteste Gefängnis Neuseelands angesehen. Zu letzterem muß man sagen, daß wir dabei das Gefühl hatten, irgendwo in Sibirien oder China zu sein. Wenn man gesehen hat, unter welchen Bedingungen die Knastis dort bis 1993 eingebuchtet waren… Mein lieber Scholli! Das hätten wir nicht in Neuseeland vermutet. Am nächsten Tag ging es weiter zum Lake Waikaremoana. Dabei konnte unser neuer Reifen gleich mal zeigen, was er so auf Schotterpisten drauf hat. Hätte ich mir

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gehe nicht über Los…

die Karte vorher etwas genauer angeschaut, hätte ich auch gewußt, daß uns auf dieser Strecke heute ca. 40 km und am nächsten Tag nochmal 60 km Schotter erwarten würden. Aber alles kein Problem, das Wetter war super und der neue Mitas Hinterreifen hat sich mit dem Heidenau Vorderreifen gut vertragen. Daß wir am Lake dann eine Cabin statt einem Zeltplatz genommen haben, war wohl eher Zufall. Aber, wie sich zeigen sollte, war es mal wieder genau die richtige

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am Lake W.

Entscheidung. Der Wind frischte am Nachmittag so stark auf, daß es im Zelt wirklich keine Freude gewesen wäre. Als dieser dann nachts irgendwann nachließ, ging das Ganze in Regen über, der auch am Morgen nicht richtig aufhören wollte. Spätestens jetzt war ich heilfroh, auf vernünftigem Profil zu fahren. Die Gravelroad ging stellenweise in Lehmpiste über, die wunderbar schmierig war. Das auf meinem alten Slick, na super! Also wieder mal alles richtig gemacht. Zum Glück wurde das Wetter nach ca. 40 Kilometern

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ein bißchen Wandern am See

besser und die Gravelroad trocknete ab. So war unser weiterer Weg zum Ohope Beach eine schöne Kurvenstrecke durch eine menschenleere Gegend. Ach ja, wenn man denkt, daß die Spritpreise in Franz Josef schon hoch waren, dann wurden wir am Lake Waikaremoana eines Besseren belehrt. Dort wurden doch knapp 3$ (1,80€) für den Liter Super aufgerufen. Bloß gut, daß ich diese Zapfsäule gar nicht in meine Route eingeplant hatte. Aber das sollte man in Neuseeland auf jeden Fall tun. Denn seit Napier, wo wir

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so kann´s auch aussehen 😦

das letzte mal getankt hatten, war seit 270 km keine Tanke mehr gewesen. Also, auf jeden Fall immer vorher die Tankstellen auf der Route checken! In Murupara gab´s dann auch wieder Sprit zu üblichen Preisen, so daß unser Bunker wieder aufgefüllt werden konnte. Bis zum Ohope Beach ging´s dann gleich noch ein bißchen auf Schotter weiter, bevor wir uns hier jetzt am Strand davon erholen können. 😉 Dazu wurde gleich mal ein ausgedehnter Spaziergang bis zum Ende der Ohope Halbinsel unternommen.

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ohne Worte 😉

 

14.03.16 Ohope Beach – Te Araroa – Ohope Beach

Nach zwei Tagen am Strand, die wir ausgerechnet auf ein Wochenende gelegt hatten, wollten wir noch eine Runde ums Ostkap fahren. Nachdem wir auf

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auf dem Weg ans Ostkap

unserer Reise alle „Außenpunkte“ der Inseln abgefahren sind, durfte natürlich der östlichste Punkt Neuseelands auch nicht fehlen. Schließlich gibt es fast keinen Punkt auf der Welt, wo man die Sonne eher aufgehen sieht 😉 Also los, Zelt eingepackt und bei gutem Wetter Richtung Gisborne aufgebrochen. Eigentlich hatten wir von der Fahrt über den State Highway 2 nichts Aufregendes erwartet, aber die Straße zog sich, von unzähligen Kurven begleitet, durch ein Tal. Also Landschaft und Fahrspaß pur!

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hier dürfen auch die Pferde an den Strand

Einziger Nachteil daran war, daß um diese Zeit die Sonne noch so tief stand, daß es saukalt in den schattigen Abschnitten dieses Tals war. Sind wir eben noch bei 19 Grad in Ohope gestartet, waren es hier bloß noch lausige 12 Grad. Aber irgendwann ging es wieder bergauf mit den Temperaturen und wir kamen langsam wieder auf „Betriebstemperatur. In Gisborne wurde nochmal eine kurze Rast eingelegt, wie meistens mit lecker Moccachino (das können die Kiwis phantastisch) und irgendwelchen Kuchenleckereien. Auch die Kati wurde nochmal bis zum Kragen vollgemacht. Wußten wir doch noch von unserer letzten Fahrt hier, daß es mit

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da geht´s rauf

der Spritversorgung auf dieser Strecke schon mal eng werden kann. Nach knapp 400 Kilometern hatten wir dann auch endlich das Ostkap erreicht. Inzwischen war es aber später Nachmittag und den Leuchtturm, der ganz am Ende des Kap´s steht, wollten wir uns für den nächsten Morgen aufheben. Jetzt ging es erstmal darum, einen Platz für die Nacht zu finden. Dazu sollte mal wieder ein DOC Campingplatz herhalten, also einer dieser Plätze, auf denen fast nichts, außer grüner Wiese vorhanden ist. Der Platz war auch schnell gefunden,

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800 Stufen zum Leuchtturm

allerdings waren zur Begrüßung schon hunderte von Sandflies angetreten. Diese kleinen lästigen Mistviecher, die so wunderbar ins Fleisch beißen können. Wir haben nicht mal die Helme abgesetzt und waren uns sofort einig, das wird hier nichts. Zum Glück gab es ein paar Kilometer weiter noch einen „normalen“ Campingplatz. Dieser war zwar schon etwas in die Jahre gekommen, aber ansonsten ruhig und sauber. Also genau richtig für uns! 😉 Warum ich am nächsten Morgen trotzdem schon so früh wach war, weiß ich zwar nicht, aber es war kurz vor Sonnenaufgang. Also

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letzte Ruhe mit Sonnenaufgang 🙂

raus aus dem Schlafsack und die paar Meter Richtung Strand gelaufen. Ganz perfekt war die Location zwar nicht, aber trotzdem sehr schön anzuschauen. Ganz nebenbei bin ich dabei noch an einem kleinen Friedhof vorbeigekommen. So gut möchte ich´s später auch mal haben, aus der Kiste noch jeden Morgen die Sonne aufgehen sehen! 😉 Nachdem wir uns beim Frühstück ordentlich gestärkt hatten – wie immer mit Müsli, Joghurt und Kaffee – sollte es zum Leuchtturm gehen. Dieser ist über einen Privatweg zu erreichen, der über 800 Stufen einen

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Blick vom Ostkap

Berg hinaufführt! Jawohl 800!!! Da waren die 250 Stufen am Kap Palliser ja Peanuts gegen. Also schnell die Motorradstiefel gegen Turnschuhe getauscht und los! Nach 20 Minuten waren wir dann auch oben und konnten die herrliche Aussicht genießen. Weiter ostwärts ging´s nun wirklich nicht mehr. Bei E 178°32.9 war Schluß, quasi am Ende der Welt. Nach dem „Abstieg“ vom Berg ging´s auch schon weiter. Wir wollten zwar „bloß“ wieder zurück bis Ohope, aber auch das waren noch gute 200 Kilometer, die erst mal gefahren sein wollten. Als wir dort ankamen, war der Campingplatz wie ausgestorben. Ja, das Wochenende war vorbei, die Kiwis müssen wieder arbeiten, und die roadrunner hatten ihre Ruhe! 😉 So konnte man´s aushalten.

 

20.03.16 Ohope Beach – Taumarunui – Otohoranga – Kawhia – Orewa – Auckland

Den nordwestlichen Teil der Nordinsel hatten wir noch nicht besucht. Also haben wir nochmal schnell die Seiten gewechselt und sind von Ohope Richtung

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ob das klappt? 😉

Taumarunui aufgebrochen. Eigentlich, um von dort langsam an der Westküste Richtung Auckland entlang zu schüsseln. Ein Blick auf die Karte zeigte uns jedoch, daß wir ja wieder ganz in der Nähe des „Forgotten World Highway´s“ waren. Warum also nicht noch einmal eine Runde auf eben diesem drehen und dabei doch noch den Stempel der „Republik Whangamomona“ in den Reisepaß drücken lassen? Diesen hatten wir ja auf der

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Forgotten World

Fahrt nach Süden nicht bekommen können. Damit es nicht ganz so langweilig wird, habe ich mir für den Rückweg von dort noch einen kleinen Umweg über die Damper Falls einfallen lassen. Diese sollen wohl die höchsten der Nordinsel und die zweithöchsten Neuseelands sein. Daß wir dafür nochmal ca. 50 km üble Gravelroad extra unter die Räder bekamen, wußte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Heute ging es auch ohne Koffer, nur mit einer kleinen Gepäckrolle für Werkzeug und Regenkombis, auf den Weg. Daß wir diese auch noch brauchen würden, zumindest was die Regenkombis betrifft, war

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der Damper Fall

allerdings nicht so toll. Kurz vor Whangamomona ging es mit dem Regen los, natürlich auf der Gravelroad, wo sonst. Aber die paar Kilometer haben unsere Klamotten auch so dichtgehalten. Leider hörte es die nächsten zwei Stunden nicht mehr auf, so daß wir irgendwann unsere Regenpellen vorkramen mußten, um den Rückweg nach Taumarunui antreten zu können. Bis zu den Damper Falls ließ der Regen allerdings wieder nach, so daß wir den kurzen Fußmarsch dorthin wieder in „normalen“ Klamotten bewältigen konnten. Die Wasserfälle waren dann zwar ganz nett, aber wie viele andere Dinge hier auch, wird alles ein bißchen mehr aufgebauscht, als es tatsächlich ist. Das Wasser stürzt sich dort zwar 74 m in die Tiefe, aber so richtig beeindruckend war es aufgrund der geringen Menge nicht. Aber jetzt ging der Spaß erst richtig los. Auf der weiteren Strecke gab´s dann nochmal Gravel. Aber diesmal von der üblen Wellblechsorte. Die Kati hat sich manchmal so geschüttelt, daß ich dachte, sie fällt gleich auseinander. Was

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Schultor in NZ… da werden die Kleinen gleich richtig eingenordet!

meine Sozia dazu meinte, schreibe ich hier lieber nicht, das fällt unter die Rubrik „nicht jugendfrei“! 😉 Aber alles ging wieder mal gut, Mensch und Maschine sind wieder wohlbehalten im Motel angekommen. Auf dem weiteren Weg Richtung Auckland sind wir dann noch in Waitomo vorbeigekommen. Dort gibt es die gleichnamigen Glühwürmchen Höhlen zu besichtigen. Dabei handelt es sich übrigens nicht um Glühwürmchen, wie wir sie in Deutschland kennen, sondern um Pilzmückenlarven, die in Fäden von der Höhlendecke hängen. Der Eintritt dazu war zwar – wie immer hier – immens, aber die Höhle war schön anzusehen und die tausenden leuchtenden „Würmer“ hatten schon was Einzigartiges. Obwohl wir schon einige Tropfsteinhöhlen gesehen haben, war sowas bis jetzt noch nicht dabei. Kaum aus der Höhle raus, hieß es wieder mal „Regenkombi vor!“ Anscheinend wollte das neuseeländische Wetter uns zum Schluß nochmal so richtig einen mitgeben. Aber da kennen wir nichts! Gummi drüber und los geht´s! 🙂 Schade nur, daß die kurvige Strecke Richtung Kawhia dadurch etwas vorsichtiger in Angriff genommen werden

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Fahrrad „Entsorgungszaun“ 😉

mußte. Aber auch hier kam irgendwann die Sonne wieder durch und die restliche Strecke war dann umso schöner zu fahren. Von hier aus hieß es eigentlich „ab nach Auckland!“. Den letzten Tag verbrachten wir noch am Orewa Beach. Hier wollten wir nochmal Angelika und John, unsere Standesbeamtin von damals, besuchen. Die beiden haben sich riesig gefreut, daß wir sie nochmal besucht haben. Auch unser Freund Bernt hat den Weg zurück nach Auckland gefunden. Zurück im Backpacker gab es erst mal reichlich zu erzählen, was die letzten vier Wochen jeder noch so erlebt hat. Für die letzten vier Tage bleibt uns nur noch, die Motorräder wieder in die Kisten zu stecken, noch ein bißchen Auckland unsicher zu machen und die restlichen Dollar in Souvenirs zu verwandeln. Damit schließt unser Reiseblog nach 11 Wochen und 12.418 km für dieses mal wieder. Wir hoffen, wir konnten allen Lesern die triste Winterzeit etwas verkürzen! Das war…

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Fazit: Wer unsere Meinung zu Neuseeland wissen will, kann getrost in unserem Bericht aus 2012 nachlesen. Was dort als Fazit steht, gilt auch für diese Reise uneingeschränkt. Sicher sind wir beim zweiten Besuch hier an viele Dinge etwas entspannter herangegangen als bei unserer ersten Reise. Aber die Faszination Neuseeland war trotzdem wieder da. Trotzdem freuen wir uns jetzt wieder auf good old Germany, vor allem wieder auf ordentliches Essen. Da hat die Heimat doch etwas mehr zu bieten… 😉 zum Beispiel ´ne richtig schöne Nudelsuppe! 😉 (Gruß an meine Schwiegermutter!)k-P1060056

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23 Antworten zu Bis ans Ende der Welt – Vol.3

  1. Sozia on Tour schreibt:

    Hey! Geniale Idee – Neuseeland im Winter. Wir werden eure Reise verfolgen. 2016 planen wir auch eine tour durch Neuseeland. Ich war schon dort es ist wirklich ein unglaubelich schönes Land. Wir wünschen euch eine gute Reise. Liebe Grüße Pi & Ami

  2. Senge schreibt:

    Hey, ich bin der Mitreisende -Senge- auf der blauen KTM ;-)))
    Hab grad gehört, dass die Töffs unbeschadet in Auckland angekommen sind und nur darauf warten, durchs Land geführt zu werden. Freue mich wie Bolle…. hoffe, dass meine innere Unruhe vorbei ist, wenn ich mit Gina u Maik in Frankfurt am Flughafen bin….
    Allen Mitlesern einen guten Rutsch und bleibt gesund und munter…
    Bis denne der Senge ;-)))

  3. africatwinhannover schreibt:

    Wünsche euch viel Glück, tolle Touren und Erlebnisse .. einfach eine supertolle Zeit!!!
    VG Sushi

  4. Uwe Prions schreibt:

    genau! Reinhauen und ordentlich was fuer die daheimgeliebenen aufbereiten… Viele Gruesse an die Mannschaft, streitet nicht so viel! Gruss Uwe

    • roadrunnerontour schreibt:

      Hallo Uwe! Grüße zurück! Heute ist mal Regen angesagt, da kommt man mal dazu ein bisschen paperwork zu machen. Hier ist alles klar, und streiten tun wir auch nicht. Es wird einfach gemacht, was der Chef sagt. 😉

  5. Heiko Erdtmann schreibt:

    Wir freuen uns auf eure tollen Abenteuer. Viel Spaß und allzeit unfallfreie gute Fahrt und Gesundheit auf eurer Tour. Grüße von den Erdtmännern.

  6. Anonymous schreibt:

    Hallo Senge und hallo Gina und Maik!
    Ich wollte mich beim Senge eigentlich noch um Weihnachten gemeldet haben, so mit „Gute Reise und immer ’ne Tankstelle in der Nähe!“ – aber war wohl doch weihnachtlich familienstressig. Sorry!
    Nun aber – euch allen viel Spaß, eine erlebnisreiche Tour und kleine Abenteuer !!!
    Gruß DETE

  7. H.Henne schreibt:

    Hallo ihr Drei viel Spaß und die ersten Bilder sind schon wieder super,aber was will Mann sonst von Profis erwarten LG Heiko

  8. Elke Winter schreibt:

    Hallo Regina und Maik, ich wünsche euch eine schöne Zeit, schönes Wetter und viele Erlebnisse auf eurer Tour. Auch liebe Grüße an euch von Renate und Manfred.

  9. Peppermintpatty schreibt:

    Guten Morgen, wieder zurueck in Deutschland…liege seit 2.00 Uhr gejetlaged im Bett…Ich will wieder in den tasmanischen Sommer 😦 …mein Rueckflug mit 26 reinen Flugstunden und fiesen Turbulenzen ging eigentlich schnell vorbei! Ich denke an euch und hoffe ihr habt jetzt keinen technisch Stress mehr und das Wetter bleibt gut! Ich muss staunen wie gut ich mit dem Linksverkehr klar kam! Auf den Gravelroads waer ich auch lieber mit meiner Kati gefahen, als mit dem Toyota Stadtflitzer GLG euch Dreien

  10. H.Henne schreibt:

    Geil,Geil ihr seit einfach nur zu beneiden,ich schau jeden Tag auf euren Block und eure Fotos werden immer besser, weiterhin gut Fahrt keine Pannen viel Boden unter den Reifen und viel Spaß weiterhin.LG aus dem verschneiten Hannover 🎿⛷

  11. Hanne schreibt:

    Hey, RR’s & Co…. ich wünsche Euch eine erlebnisreiche Zeit, macht weiterhin so tolle Foddos und kommt heil wieder heim. Freu mich schon auf einen Tourbericht :-)) .
    LG Hanne

  12. Heiko Erdtmann schreibt:

    Alles Liebe zu euren Hochzeitstag! Genießt es an eurem tollen Wasserfall!

  13. H.Henne schreibt:

    Hallo Gina alles liebe zu deinem heutigen Geburtstag 🎂 viel Spaß weiterhin LG.HEIKO

  14. Günther Eicke schreibt:

    Hallo Gina, zu deinem Geburtstag „am Ende der Welt“ wünsche ich dir alles Gute und viel Glück im neuen Lebensjahr.
    Liebe Grüße auch an Maik und Bernd. Ich wünsche euch weiterhin tolle Tourerlebnisse.
    Günther

  15. Anonymous schreibt:

    Häääpppyyy Börthhhdääyyi, liebe Gina! Herzlichen Glückwunsch und alles Gute zu deinem 49. Geburtstag! Gesundheit, Glück, Zufriedenheit und noch ganz viele tolle Erlebnisse und Momente!
    Ich denke an euch : ) Einen schönen Tag wünscht dir deine Anke

  16. Anonymous schreibt:

    Na klar – alles Liebe zum Geburtstag !
    eine tolle Party und euch allen weiterhin eine wunderbare Reise
    have a good time
    huschu

  17. Heiko Erdtmann schreibt:

    Alles Liebe und Gute zum Birthday und ganz tolle Eindrücke an deinem Tag! 😉

  18. roadrunnerontour schreibt:

    Vielen lieben Dank für all die Glückwünsche zum Geburtstag. Schön, daß ich auch am anderen Ende der Welt nicht vergessen werde. 😊😉😎
    Liebe Grüße aus der Nähe von Christchurch sendet Euch die Gina 🙋

  19. Stefan,Bruder von Senge schreibt:

    Hey, ich verfolge eure Seite regelmäßig.Ich wünsche euch noch wunderschöne Touren.Man kann schon ein wenig neidisch werden.Ganz liebe Grüße an meinen Bruder Bernt.

  20. Jan Papendieck schreibt:

    Hallo Ihr Beiden,
    vielen Dank für die tollen Reiseberichte, sehr interessant und kurzweilig zu lesen.
    Entspannte Rückreise, bis bald…

    Kathi&Jan

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