Asien 2011

Seit dem Frühjahr 2010 stand für uns fest, die nächste Fernreise soll diesmal etwas länger dauern. Wie lange genau, wußten wir zwar noch nicht, aber das würde sich schon im Gespräch mit dem Arbeitgeber klären. Der Deal sah dann folgendermaßen aus: Von Januar bis März gibt´s frei (leider unbezahlt 😉 ), dafür ist der Job noch da, wenn wir zurück kommen. Damit konnten wir ganz gut leben! Jetzt konnte die Reiseplanung langsam losgehen. Schnell stand dann auch das Reiseziel fest: Süd-Ost-Asien. Genauer gesagt, Thailand, Kambodscha, Laos…und mal sehen, wofür die Zeit noch reicht. Das Ganze natürlich auf den eigenen Bikes. Und im Gegensatz zur letzten Tour wollte Gina diesmal selber fahren. (Mir kann´s nur Recht sein!)

Die Vorbereitung

Dieses Thema hielt sich das ganze Jahr über eigentlich in Grenzen. Die Flüge waren nach kurzer Preisbeobachtung schnell gebucht. Das Wichtigste war eigentlich, wie kommen unsere Mopeds nach Bangkok? Per Flieger? Viel zu teuer! Der Plan war eigentlich, einen gemeinsamen Containertransport zu organisieren. Dadurch sollten die Transportkosten im Rahmen bleiben. Bei der Afrikatour 2009 hatte das ja auch schon bestens funktioniert. Ein paar weitere Fernreiseinfizierte waren auch schnell gefunden. Leider ist dieses Vorhaben in letzter Minute doch noch geplatzt. Jetzt hieß es erst mal ganz fix eine Spedition finden, die unsere Mopeds nach Asien bringt. Die Fa. Zufall aus Göttingen hat uns dann auch ganz schnell ein akzeptables Angebot gemacht, so daß der Transport doch noch recht zügig organisiert war. Danke dafür an dieser Stelle!

Zum Glück hatten wir unsere Transportkisten schon fertig, da wir diese ja sowieso für den Rücktransport brauchten. Zwei Wochenenden gingen allerdings dabei drauf, die Kisten in Form zu bringen. Aber schließlich sollte ja auch alles stabil werden, damit die Mopeds gut ankommen.

Die Belastungsprobe wurde dann auch gleich in der Garage durchgeführt. Die weiteren Vorbereitungen beschränkten sich auf die Visabesorgung, Kartenmaterial und Reiseführer ordern, Impfungen und Versicherungscheck. Ein paar „Kleinigkeiten“ waren natürlich schon noch zu regeln. Schließlich ist es etwas anderes, ob man 3 Wochen oder 3 Monate wegfährt. Die Ausrüstung brauchten wir bloß noch anhand unserer bisherigen Packlisten optimieren. Da gab´s eigentlich nicht mehr viel zu tun. Natürlich haben beide Mopeds noch einen großen Service bekommen. Das versteht sich wohl von selbst. Mal sehen wie lange unsere Reifen in Asien durchhalten, aber ohne einen Wechsel, zumindest hinten, wird es wohl nicht gehen. Aber in Thailand dürfte auch das kein Problem werden.

Point of no return

Der Tag der Verschiffung der Motorräder kommt immer näher. So haben wir dieses Wochenende (20.11.10) unsere Mopeds samt Gepäck in die Transportkisten verladen. Dabei gab es noch ein paar kleine Überraschungen hinsichtlich des Platzbedarfs. So mußten wir bei Ginas DR doch noch den Lenker abbauen. Die seitliche Versteifung der Kiste saß natürlich genau an der falschen Stelle. Und die Alukoffer müssen wohl auch dicker geworden sein (liegt bestimmt am Alter). Neben die KTM haben sie jedenfalls nicht mehr gepaßt. Aber letzten Endes  waren dann beide Mopeds und das ganze Gepäck doch noch in den Kisten. Jetzt sind wir mal gespannt, wie die beiden in knapp sechs Wochen aussehen. Nach der letzten Schiffsreise waren die Armaturen an der KTM doch etwas korrodiert. Die Seeluft ist für solche Teile das blanke Gift. Hoffen wir mal, daß die Kisten sie ein bißchen davor schützen werden.

Wie vereinbart, wurden die Kisten dann am 22.11.10 direkt vor unserer Haustür abgeholt. Dieser Service ist ganz angenehm, muß man sich doch keine weiteren Gedanken über den Transport zum Hafen machen. Ganz so handlich sind die beiden „Kartons“ ja nun auch wieder nicht. Und bei

dem derzeitigen Schmuddelwetter sind sie so wenigstens gut verpackt. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, daß unser Dampfer pünktlich in Bangkok ankommt und der thailändische Zoll nichts gegen Motorradfahrer hat.

 

07.01.11 Welcome to Thailand

Nach über 10 Stunden Flug, die bis auf ein paar deutsche Pappnasen im Flieger, eigentlich auch ganz gut verliefen, sind wir gestern in Bangkok angekommen. Die Landung wurde übrigens vom Praktikanten der Crew gemacht – dementsprechend hat der Flieger beim Aufsetzen geschlingert. Nachdem wir den Zoll hinter uns hatten, wurden wir von Touratech Thailand empfangen. Diesen Kontakt hatten wir im Vorfeld unserer Reise mehr durch Zufall geknüpft. Dies sollte sich in den nächsten Tagen aber noch als äußerst wertvoll erweisen.

Nachdem wir unser kleines Guesthouse bezogen hatten, gab es abends noch ein gemütliches thailändisches Abendessen mit Peera und zwei seiner Mitarbeiter.   Mit von der Partie  waren auch Lisa und Simon, zwei Weltenbummler aus England, die wir im Guesthouse kennengelernt haben.

Der heutigeTag sollte weniger erfolgreich sein, als erwartet. Nachdem wir gestern schon telefonisch Kontakt zu der Spedition hier in Thailand aufgenommen haben, mußten wir heute erfahren, daß die Freigabe unserer Motorräder aus dem Zoll ca. 1 Woche dauern wird. Besonders wenn die Mopeds per Schiff kommen, muß man diese Zeit einplanen. Die Thais nehmen das alles sehr bürokratisch, unzählige Kopien sind vorzulegen – obwohl diese von uns schon vor der Reise per mail geschickt wurden. Auch bei diesen Formalitäten war uns Touratech sehr behilflich, was allein schon wegen der Sprache von Vorteil ist. (… nein, wir werden übrigens nicht von TT gesponsert, wir bekommen einfach nur nette Hilfe…). Für alle, die mal das Gleiche vorhaben, sei gesagt, daß viel Zeit und Geduld nötig ist.

13.01.11 unsere Bikes sind in  Bangkok…

… das heißt aber noch lange nicht, daß wir schon drauf sitzen. Wie wir heute von der thailändischen Seite erfahren haben, ist der Container mit unseren Kisten erst heute in BKK angekommen. Warum erst heute, und nicht wie geplant schon vor einer Woche, weiß wahrscheinlich nur Buddha. Dabei  haben wir ihm sogar Opfergaben gereicht, um ihn zu einer schnelleren Herausgabe unserer Motorräder zu bewegen. Aber anscheinend ist Buddha kein Biker. So beginnt jetzt erst der ganz normale Zoll- und Bürokratenwahnsinn. Das Wort, daß mir dazu gerade einfällt, schreibe ich hier mal lieber nicht. Wer meine Ungeduld kennt, weiß daß ich im Moment explodieren könnte. Wie verbringt man die Zeit sonst so in Bangkok? Na ja, die übliche Sightseeingtour mit Grand Palace, Flußfahrt durch die Klongs, Tempel anschauen u.s.w. haben wir gemacht. Aber deswegen sind wir ja nicht hergekommen. Und bei über 30 Grad macht uns das auch nicht wirklich Spaß. Dazu kommt, daß wir unser Guesthouse bewußt außerhalb von BKK ausgesucht haben, um von hier aus schneller aufbrechen zu können. So müssen wir jetzt einen Weg von ca. 40km machen, um in die City von Bangkok zu kommen. Bei dem Verkehr hier ist das der Wahnsinn. Apropos Verkehr. Wir haben ja schon ein paar Großstädte gesehen, aber gegen das, was hier abgeht, ist Kapstadt oder Madrid der reinste Kindergeburtstag. Die Stadtplaner von Bangkok waren in ihrem ersten Leben bestimmt irgendwelche Kamikazepiloten, anders läßt sich die hier verwendete Straßenbaukunst  nicht erklären. Dabei fällt mir ein, wie erklärt man eigentlich einem Navi, auf welcher Straßenebene man ist. Bei zwei Straßen übereinander ist das ja gar nicht so einfach. Trotzdem funktioniert das mit dem Navi hier ganz gut. So kann man dem Taxifahrer wenigstens einigermaßen angeben, wo´s langgehen soll 😉

18.01.2011 …der Tag beim Zoll…

Heute war es endlich soweit, wir hatten unseren Termin beim Zoll. Nachdem wir wieder einmal unzählige Dokumente (die wir natürlich wieder nicht lesen konnten) unterschreiben mußten, durften wir nach zweistündiger Wartezeit dann doch endlich zu unseren Kisten. Die Wiedersehensfreude war groß, hatten wir doch irgendwie schon nicht mehr so richtig daran geglaubt. Nachdem wir die Kisten für den Zoll geöffnet hatten, hat der Zöllner doch tatsächlich nach der Fahrgestellnummer gefragt. Mit Händen und Füssen konnten wir ihm verständlich machen, daß dazu die Seitenwände der Kisten entfernt werden müssen. Anscheinend konnte er unseren Frust in den Augen ablesen und gab sich dann mit  dem Überprüfen der Nummernschilder zufrieden. Vielleicht haben ja unsere finanziellen Opfer bei Buddha doch noch gewirkt. 🙂 Wir wissen jetzt allerdings, warum die Zollprozedur in Thailand so lange dauert. Neben unseren Motorrädern war der halbe Hafen mit Wein- und Sektflaschen vollgestellt. Hier wird offensichtlich jede Flasche einzeln kontrolliert. Auf jeden Fall haben wir heute erfahren, daß die Einfuhr von Motorrädern per Seeweg vollkommen anders verläuft, als per Luftfracht. Auch da dauert es schon einige Tage, aber bei Einfuhr per Seeweg ist auf jeden Fall ein Woche einzuplanen, wobei hier noch keine Verspätung des Schiffes berücksichtigt ist. Dafür kann man, wie in unserem Fall, auch noch mal eine Woche rechnen.

19.01.2011 jetzt kann´s losgehen

Heute war es dann endlich soweit, die Kisten wurden – wie versprochen – angeliefert. Nachdem wir bei der Entladung noch ein bißchen improvisieren mußten, ging dann doch alles relativ fix. Für die ganze Prozedur (Abladen, Boxen zerlegen, Motorräder zusammen bauen und Kisten verstauen) haben wir 4 Stunden gebraucht, wohl  gemerkt bei über 30° im Schatten. 😉 Jetzt kam der große Moment…laufen die Bikes, oder etwa nicht?…aber wir brauchten die Anlasser bloß scharf angucken und schon liefen die Motoren! 🙂 An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei Peera und seinem Team bedanken, denn so viel uneigennützige Hilfe ist wirklich nicht selbstverständlich. Da wurden einfach viele Kleinigkeiten und Wege für uns erledigt, die uns das Leben leichter gemacht haben. Morgen wollen wir Richtung Kambodscha aufbrechen und uns erstmalig in das thailändische Verkehrsgewimmel stürzen (was bitte nicht wörtlich zu nehmen ist!!!).

21.01.2011 Bangkok – Ko Chang

Die Fahrt aus Bangkok raus war schon nicht schlecht. Nach etwa 30-40 km wurde die Luft wenigstens etwas besser und auch der Verkehr wurde etwas übersichtlicher. Obwohl der Verkehr für einen durchschnittlichen Mitteleuropäer der reine Wahnsinn ist, muß man doch sagen, daß hier wenigstens geblinkt und auch von den meisten recht defensiv gefahren wird. Trotzdem braucht man hier alle Sinne beim Fahren und das Wort „Schulterblick“ bekommt wieder eine ganz neue Bedeutung.

Nach ca. 300 km sind wir dann auf der Insel Ko Chang angekommen. Hier wollen wir erst mal die Füße ins Wasser strecken und einen Tag am Strand ausruhen. Von Lisa & Simon haben wir noch die Empfehlung für ein nettes Resort mit auf den Weg bekommen, so brauchten wir nicht mehr lange suchen und waren am frühen Nachmittag am Strand. Am nächsten Tag war dann erst mal eine Inselrundfahrt angesagt. So viel gibt es hier allerdings nicht zu sehen. Ein Hotel löst die nächste Bar ab und dazwischen jede Menge wohlgenährte 😉 männliche „Oben Ohne Touris“, die mit ihren thailändischen „Begleiterinnen“ auf Scootern durch die Gegend fahren. Wir haben dann versucht, die LC8 auf kleineren Straßen ins Inselinnere zu bewegen. Allerdings war schon nach wenigen Kilometern Schluß, da die Wege nicht mehr als einen halben Meter breit waren. Vielleicht bauen wir das nächste Mal lieber die Koffer ab. 😉 Den Rest des Tages haben wir dann mit Faulenzen rumgebracht, was bei der Kulisse nicht wirklich schwer fällt. Morgen geht es dann weiter nach Kambodscha. Mal sehen, welche Überraschungen wir diesmal am Zoll erleben werden.

23.01.2011 Welcome to Cambodia

Heute haben wir die Touri-Insel Ko Chang rechtzeitig vor dem  Wochenende wieder verlassen, denn da „fallen“ die Thailänder zur Wochenendparty ein. Das wollten wir uns dann doch nicht antun. Die Einreise nach Kambodscha ging wider erwarten sehr zügig, nach 50 Minuten war der ganze Spuk vorbei und wir um insgesamt 2.340 Baht ärmer. Darin eingeschlossen war eine „medizinische Untersuchung“, die aus simplem Fiebermessen bestand. Die Carnets für die Motorräder haben auch in Kambodscha niemanden interessiert. Allerdings mußten pro Motorrad 100 Baht bezahlt werden, für was auch immer. 😉 Da wir durch den Grenzaufenthalt gut „durchgegart“ waren, haben wir uns direkt hinter der Grenze in Dong Tong in einem gemütlichen Guesthouse eingemietet. Nachdem wir kurzzeitig den sehr erfrischenden Pool gestürmt hatten, sind wir abends noch in die Stadt gefahren. Deren Anblick fiel jedoch recht ernüchternd aus. Schlimmer noch, als in Thailand, liegt der Müll hier noch mehr in den Straßen. Es kommt aber sicher immer auf das Auge des Betrachters an. Hier mal ein Fotovergleich, aufgenommen an ein und der selben Stelle.

Sicher haben die Menschen hier andere Probleme, als über ihre Müllentsorgung nachzudenken. Aber leider wird dadurch diesem eigentlich doch sehr schönen Land viel von seinem Flair genommen.

So sind wir dann am nächsten Tag weiter Richtung Süden nach Kampot gefahren. „Leider“ ist die Straße dorthin inzwischen komplett asphaltiert und mit Brücken versehen, was dem Ganzen doch ein Stück Abenteuer nimmt. Trotzdem war die Strecke recht schön, denn links und rechts der Straße war jede Menge Dschungel zu sehen. Was uns in den Dörfern von Kambodscha immer wieder auffällt, ist das Fehlen von älteren und alten Menschen. Hier sind die Spuren der jüngsten Vergangenheit ganz deutlich zu sehen. Das läßt erahnen, was den Menschen unter dem Regime von Pol Pot widerfahren ist. Dieses Land hat noch einen langen Weg vor sich.

25.01.2011 Kampot – Phnom Penh

Eigentlich wollten wir ja noch einen Tag in Kampot bleiben, um dort einen Ausflug ins nahe gelegene Elefantengebirge zu machen. Dort soll es auch einen Wasserfall mit Bademöglichkeit geben. Also gute Voraussetzungen, um einen interessanten Tag zu verbringen. Aber, nichts da! Am Eingang des Parks wurde uns von den Parkwächtern deutlich gemacht, daß hier kein Durchkommen sei, angeblich wegen Straßenbauarbeiten. Auch der Hinweis auf unsere Enduros, die sich von ein bißchen Straßenbau doch nicht aufhalten lassen, konnte die beiden nicht dazu bewegen, die Kette für uns runter zu lassen. So haben wir uns kurzerhand entschlossen, die 150 km nach Phnom Penh noch  in Angriff zu nehmen. Der Weg dorthin war nicht sehr spektakulär. Gerade breite Straße, einige Baustellen, und nicht sonderlich interessant. Die Fahrt durch Phnom Penh war dagegen schon aufregender. Selbst der Verkehr in Bangkok – den wir bis dahin als grenzwertig eingeschätzt hatten – ist dagegen der reinste Verkehrsübungsplatz. Hier fährt jeder wie er will, die Straße wird in alle Richtungen gekreuzt, Verkehrsregeln gibt es, außer an Ampeln, anscheinend keine. Jedenfalls konnten wir sie noch nicht erkennen. Trotzdem  muß man sagen, alle fahren anscheinend mit dem 7. Sinn, denn sonst gäbe es hier einen Unfall nach dem nächsten. So war die Fahrt bis zu unserem Hotel dann auch recht abenteuerlich. Die Mopeds quälten sich von einem Stop zum nächsten, der Lüfter der LC8 ging gar nicht mehr aus, und wir haben nur versucht, uns nicht aus den Augen bzw. dem Rückspiegel zu verlieren.

Den nächsten Tag haben wir uns dann mit der jüngsten Vergangenheit Kambodschas befasst. Ein Besuch des berüchtigten Gefängnisses S21 (welches früher mal eine Schule war) und der Killing Fields standen auf dem Programm. Auch wenn wir  Deutschen aus unserer eigenen Geschichte schon einiges gewohnt sind, so fehlen einem bei dem, was hier zu sehen ist, die Worte. Die Grausamkeit der Menschen kannte hier anscheinend keine Grenzen. So ist unsere Stimmung doch recht gedrückt, als wir in die Stadt zurückkehren.

Leider holt einen der Trubel dieser Stadt sehr schnell wieder in die Realität zurück. So vermissen wir in Phnom Penh die sonst so zurückhaltende Art der Asiaten doch ein wenig. An allen Stellen wird versucht, einem was aufzuschwatzen, die Tuk Tuk Fahrer nerven richtig, und auch die Bettelei nimmt zu. Zwar ist es nicht so schlimm, wie beispielsweise in Marocco, aber es fällt doch auf. Die Gegensätze zwischen arm und reich liegen hier so dicht beieinander, wie wir es selten gesehen haben. Hier noch der neueste Modetempel und ein paar Meter weiter liegt eine Mutter mit Kind schlafend an der Straße.

28.01.2011 Phnom Penh – Siem Reap

Nach 3 Tagen in Phnom Penh hatten wir genug vom Großstadttrubel. Wir haben uns wieder auf die Motorräder gesetzt und sind Richtung Battambang, der zweitgrößten Stadt Kambodschas, aufgebrochen. Die Fahrt raus aus der Stadt war, wie zu erwarten, recht nervig. Erst nach ca. 20 km konnte man langsam von Entspannung sprechen und auch mal einen größeren Gang einlegen. Dazu kam noch, daß uns drei Polizisten in der Stadt abgezockt haben. Angeblich sind wir über eine rote Ampel gefahren, oder was für einen Verstoß wir auch immer begangen haben sollen. Ausgerechnet in einer Stadt, wo Anarchie pur  im Verkehr herrscht. Da auch ein “Durchstarten” der Motorräder aussichtslos erschien, haben wir die Sheriffs dann von 10 auf 5 US$ runtergehandelt, und durften weiterfahren. Wegelagerer, elende!!!

Die 300 km nach Battambang waren landschaftlich recht eintönig. Topfebenes Land, alles asphaltiert, ab und zu mal ein paar Palmenhaine oder Reisfelder. Auch für die Mopeds nicht das richtige Terrain. Trotzdem ist beim Fahren äußerste Aufmerksamkeit angebracht, da immer und überall irgendwelche Mopeds auftauchen. Überholt wird dabei grundsätzlich, wo gerade Platz ist – Gegenverkehr spielt keine Rolle. Als Motorradfahrer haben wir es dabei besonders schwer, da hier so große Bikes fast unbekannt sind. Wir werden natürlich für Mofas gehalten und die haben Autos immer auszuweichen.

Da Battambang nichts aufregendes zu bieten hat, sind wir am    nächsten Tag gleich weiter nach Siem Reap. Die 180 km dorthin waren schnell abgespult, so daß wir in aller Ruhe nach einer vernünftigen Unterkunft suchen konnten. Schon beim zweiten Versuch waren wir erfolgreich und haben ein kleines Guesthouse gefunden, welches sogar einen kleinen Pool hat. Heute ging´s dann gleich auf Tempeltour. Mein lieber Mann!!! Was hier alles aus dem Boden gestampft wurde – einfach unglaublich! Ein bisschen hatte man ja schon gelesen, aber wenn man dann live davor steht…  Besonders beeindruckend fanden wir den Tempel von Ta Phrom, wo sich der Urwald schon wieder ein großes Stück zurückgeholt hat. Wahnsinn, wie die Wurzeln der riesigen Bäume einerseits zerstören, andererseits die Mauern  aber auch zusammenhalten. Trotzdem wir uns für die “kleine Einführungsrunde” heute ein Tuk Tuk gemietet hatten, waren wir am Abend ganz schön geschafft. Die Kraxelei über die Tempelmauern schlaucht ganz schön, lohnt sich aber. Die ganze Besichtigung ist natürlich nicht umsonst. Das 3-Tages Ticket kostet inzwischen 40 US$ pro Person. Das ist sicher in Ordnung, nur wenn man bedenkt, daß die Einheimischen nichts bezahlen müssen, kommt einem das schon recht teuer vor.

01.02.2011 Siem Reap – Kampong Cham

Nach zwei Tagen intensivem Tempel Sightseeing  konnten wir langsam keine Götzenbilder mehr sehen. Irgendwie sieht dann jeder Tempel gleich aus. Was aber nicht heißen soll, daß die Sache uninteressant war, ganz im Gegenteil. Wir sind dann noch in ein nahegelegenes Fischerdorf gefahren, dort, wo das wahre Leben spielt. Da wurden die Touristen dann lieber in “sicherer” Entfernung auf dem Fluß vorbeigefahren. Von weitem kommt das Elend doch nicht so rüber. Aber trotzdem waren auch dort alle freundlich, keiner war aufdringlich oder hat gebettelt. Jeder, den in good old Germany mal wieder irgendwas nervt, sollte hier mal vorbeischauen um zu sehen, was Leben und überleben heißt. Bei uns hat es jedenfalls bleibenden Eindruck hinterlassen.

Über Siem Reap bleibt zu sagen, daß es sicher die “Vorzeigestadt”  Kambodschas ist. Alles ist verhältnismäßig sauber, es wird sogar das Laub geharkt. Auch der Verkehr ist nur mittelmäßig chaotisch. Trotzdem sind wir heute Morgen nach Kampong Cham aufgebrochen, um dann nach Laos weiterzufahren.

02.02.2011 Kampong Cham – Veun Kham

Heute wollten wir eigentlich entlang dem Mekong ein bißchen offroad unterwegs sein. Den Abzweig von der Hauptstraße auf die Piste haben wir auch gut gefunden und die ersten Kilometer liefen auch ganz gut. Leider verlor sich die Route nach ca. 10 km in verschiedene Trampelpfade, die auch nicht im entferntesten die gewünschte Richtung andeuteten. Also das Ganze wieder retour und über eine weniger befahrene Asphaltstraße in Richtung Kratie. Dort, wo wir eigentlich übernachten wollten, waren wir nun schon recht zeitig, so daß wir gleich noch weiter bis Stung Treng gefahren sind – der letzte Ort vor der laotischen Grenze. Die Landschaft wird immer trostloser, der Verkehr nimmt deutlich ab. Die Flächen links und rechts der Straße werden großflächig abgebrannt, was bei 35 Grad auf dem Motorrad besonders gut ankommt.

Unsere letzte Nacht in Kambodscha läßt uns ein wenig Resümee ziehen. Dieses Land hat nicht annähernd unsere Erwartungen erfüllt. Weder landschaftlich noch in Hinsicht auf´s Motorradfahren konnten wir irgendwelche Highlights verzeichnen. Wären nicht die Tempel von Ankor Wat und Umgebung gewesen, hätte man es sich sparen können. Diese Erfahrungen teilen wir übrigens auch mit anderen Reisenden, die wir unterwegs getroffen haben. Die meisten davon waren Backpacker, die auch schon viel in der Welt rumgekommen sind und sich ein Urteil bilden können. Trotzdem hat das Land auch seine guten Seiten. Die Menschen sind freundlich, zurückhaltend und man fühlt sich nirgends unsicher. Auch ist immer eine Spur Neugier vorhanden. Vom Navi am Motorrad waren immer alle besonders fasziniert. Natürlich wollen alle am aufkommenden Tourismus verdienen – doch in welchem Land ist das nicht so? Aber man kommt mit relativ wenig Geld gut zurecht, die Preise sind meistens okay. Apropos Geld. Es ist schon witzig, daß Kambodscha den Riel als Landeswährung hat, aber überall in US$ bezahlt wird. Selbst die Geldautomaten spucken nur Dollar aus, keine Landeswährung. Diese wird höchstens als Wechselgeld für kleine Beträge eingesetzt. Good Bye Kambodscha!

03.02.2011 Welcome to Laos

Die paar Kilometer bis zur Grenze waren heute morgen schnell abgespult. Ein bißchen mulmig war uns schon, hatten wir doch vorher kein Visa eingeholt. Die Meinungen darüber gehen je nach Reiseführer auseinander. In manchen heißt es, von Kambodscha aus gibt´s kein Visa on Arrival, bei anderen ist es kein Problem. Also los! Jetzt können wir sagen: Alles kein Problem! Das war ein einfacher und entspannter Grenzübertritt. Sogar der Zoll wußte mit unserem Carnet Bescheid und alle Stempel waren nach ein paar Minuten an der richtigen Stelle.

Kurz nach der Grenze haben wir gleich einen  Stop an den Mekong Wasserfällen gemacht. Das war schon recht beeindruckend, was hier runterkommt. Es hätte uns interessiert, wie es hier zur Regenzeit aussieht. Da  ist das Ganze sicher noch einmal spektakulärer. Unseren ersten Übernachtungsplatz haben wir dann auf der Insel Khong gefunden.

05.02.2011 Khong – Bolaven Plateau

Am nächsten Tag sind wir von der Insel Khong Richtung Norden aufgebrochen. Die Überfahrt zum Festland war dabei gleich das erste Tageshighlight. Da die Autofähre gerade abgelegt hatte, haben wir kurzerhand eine „Kanufähre“ genommen. Die beiden Skipper waren auch ganz zuversichtlich was die Zuladung angeht. Ob sie wissen, was so eine voll beladene KTM wiegt? Mit ein bisschen Wasser schöpfen sind wir auch sicher am anderen Ufer angekommen. Eigentlich wollten wir ja in Pakse übernachten, aber auf Großstadt hatten wir im Moment nicht so richtig Lust. So haben wir hier nur kurz halt gemacht, um zu tanken und mal eben ein paar Millionen aus dem Automaten zu ziehen. Ja, ruck zuck ist man hier Millionär. Leider nur mit laotischen Kip. Unsere Übernachtung haben wir dann auf dem Bolaven Plateau gefunden. Nahe einem Wasserfall – mitten im Dschungel – konnten wir hier eine Hütte mieten, ganz spartanisch ausgestattet, aber mit himmlischer Ruhe, genau das, was uns gefehlt hat. Das Beste hier ist, dass das Bolaven Plateau auf ca. 1.000 m Höhe liegt und somit die Temperaturen hier oben gleich mal auf angenehme 25 Grad gesunken sind. Nachts wurde es sogar etwas kühl in der Hütte. Die Leute in dieser Gegend leben hauptsächlich vom Kaffeeanbau. Der wächst hier oben quasi in jedem Vorgarten. Überall sieht man Matten, auf denen die geernteten Bohnen zum Trocknen ausgebreitet werden. Das dauert ca. einen Monat, danach werden die Bohnen zur Weiterverarbeitung für knapp 2 €/kg verkauft. Bei unserem Aufenthalt hier haben wir noch Jürgen und seine Frau Phaengsri kennengelernt. Die Zwei sind auch mit dem Motorrad unterwegs. Jürgen lebt schon 10 Jahre in Thailand und konnte uns natürlich mit Informationen versorgen, die man sonst nur schwer erhält. Vielleicht sehen wir die Beiden noch mal bei unserer Rückreise durch Thailand.

07.02.2011 Bolaven Plateau – Savannakhet – Thakhek

Die zwei Tage auf dem Plateau haben richtig gut getan. Endlich mal keine Aircondition im Zimmer nötig, kein Verkehrslärm morgens beim Aufwachen und die Landschaft ringsum grün. Das hat sich heute alles wieder schnell geändert. Je näher wir wieder in die Mekongebene kamen, desto wärmer und trockener wurde es wieder. Ab Saravane standen dann erst mal 70 km Piste auf dem Programm. Diese hatte außer Wellblech, tiefen Löchern und Spurrinnen vor allem eins zu bieten: Staub, Staub, Staub. Bei jedem LKW, der entgegenkam, hieß es Luft anhalten und durch. Am Ende der Strecke waren wir jedenfalls gut “paniert”. Unterwegs ist mitten auf einer Brücke ein Pickup mit defekter Vorderradaufhängung liegengeblieben, da ging erst mal gar nichts mehr, aber nur für die Autos. Trotz breiter Koffer konnten wir uns vorbei mogeln. Bemerkenswert ist vor allem die Improvisation der Laoten bei der Autoreparatur. 😉 Nach einem Zwischenstop in Savannakhet sind wir dann am nächsten Tag gleich nach Thakhek weitergefahren. Eigentlich wollen wir jetzt schnellstmöglich weiter nach Norden, da soll es dann endlich landschaftlich interessanter werden. Wir sind schon gespannt.

09.02.2011 Thakhek – Kong Lor – Vientiane

Die Fahrt von Thakhek nach Norden führt uns zunächst auf der Straße 13 weiter nach Norden, bevor es dann östlich Richtung Lak Sao abgeht. Sofort wird die Straße kurviger, es geht hoch und runter. Endlich mal wieder was für´s Motorrad. Auch die Landschaft nimmt bizarre Felsformationen an. Von Jürgen hatten wir den Hinweis auf eine Höhle bei Kong Lor bekommen. Diese wollten wir uns anschauen. Als wir dort am Nachmittag ankamen, fällt uns sofort die dicke 1200er GS auf, die dort geparkt ist. Der Besitzer, Dirk aus Belgien, winkt uns auch gleich zu und wir kommen erst mal über die Vor- und Nachteile unserer Motorräder ins Gespräch. Dabei quatschen wir uns so fest, daß die Höhlenbesichtigung auf den nächsten Tag verschoben werden muß. Nachdem wir uns noch ein kleines Guesthouse gesucht haben, sind wir am nächsten Morgen die ersten Kunden bei den Höhlenguides. Die Tour geht mit einem Kanu mit Außenborder quer durch die Tropfsteinhöhle. Das ist mal was ganz anderes. Mit Schwimmweste und Stirnlampe ausgerüstet fahren uns die beiden Laoten ca. 7-8 km durch die Höhle. Da, wo das Wasser zu flach wird, geht es per Pedes weiter und die beiden Guides ziehen das Boot mit vereinten Kräften durch das Wasser. Nach knapp 3 Stunden sind wir wieder zurück und satteln unsere Mopeds auf, denn heute soll es noch bis nach Vientiane, der Hauptstadt Laos, weitergehen. Auf dem Weg dorthin treffen wir Tom und Klaus aus Österreich auf ihrer KTM LC4 Adventure. Diese Begegnung war ganz witzig, denn als die beiden neben uns anhalten sagt Tom zu mir “Du bist der Maik aus Deutschland!” Auf die Frage, woher er das wisse, sagte er mir, daß mein abgestempelter Carnetabschnitt noch beim Zoll rumlag und er dort kurz nach uns durchgekommen sei. Wir tauschen mit den Beiden noch ein paar News aus und fahren dann Richtung Vientiane weiter. Kurz vor der Hauptstadt nimmt der Verkehr wieder etwas zu und es geht nur noch langsam voran. Das macht uns nach den heutigen 320 km und extremen Temperaturen von 35 Grad ganz gut zu schaffen. Nicht nur uns wird dabei heiß, auch die Motorräder müssen kämpfen. Meine LC8 wird so heiß, daß kurzfristig die Kupplung streikt und nicht mehr richtig trennt. Das macht sich an einer Ampelkreuzung, wo man ganz vorn steht, besonders gut. 😉 Aber die Laoten nehmen es gelassen, keiner hupt, alle fahren vorbei.  Wobei uns generell aufgefallen ist, daß der Verkehr in Laos wesentlich entspannter und gesitteter verläuft, als in Kambodscha. Hier gibt es wenigstens Verkehrszeichen und die Leute halten sich sogar daran. So sind wir denn auch froh, daß wir nach einer knappen Stunde ein brauchbares Hotel gefunden haben und die wohlverdiente Dusche genießen können.

12.02.2011 Vientiane – Vang Vieng – Luang Prabang

In Vientiane haben wir uns einen Tag Auszeit genommen, um ein bißchen auf Sightseeingtour zu gehen. Leider sind die paar Tempel bzw. Bauwerke, die es dort überhaupt gibt, in einem erbärmlichen Zustand. Da gab es in Thailand wesentlich schönere Anlagen zu sehen. So sind wir dann am übernächsten Tag wieder auf die Mopeds, um nach Vang Vieng zu fahren.  Der Zufall wollte es, daß wir am Morgen, bei der Ausfahrt aus Vientiane, wieder auf unsere beiden Ösis Tom und Klaus stoßen. Die Welt ist eben ein Dorf! Klaus hatte sich inzwischen eine 250er Honda gemietet – zusammen wollten die Beiden den  Norden von Laos entdecken. Vang Vieng könnte man als Party- und Drogenmeile von jeder Menge Amis, Australiern und weiß der Geier von was für durchgeknallten Typen bezeichnen. Vermutlich sind wir zu alt für diese Art von Tourismus! Hier hält uns nun überhaupt nichts. Wenigstens war die Anfahrt dorthin nach unserem Geschmack. Die Landschaft wurde bergiger, eine Kurve jagt die nächste. So soll es sein! Aber das sollte erst der Vorgeschmack auf die nächste Tagesetappe nach Luang Prabang sein. Denn von den 230 km dorthin waren mindestens 200 km nur Kurven. Wer sich in unsere Route vom 12.02. mal reinzoomt, weiß, was wir meinen. Jetzt darf man das aber nicht mit lockerem Kurvensurfen, wie beispielsweise in den Alpen vergleichen. Hier fordert jede Kurve volle Konzentration. Schlaglöcher oder Absätze von bis zu 25 cm Tiefe, Kühe oder Schweine auf der Fahrbahn, LKW´s, die die Kurven schneiden , oder Laoten, die mal eben am Straßenrand sitzen oder liegen – alles davon ist jederzeit möglich. So haben wir denn für die 230 km auch 5 Stunden gebraucht, bis wir endlich in der “heimlichen” Haupstadt Laos – Luang Prabang – angekommen sind. Diese Stadt macht endlich mal einen positiven Eindruck auf uns. So hätten wir uns manch andere Stadt in Laos oder Kambodscha auch gewünscht. Die Zimmersuche gestaltet sich allerdings etwas schwieriger als erwartet. Irgendwas paßt immer nicht. Entweder ist kein geeigneter Platz für unsere Mopeds da, oder es gibt kein Wlan, oder das Zimmer ist einfach Sch…. So dauert es dann fast drei Stunden, bis wir endlich einchecken können. Abends sind wir dann noch auf den Nachtmarkt gegangen und haben die angenehme Stadtathmosphäre auf uns wirken lassen.

14.02.2011 Luang Prabang

Wir sind jetzt den dritten Tag in Luang Prabang und langsam wird es Zeit, weiter zu ziehen. Die Zeit hier war wirklich sehr angenehm. Auch wenn man nicht mehr jeden Tempel oder jedes Kloster besucht, es macht einfach Spaß, ein bißchen am Mekong entlang zu laufen, über den Sinn oder Unsinn des Lebens zu philosophieren oder sonst irgendwelche unwichtigen Dinge zu tun. Oder einfach nur Touri-Sightseeing zu betreiben – das bringt fast immer Spaß! Der heutige Tag hat uns dann noch nördlich und südlich der Stadt zu den Höhlen von Pak Ou und den Wasserfällen von Kuang Si geführt. Die Höhlen waren etwas enttäuschend, da waren wir von Kong Lor spannenderes gewöhnt. Die Wasserfälle dagegen waren, obwohl auch ein Tourisammelpunkt, sehr schön. Ein erfrischendes Bad zwischendurch tut beim Motorradfahren echt gut. Die Motorräder haben, nach inzwischen gut 4.000 km, noch mal einen kleinen Check bekommen, aber eigentlich ist bis auf Kleinigkeiten nichts zu tun. Ich habe mir bei der LC8 etwas Sorgen wegen der Kühlung gemacht. Denn bei den geringen Geschwindigkeiten, die hier manchmal gefahren werden müssen, läuft der Lüfter fast permanent. Aber wahrscheinlich bin ich das von Deutschland einfach nicht gewohnt 😉 und deshalb etwas übervorsichtig. Ein Check des Kühlsystems hat jedenfalls nichts Nachteiliges ergeben. Wollen wir hoffen, daß das so bleibt. Morgen geht es dann weiter Richtung Norden nach Oudomsay.

16.02.2011 Luang Prabang – Luang Namtha – Chiang Khong

Die Straße Nr.13 von Luang Prabang nach Oudomsay hatte mal wieder alles zu bieten, was das laotische Straßenrepertoire so drauf hat. Die ersten 80 km waren recht angenehm zu fahren, aber dann wußte man nicht, ob man auf Asphalt oder dirt road unterwegs war. Es wechselte alle paar hundert Meter der Belag. Das ist manchmal nerviger, als reine Piste zu fahren. Hinsetzen lohnte fast nicht. Da Gina aber ordentlich Speed vorgelegt hatte, waren wir kurz nach dem Mittag schon in Oudomsay – was aber nicht unbedingt zum Verweilen einlud. Also nochmal 115 km draufgelegt und weiter bis Luang Namtha. Jetzt hatten wir den nördlichsten Punkt unserer Reise erreicht. Die Grenze nach China ist nur noch knapp 60 km entfernt, das merkt man schon deutlich. In unserem – natürlich chinesischen – Hotel waren beim durchzappen auf dem Fernseher so ziemlich alle Sender mit den Heldentaten der chinesischen Regierung präsent. Bloß gut, daß ein chinesischer Tourist uns beim einchecken dolmetschen konnte. Denn sonst wär es mit der Verständigung etwas kompliziert  geworden. Auf englisch ging beim Personal hier gar nichts mehr. Heute Morgen ging es dann auf der wohl besten Asphaltstaße von Laos, der Straße Nr. 3, weiter Richtung Huang Xai. Vorher waren aber noch 10 km Piste  zu bewältigen, denn ich wollte noch einen Abstecher zu einem in der Nähe liegenden Geocache machen. Wenn ich vorher gewußt hätte, daß ich dafür gefühlte 300 Stufen zu einem Tempel raufsteigen muß, hätte ich es mir vielleicht überlegt. Danach lagen dann ca. 100 km feinste Asphaltstrecke mit unzähligen Kurven vor uns. Es schien fast so, als wollte uns diese Straße für die vergangenen zwei Wochen laotische “Straßenbaukunst” entschädigen. Gegen Mittag erreichten wir dann Huang Xai – den laotischen Grenzort nach Thailand. Dummerweise genau zur Mittagszeit kreuzte ich dann beim laotischen Zoll auf und wollte unsere Carnets abstempeln lassen. Das geht natürlich gar nicht!!! Die Mittagspause ist hier so heilig, wie nur irgendwas. Also warten, bis der laotische Zöllner sein Päuschen beendet hat und dann ging´s weiter über den Mekong nach Thailand. Dabei durften wir für unverschämte 280.000 Kip auf der Bugklappe der Fähre Platz nehmen. Auch auf der thailändischen Seite ging alles ohne Probleme. Nach einer halben Stunde waren Pässe und Carnets gestempelt (das sollten wir vielleicht mal den Zöllnern im Bangkoker Hafen erzählen). Da wir aber von der Warterei doch ziemlich erledigt waren, hieß es nur noch Zimmer suchen und ausruhen! Zurück im Land der Massagen haben wir uns dann auch gleich noch eine davon gegönnt und anschließend gab es noch ein feines Abendessen am Mekong. Im Hintergrund lief dazu “Sailing” von Rod Stewart…so darf ein Tag ausklingen! 😉

Zu Laos läßt sich abschließend sagen, dieses Land hat uns deutlich besser gefallen, als Kambodscha. Besonders die letzen Tage hier im Norden waren landschaftlich sehr schön. Auch die Menschen sind sehr freundlich und das begeisterte Winken der Kinder am Straßenrand verbunden mit einem “Sabbaidee” werden wir vermissen. Leider hat uns das Preis-/Leistungsverhältnis, besonders bei der Unterkunftsuche, etwas überrascht. Da wird manchmal schon recht ordentlich zugelangt, ohne die entsprechende Gegenleistung. Aber auch das gehört zum Tourismus.

20.02.2011 Chiang Khong – Chiang Rai – Chiang Mai

Über Chiang Rai, wo wir nur übernachtet haben, sind wir weiter nach Chiang Mai gefahren. Hier wollen wir erst mal ein bißchen Pause machen und die Batterien aufladen. Diesmal hatten wir auch mehr Glück bei der Zimmersuche. Graham aus England vermietet hier Bungalows, in denen wir uns auch wohl fühlen. Allein über dieses Thema könnte man ein Buch schreiben… Mein Gott, was haben wir in den letzten Wochen schon für Zimmer gesehen. Viele davon zum Glück nur von außen. 😉

So war am nächsten Tag erst mal ein Stadtrundgang angesagt. Dieser führte allerdings meistens von einem Cafè zum anderen, denn die Hitze hier wird jeden Tag schlimmer. Na ja, dem einen oder anderen Tempel haben wir dabei auch noch noch einen Besuch abgestattet. In der Hoffnung, daß es im Umland von Chiang Mai etwas kühler ist, sind wir dann heute etwas durch die Berge gefahren. Immerhin zeigte der Höhenmesser vom Navi über 1.000 m an, aber Kühlung blieb dennoch aus. Selbst die Einheimischen erzählten uns unterwegs, daß es für diese Jahreszeit schon ungewöhnlich heiß ist. Morgen geht es dann weiter Richtung burmesische Grenze. Die Strecke dorthin verspricht, schön zu werden, sowohl landschaftlich als auch fahrerisch. Es warten reichlich Kurven auf uns. Vorher müssen wir allerdings noch mal zum Zoll hier in Chiang Mai. Bei unserer Einreise neulich hat man uns nur ein 30-Tage-Visa für unsere Motorräder genehmigt, obwohl wir selber 60 Tage frei haben. Ob das nun Recht ist oder nicht, wissen wir nicht so genau. Jedenfalls müssen wir jetzt noch mal verlängern, denn auf Ärger bei der Verschiffung unserer Mopeds können wir gut verzichten.

23.02.2011 Chiang Mai – Pai – Tham Lod

Am Montag Morgen quälen wir uns in den Süden der Stadt zum Zollgebäude, das wir Dank Navi auch schnell erreichen. Vor dem Gebäude spricht uns eine ältere Frau mit Strohhut an. Ich dachte schon, was will denn die Gärtnerin von uns, da stellte sich dann heraus, daß es eine Zöllnerin war. Ups, gerade noch so die Kurve gekriegt. Jedenfalls hat sie uns erklärt, daß wir am falschen Zollgebäude sind. Wir müßten direkt zum Flughafen, da gibt es noch einen Cargo Zoll. Also wieder los. Dort haben wir dann auch recht schnell den richtigen Ansprechpartner gefunden. Nachdem, wie üblich in Thailand, erst mal Kopien vom Paß und allen sonstigen Papieren gemacht wurden, haben wir jetzt endlich die Erlaubnis, uns mit unseren Bikes bis zum 16.04.2554 in Thailand aufzuhalten. Das sollte reichen 😉 Damit ist natürlich der buddhistische Kalender gemeint,  der hier offiziell auf allen Formularen als Datum verwendet wird. Da wir Chiang Mai Richtung  Norden verlassen wollten, ging´s jetzt wieder quer durch die Stadt zurück, um nach ca. 2o km dann endlich auf die H1069 abzubiegen, die uns mit reichlich Kurven erst mal bis Pai, einer kleineren Stadt im Norden Thailands, führen sollte. Hier hat dann fast alles für den perfekten Kurvenspaß gepaßt. Kurven bis der Arzt kommt, perfekter Straßenbelag, nur unsere Stollenreifen sind nicht ganz ideal für diese Strecke. Aber wir wollen nicht meckern. Dafür, daß unsere TKC 80 schon 5.000 km auf der Uhr haben, haben sie sich ganz tapfer geschlagen. In der Schule würde man sagen “sie waren stets bemüht”, uns Haftung zu vermitteln. 🙂 In Pai haben wir nur eine Nacht zugebracht, um am nächsten Tag nach nur 50 km erneut Quartier zu machen. In Tham Lod gibt es eine Höhle zu besichtigen, in der nicht nur Tropfsteine zu sehen sind. Jeden Abend fliegen tausende Mauersegler in die Höhle, um dort zu übernachten. Gleichzeitig fliegen jede Menge Fledermäuse, die den Tag dort verpennen, abends hinaus. Das ist schon ein beeindruckendes Spektakel. Da wir hier eine zwar einfache aber sehr ruhige Unterkunft mitten in der Natur gefunden haben, hängen wir gleich noch einen Tag dran, um selber etwas abzuhängen. 😉 Vormittags ein bißchen wandern, etwas lesen und den Tag mit neuen Bekanntschaften verbringen. Dazu zählt nicht nur  Andrea, eine nette Schweizerin, auch “Struppi”, der Gina anscheinend in sein Herz geschlossen hat, weicht den ganzen Tag nicht mehr von unserer Seite. Bei unsere Wanderung heute hat er glatt das Navi ersetzt und uns den Weg durchs Unterholz gezeigt. Gina bekommt der motorradfreie Tag sehr gut. Ich selber kann es am Nachmittag dann doch nicht lassen und fahre noch ein paar Kilometer durch die Berge. Die Aussicht dabei ist phänomenal, trotzdem heißt es aufpassen. Wenn hier was passiert, kommt unter Umständen erst mal ein paar Stunden niemand vorbei.

26.02.2011 Tham Lod – Mae Hong Son – Mae Chaem – Mae Sariang

Mae Hong Son, eine verschlafene Provinzhauptstadt im äußersten Nordwesten Thailands, erreichen wir nach ein paar Stunden Fahrt über immer noch reichlich kurvige Straßen. Die Alpen kann man dagegen glatt vergessen. Nur, daß es hier nicht so weit rauf geht. Aber das sollte sich auch noch ändern. Die bekannteste “Attraktion” in dieser Gegend sind wohl die sogenannten “Langhalsfrauen”. Ursprünglich aus Burma stammend, und dort vertrieben, werden sie in Thailand geduldet und mehr oder weniger als Touristenattraktion vermarktet. Wir haben uns auch überlegt, ob wir so ein Dorf besuchen sollen, oder lieber nicht. Aber schließlich ist der Touristenbesuch so ziemlich die einzige Möglichkeit für die Menschen dort, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Warum also nicht einen kleinen Beitrag dazu leisten. Was uns doch gewundert hat war, daß dort eine katholische Kirche im Dorf war. Leider war die Verständigung mit den Dorfbewohnern recht dürftig, so daß wir nur erfahren konnten, daß dort Buddhismus und Katholizismus nebeneinander praktiziert werden. Warum auch nicht?! Nach dem Besuch der Langhalsfrauen fahren wir noch am selben Tag weiter bis Mae Chaem. Dort finden wir nach etwas suchen noch ein Guesthouse, dessen beste Ausstattung ein Pool mit Aussicht auf die Berge ist. Tut das gut!!! Hier im Norden Thailands befindet sich auch der geographisch höchste Punkt des Landes. Der Doi Inthanon ist mit 2.565 m der höchste Berg Thailands. Auf einer gut ausgebauten Straße sind wir heute morgen nach einer guten halben Stunde auf dem Gipfel. Was besonderes gibt es dort oben nicht, außer, daß vielleicht Thailands höchste Pommesbude dort oben ist. Etwas sehenswerter sind da schon die zwei Stupas unterhalb des Gipfels, die zu Ehren des 60. Geburtstage des Königspaares erbaut wurden. Natürlich für den König eine und für seine Frau auch. Das nenne ich mal Geburtstagsgeschenke! Wieder runter vom Berg ging es dann heute noch bis Mae Sariang, das aber nur Zwischenstation auf unserem Weg zur burmesischen Grenze ist.

28.02.2011 Mae Sariang – Mae Sot – Sukhothai

In Mae Sot, dem Grenzort nach Burma, kommen wir am frühen Nachmittag an. Die Fahrt dorthin war wieder mal sehr abwechslungsreich.  Trotz guter Straße, die auch mal zum zügigen fahren verleitet, ist immer eine Hand an der Bremse gefragt. So sieht Gina hinter einer Kurve mal eben einen kapitalen Wasserbüffel mitten auf der Straße stehen. Zum Glück sind diese Artgenossen recht träge und schauen nur wiederkäuend in die Gegend. Aber man ist dann immer wieder etwas wacher, als zuvor. Bevor wir uns in Mae Sot ein Quartier suchen, wollen wir eben noch mal schnell zu Grenze, um zu schauen was dort geht. Die Ernüchterung war dann ziemlich groß, als wir von den thailändischen Grenzbeamten erfahren, daß die Grenze nach Burma an diesem Grenzübergang schon seit längerem geschlossen ist, und auch demnächst nichts passiert. Im Netz lesen wir dann abends nach, daß an diesem Grenzübergang immer wieder Konflikte zwischen “Rebellen” und der burmesischen Armee auftreten und immer, wenn die Grenze mal wieder geöffnet wird, es zu Eskalationen kommt. So bleibt uns nichts weiter übrig, als für ein paar Fotos bis zum Moei Fluß zu fahren, an dem man nach Burma rüber schauen kann. Die Straßenhändler, die uns dort empfangen, wollen mir als erstes mal ´ne Packung Viagra andrehen. Ich muß wohl ziemlich erschöpft gewirkt haben 😉 . Die Spielzeuge, die sie Gina angeboten haben, beschreibe ich hier mal lieber nicht 🙂 . Das Ganze passiert unter den “strengen” Blicken der thailändischen Armee, die aber für ein Fotoshooting bereitwillig zur Verfügung steht. Da Mae Sot ansonsten eine Grenzstadt ohne wirkliche Highlights ist, fahren wir am nächsten Tag weiter nach Sukhothai, der ehemaligen Hauptstadt Thailands. Hier wollen wir 2-3 Tage bleiben und uns vor allem die Altstadt ansehen. Mal sehen, was uns erwartet. Die Fahrt führt über einen sehr gut ausgebauten Highway, der teilweise erneuert wird. Erinnerungen an zuhause werden wach… … …Arbeit… … …da war doch mal was!? 😉 Aber die Bilder ähneln sich. Immer, wenn der Bauführer vorbeikommt, ist gerade kein Sattel vor dem Fertiger 🙂

02.03.2011 Sukhothai

Die letzten drei Tage war erst mal “nichtstun” angesagt. Jedenfalls nichts, was mit Motorrad zu tun hat. 🙂 Die Unterkunft, die wir diesmal gefunden haben, ist auch ganz schön, sogar mit kleinem Pool. Da kann man schon mal 1-2 motorradfreie Relaxtage einlegen. Da Sukhothai aber auch etwas Historie  zu bieten hat, haben wir uns gestern den historischen Park der Stadt angeschaut. Da gibt´s jede Menge Tempel in einer schönen Parkanlage zu besichtigen. Das Ganze auf zwei Hightechbikes, die wir zu diesem Zweck ausgeliehen haben. 😉 Man, was sind wir doch mit unseren Mountainbikes zu hause verwöhnt. Aber hier war alles topfeben, so daß man auf Gangschaltung und ähnlichen Schnickschnack getrost verzichten konnte. Außerdem kann man für 75 ct auch keine Wunder erwarten. In der letzten Nacht kam hier endlich mal ein richtiges Gewitter runter, so daß sich die Temperaturen von gestern noch 39° auf erträgliche 33° abgekühlt haben. Aber der Gedanke an die momentanen Temperaturen in Germany läßt uns auch dies ertragen. 😉

06.03.2011 Sukhothai-Udon Thani

Nachdem wir in Sukhothai drei Tage lang gefaulenzt haben, sind wir Richtung Udon Thani aufgebrochen. Dort in der Nähe wohnen Jürgen und Phaengsri, die wir ja in Laos kennen gelernt hatten. Ihrer Einladung folgend, sind wir nach zwei Tagen Fahrt dort angekommen. Nach einem kleinen Rundgang in Haus und Garten gab´s erst mal frische Papayas und Kokosnüsse direkt vom Baum. Das Öffnen der Nuß mit der Machete habe ich dann doch lieber Phaengsri überlassen – mit weniger als zehn Fingern fährt es sich so schlecht Motorrad 😉 Am nächsten Tag sind wir mit den Beiden ein bißchen durch die Gegend gefahren und haben so ein paar Infos zu Land und Leuten bekommen, die man als normaler Touri vielleicht nicht bekommt. Bei der Besichtigung eines Tempels in der Nähe,  wurde uns auch die plastische Darstellung der buddhistischen Hölle gezeigt. Alter Schwede, da ist aber der Ofen aus, wenn Du als Buddhist die Spielregeln nicht einhältst. Die Gehilfen des Teufels, oder wie immer der Kerl hier auch heißt, bevorzugen es dabei, die Delinquenten in Ihre Einzelteile zu zerlegen. Dabei werden alle möglichen Hilfsmittel, wie Säge, Beil, Spieße u.s.w. zur Hilfe genommen. Also auch hier gilt, immer schön auf dem Pfad der Tugend bleiben, dann wird man(n) im Himmel von zahlreichen Jungfrauen verwöhnt. Als wir dieses Erlebnis abends bei einer kleinen Party, die die Beiden extra noch organisiert hatten, in die Runde warfen, brach großes Gelächter aus. Jungfrauen – in Thailand!!?? Während Gina sich am nächsten Tag den traumhaften Garten von Phaengsri angesehen hat, bin ich mit Jürgen mal durch die nähere Umgebung gefahren. Natürlich offroad! Ja, wenn man die Gegend kennt, ist der Offroadspaß natürlich garantiert. Aber das ist in Deutschland ja nicht anders. Auf jeden Fall konnte ich so die KTM ihrer Bestimmung mal wieder etwas näher bringen.

07.03.2011 Udon Thani – Sahatsakhan

Da wir die Gastfreundschaft von Jürgen und Phaengsri nicht überstrapazieren wollten, sind wir heute Richtung Südost aufgebrochen. Die Landschaft wird jetzt immer trockener und es gibt nicht mehr so wirklich viel zu sehen. Also fahren wir, möglichst nicht über Schnellstraßen, Richtung Golf von Thailand. Mal sehen, ob wir dort noch ein nettes Plätzchen finden, wo wir die letzten Tage hier in Thailand verbringen können. Obwohl die Landschaft, außer Gluthitze, nicht mehr so viel zu bieten hat, sollte uns heute nicht langweilig werden. Die erste Polizeikontrolle, bei der wir auch wirklich rausgewunken wurden, war heute fällig. Die Sheriffs waren aber locker drauf und nachdem wir Ihnen unseren internationalen Führerschein erklärt hatten, standen sie dann auch noch bereitwillig für ein Abschiedsfoto zur Verfügung. Also alles heiße Luft – im wahrsten Sinne! Aber es sollte noch besser kommen. Bei einer Rast fiel mir auf, daß mein Hinterreifen etwas schwach auf der Brust war. Eine genauere Überprüfung ergab dann noch genau 0,5 bar Restluftdruck. F…! Zum Glück waren wir schon in einer Ortschaft, so daß wir nach etwas suchen wenigstens eine kleine Werkstatt mit Kompressor finden konnten. Da konnte ich mir schon mal das aufpumpen von Hand sparen. Unter den neugierigen Blicken der Einheimischen, die übrigens immer mehr wurden, haben Gina und ich dann bei lauschigen 38 Grad im Schatten mal eben den Reifen gewechselt. An sich keine große Sache, aber bei der Hitze lief mir das Wasser nur so über die Stirn. Wenigstens gab es neben der Werkstatt auch was zu trinken – sogar mit Eis! Also Glück im Unglück. Nebenbei hat der Werkstattchef, der übriges sehr hilfsbereit war auch ohne ein Geschäft zu machen,  mal eben einen Roller auf seine Drehfreudigkeit getestet – natürlich ohne Auspuff! Hier muß eben alles für höchste Anforderungen ausgelegt sein 😉 Nach der Reifenaktion war dann nur noch Zimmersuche angesagt. Zum Glück haben wir auch schnell was einfaches gefunden, die Auswahl in diesem Kaff war nicht eben üppig. Wir haben uns dann nur über den 2*1,5m großen Spiegel direkt neben dem Bett und das Kondom auf dem Bett gewundert. 😉

10.03.2011 Sahatsakhan – Golf von Thailand

Nach nunmehr fast 8.000 km sind wir wieder an den Golf von Thailand zurückgekehrt. Hier, wo wir vor genau sieben Wochen gestartet sind, wollen wir die letzten Tage unserer Reise mit ein paar Tagen Strandurlaub ausklingen lassen. Danach geht´s zurück nach Bangkok, wo wir noch etwas Zeit brauchen, um die Motorräder auf ihren Weg nach Hause zu bringen. Der übliche Zoll- und Behördenwahnsinn halt. Die letzten drei Tage waren eigentlich nur reine “Verbindungsetappe” zur Küste. Im Nordosten von Thailand liegt wirklich der Hund begraben. Man merkt das schon an den Schildern am Straßenrand. Wo sonst noch mal ein Hinweis auf englisch stand, ist jetzt fast nur noch thai zu lesen. Auch die Verständigung mit den Thais wird schwieriger, manchmal geht nur noch was mit Händen und Füßen. Wenn uns das Navi nicht ein paar Hinweise auf Übernachtungsmöglichkeiten (auch wenn es meist nur Bum-Bum-Resorts waren 🙂 ) gegeben hätte, wäre die Suche wohl manchmal noch schwieriger geworden. Nachdem wir heute schon zeitig in Strandnähe waren, hat es doch wieder ein paar Stunden gedauert, bis wir etwas vernünftiges gefunden hatten. Obwohl die Zimmerpreise hier locker doppelt so hoch sind, wie im Rest des Landes, ist es gar nicht so einfach, alles Gute unter einen Hut zu kriegen. Wir sind schon auf das Wochenende gespannt, da fallen die Einheimischen meist in Scharen ein und machen Party. Zum Glück ist die nächste Karaokebar ein paar hundert Meter von unserem Resort entfernt. Wer das schon mal gehört hat, weiß wovon wir reden. Alles was wir jetzt noch wollen, ist ein bißchen relaxen am Ozean, ohne viel Getöse und nervige Touris. Mal sehen, was draus wird. Die letzten Kilometer, besonders hier im Osten, waren doch recht stressig. Wir sind froh, daß wir die Tour ohne Zwischenfälle überstanden haben. Manche Thais fahren wirklich, als gäb´s kein morgen. Wer sich hier nicht dem Verkehr anpassen kann, hat gnadenlos verloren. Auch wenn mancher Indienreisende jetzt sagen wird Thailand ist harmlos, so hat uns die eine oder andere Situation auf unserer Reise doch schon mal die Schweißperlen auf die Stirn getrieben. Und wer uns kennt weiß, daß wir nicht ängstlich im Straßenverkehr sind 😉

16.03.2011 Laem Mae Phim

Die letzten Tage waren gekennzeichnet von Strand, Pool und Gegend mit dem Motorrad erkunden. Streß laß nach! 😉 Man kann den Tag also auch mit “nichts tun” rumkriegen. Zu viel mehr hat man bei diesen Temperaturen auch nicht wirklich Lust. Heute morgen war es doch tatsächlich mal bewölkt und das Thermometer schien die 30 Grad Marke nicht wirklich knacken zu wollen. Also rauf auf´s Motorrad und einen nahegelegenen Geocache suchen. Leider sind wir bei dieser Fahrt mal wieder in eine Polizeikontrolle gekommen – und die wollten auch tatsächlich unsere Papiere sehen. Diese lagen natürlich gut sortiert im Guesthouse. Tja, fahren ohne Führerschein kostet in Thailand 400 Baht. Wieder was gelernt 😦 Das war also ein teurer  Cache geworden. Aber als ob das nicht schon genug wäre, machte die KTM heute auch noch Zicken. Nachdem wir nun 8.000 km durch drei Länder gefahren sind,  ohne nennenswerte Probleme zu haben, hat sich mein Zündschloß dazu entschieden, mich auf den letzten Kilometern mit einem Kabelbruch zu überraschen. Bis jetzt läuft die Maschine aber noch, nur bei bestimmten Lenkerstellungen ist “der Ofen plötzlich aus”. Ich will  hoffen, daß die letzten 200 km bis nach Bangkok noch alles gut geht. Damit der Tag auch noch gebührend beended wird, findet heute neben unserem Guesthouse eine Karaokeveranstaltung statt. Wer einmal erlebt hat, wie schrecklich falsch Asiaten singen können, der weiß wovon wir reden. Mein Gott! Wie sich erwachsene Menschen so zum Kasper degradieren können, bleibt uns ein Rätsel.

19.03.2011 Laem Mae Phim – Bangkok

So, die Reise ist zu Ende! Jedenfalls was das Fahren mit dem Motorrad angeht. Die letzten 200 km heute nach Bangkok war nur noch Kilometer abspulen angesagt. Die KTM hat auch keinen Ärger mehr gemacht – so gehört sich das! Dafür, daß uns die Mopeds so gut durch Asien gebracht haben, hatten sie sich erst mal eine ordentliche Wäsche verdient 😉 Die vielen Kilometer haben reichlich Dreck und Staub hinterlassen. Jetzt müssen wir die Bikes nur noch in Ihre Kisten verpacken und den Trödel mit der Spedition und dem Zoll hinkriegen.

Wir bedanken uns hiermit nochmal für die vielen Kommentare, die uns in unserem Blog erreicht haben, und hoffen, daß wir Euch ein wenig unterhalten konnten. Das war

Für alle, die mal eine ähnliche Reise unternehmen wollen, sind im folgenden ein paar Tipps zusammengestellt, die auf unseren gemachten Erfahrungen beruhen. Diese erheben allerdings weder Anspruch auf Vollständigkeit noch Richtigkeit. Da wären natürlich zuerst mal die Motorräder. Über den Transport haben wir ja schon ausreichend geschrieben, deshalb hier nur noch der Hinweis, daß man bei Luftfracht rund mit den doppelten Kosten rechnen muß, hat dafür aber auch recht schnell sein Moped an Ort und Stelle. Ansonsten sind wir mit einer Suzuki DR650 und einer KTM 990 Adventure unterwegs gewesen. Dabei fiel mir die Rolle des „Gepäcktransporters“ zu. Ehrlich gesagt, wir wissen gar nicht, was wir auf einem zweiten Moped noch hätten unterbringen sollen. Manchmal ist weniger mehr. Die Motorräder haben ohne Probleme fast alles mitgemacht, von einer Reifenpanne und dem defekten Kabel zum Zündschloß mal abgesehen. Alle Ersatzteile, die wir mitgenommen hatten, blieben im Gepäck, außer dem Ersatzschlauch bei der Reifenpanne. Daß die wichtigsten Inspektionen vor der Reise gemacht werden, versteht sich ja von selbst. Auch bei der Benzinversorgung gab es keine Probleme. In allen drei Ländern gibt es ausreichend Tankstellen, so dass man bei einigermaßen vorausschauender Fahrweise und einer Reichweite von 250-300 km immer eine Tanke findet. Es sei denn, man will tagelang durch den Dschungel fahren. 😉 Die Spritversorgung über Flaschen am Wegesrand ist zwar auch möglich, wurde von uns aber nicht genutzt. So richtig vertrauenerweckend sahen die Flaschen manchmal auch nicht aus. Zur Qualität ist noch folgendes zu sagen: In Kambodscha gab´s den besten Sprit. Superbenzin mit 95-97 Oktan ohne Beimischungen. In Laos gibt´s nur 91er Normalbenzin. In Thailand gibt es 91er Normalbenzin mit und ohne 10% Ethanol, 95er Superbenzin nur mit 10% Ethanol. (von einigen wenigen Tankstellen in Großstädten wie Bangkok mal abgesehen). Da meine KTM eigentlich Super braucht, ich aber keine Lust auf Experimente mit Ethanol hatte, habe ich die Zündkurve auf niedrigoktaniges Benzin umgestellt und wir haben in Laos und Thailand nur Normalbenzin getankt, dafür aber ohne Ethanol. Der Sprit kostet hier i.M. ca.1,00 €/ltr. Das Thema Unterkunft ist so eine Sache. Sicher ist Asien auch in dieser Hinsicht ein günstiges Reiseland. Allerdings kommt es immer darauf an, wo jeder seine persönliche Schmerzgrenze hat. Unsere Zimmer lagen preismäßig so zwischen 10,00 und 30,00 €/Nacht. Sicher gibt´s auch noch was billigeres, aber das überschritt unsere Schmerzgrenze dann doch des öfteren. Aber hier muß jeder seine persönlichen Bedürfnisse ansetzen. Jedenfalls gibt es meistens für 15,00 € eine saubere Unterkunft mit Aircon und WIFI. Dabei fällt mir das Thema Kommunikation ein. In den meisten Hotels oder Guesthäusern gibt es free WIFI oder einen internetfähigen PC, das gilt für alle drei bereisten Länder. Wir hatten auf unserer Reise ein 10“ Netbook dabei. Das ist schon recht komfortabel, muß man sich doch nicht an einer vers….. Tastatur im Internetcafe  oder sonst wo rumdrücken. Gleichzeitig dient es auch noch als Sicherungsfestplatte für Fotos. Das einzig Nervige dabei sind die Ladekabel, die doch recht viel Platz im Gepäck wegnehmen. Bei Kommunikation fällt mir auch das Handy ein. Wir haben uns in Thailand eine internetfähige Prepaid SIM-Karte gekauft. Die Gespräche und Datenverbindungen sind hier recht günstig, so daß man auch Internet hatte, wenn mal kein WIFI zur Verfügung stand. Allerdings funktionierten die Karten nur in Thailand bzw. in Grenznähe, als wir in Laos und Kambodscha waren. Für die Navigation hatten wir Karten vom Reise Know How Verlag dabei. Zur Planung sind diese vollkommen ausreichend. Vor Ort waren wir jedoch froh, dass unser Navi uns immer zielsicher durch die Länder geführt hat. Dabei hatten wir die OSM-World routable von Asien und Garmin South East Asia geladen. Beide Karten zusammen haben sich ganz gut ergänzt, wobei die OSM die genauere Karte war. Vor allem in Kambodscha ist die englische Straßenbeschilderung recht mangelhaft, so dass die Hilfe vom Navi ganz gut war. Außerdem hatten wir uns schon genug mit dem Straßenverkehr zu beschäftigen, da war es recht hilfreich, dass wir uns nicht mehr um den richtigen Weg kümmern mussten. Das gilt besonders in und um Großstädte wie Phnom Penh, Bangkok oder Vientiane. Geld – sollte man natürlich immer ausreichend haben. 😉 Automaten (ATM) gibt´s in Hülle und Fülle. Abheben ist mit EC- oder Kreditkarte möglich, wobei EC die billigere Alternative ist. Für Kambodscha hatten wir vorsorglich ein paar US$ Dollar mitgenommen, wäre aber nicht zwingend nötig gewesen. In Grenznähe zu Thailand wird auch der thailändische Bath überall akzeptiert. Ansonsten hatten wir ja schon geschrieben, dass die Automaten in Kambodscha nur Dollar ausspucken, die Landeswährung Riel ist hier nur als Wechselgeld oder für kleinere Beträge zu gebrauchen. Mit Kreditkarte (Master oder Visa) bezahlen ist zwar manchmal theoretisch möglich, wäre aber Schwachsinn, da die Verkäufer oder Hotels die Kartengebühr von 4% auf den Preis gleich aufschlagen. Also hier gilt: only cash is no trash!

unsere Route

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18.05.2010 kleine Feierabendrunde zur Hanskühnenburg

Ich fahre nun zwar erst seit ein paar Wochen mit dem Rad durch die Gegend, aber wenn man mit anderen Bikern spricht, werden oftmals die gleichen Ziele genannt. Die ersten kleinen Anstiege wie Kuckholzklippe oder Kaisereiche hatte ich schon „abgehakt“, jetzt hörte ich immer öfter, wie von der Hanskühnenburg gesprochen wurde. Vom wandern war mir der Ort schon bekannt, wie man mit dem Rad dort am leichtesten hinkommt, sollte mir Stefan zeigen. So ging´s gestern nach Feierabend los.

Aus der „Leege“ soll die einfachste Anfahrt möglich sein. Die ersten Kilometer gingen dann auch recht easy über die Bühne. Nachdem wir so auf ca. 400 m ü.NN waren, ging´s erst mal wieder geradeaus – alles kein Problem. Nach 10 gefahrenen Kilometern ging´s dann los. Auf den nächsten 4  km waren dann durchnittlich 8% Steigung drin. Wer hatte bloß diese verrückte Idee, nach einem harten 😉 Arbeitstag hier hochzufahren. Inzwischen war es 18:00 Uhr, die ersten Hochrechnungen in meinem Kopf spielen mir eine Rückkehr im Dunkeln vor. Immer wieder ging meine Hand zum Navi, um den Höhenmessser aufzurufen. Als er endlich 700m ü.NN anzeigte, wähnte ich mich schon fast am Ziel (die Burg liegt auf 811 m) . Aber irgendwie wollte die verbleibende Entfernung nicht dazu passen.  Auf den nächsten Metern wußte ich auch warum – es ging erst mal wieder bergab. Fuck! Jeder mühsam erkämpfte Höhenmeter ging ruck zuck wieder  verloren. Das Ganze ging so ca. 1,5 km, danach waren 50 Höhenmeter weniger auf dem GPs zu sehen :-(. Also auf ein Neues! So ging es dann weiter, bis auf der Hinweistafel am Wegesrand stand „0,5 km – Hanskühnenburg“. Na also, gleich da! Aber da war noch die Warnung von meinem Kumpel Stephan Z. „Die letzten 600 m sind die schwersten!“ Was, noch schwerer? Als mir die Gegend endlich bekannt vorkam wußte ich, was noch auf mich zukommt. Von unserer letzten Winterwanderung hatte ich dieses „Stückchen“ noch gut in Erinnerung. Allerdings ging es damals bergab. Also, noch mal kurz Kräfte sammeln, kleinste Übersetzung, dann ging´s los. Die ersten hundert Meter gingen noch, nach 200 m dachte ich  „…warum  tust Du das hier eigentlich?“. Nach weiteren hundert Metern „…man kann das Rad doch auch schieben!“. Kurz bevor ich schon absteigen wollte, sah ich durch die Baumwipfel das Dach der Hanskühnenburg. Jetzt hatte der Berg endgültig verloren!!! Du Sau! Ich steige nicht ab! Das wäre ja noch schöner!!! Endlich oben angekommen. Nach gut 19 km und 1,45 h hatten wir es geschafft. Natürlich war es oben saukalt, ich war ziemlich fertig und durchgeschwitzt und ich hatte meine Klamotten zum Wechseln vergessen. Zum Glück hatte ich wenigstens meine Regenjacke im Rucksack, ansonsten wäre ich wohl bei der Abfahrt erfroren.Die Pause dort oben war dann auch entsprechend kurz. Schnell ein Foddo gemacht, ein  paar Kalorien eingeworfen und nach 10 Min. ging´s wieder los. Die Abfahrt erforderte noch mal volle Konzentration. Die Schlaglöcher waren reichlich vorhanden und mit 40-50 km/h sollte man tunlichst keines davon erwischen.

Nach einer knappen Stunde war ich dann wieder in Osterode. Am Ende der Tour standen dann 36 km und 874 Höhenmeter mehr auf der Uhr. War doch ganz nett! 😉

wo ging´s lang

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Motorradtour auf Madeira

Winterflucht 2010 nach Madeira

Um dem Winter 2010 für kurze Zeit zu entfliehen, haben wir uns dieses Mal für Madeira entschieden. Keine lange Anreise (was sich noch als falsch herausstellen sollte), mildes Klima und schönste Motorradstrecken, so hatten wir es schon oft gelesen. Dazu noch ein bisschen Wandern – dieses Jahr sollte es also mal klappen.

Ausgerechnet bei unserem Anflug auf die Insel des ewigen Frühlings sollte ein schweres Unwetter über Madeira niedergehen. Der Pilot entschied sich dann für den Rückflug nach Portugal, wo wir eine Nacht „zwangsübernachten“ mußten. Die Airline organisierte aber ein standesgemäßes 5* Hotel, so daß der Frust über den Zwischenstop nicht ganz so groß ausfiel.

 

 

 

 

 

Mit 24-stündiger Verspätung sind wir dann am nächsten Tag doch noch auf Madeira gelandet (in der Zeit hätte man auch glatt nach Neuseeland fliegen können) Unsere Motorradvermietung (Magoscar) hatten wir schon informiert, daß wir uns verspäten. Alles kein Problem! Vom Flughafen wurden wir abgeholt und zu unserem Hotel gebracht. Am selben Tag haben wir dann noch den Mietvertrag für das Moped klar gemacht, denn am nächsten Tag sollte es gleich mit einer ersten Erkundungsfahrt losgehen. Nach dem ganzen Streß der letzten zwei Tage hatten wir uns aber erst mal etwas Ruhe verdient. Der erste sundowner tat richtig gut.

 

So, am nächsten Tag ging´s dann endlich los. Frühstück einwerfen, Mopedklamotten anziehen und die Insel erkunden. Wir brauchten gar nicht lange fahren um zu sehen, warum unser Pilot vor zwei Tagen umgedreht ist. Das Unwetter hat überall auf der Insel heftige Spuren hinterlassen. Felsrutsche, abgerissene Straßen, tonnenschwere Brocken auf den Straßen – das muß wirklich heftig zur Sache gegangen sein. Im Nachhinein waren wir froh, daß unser Flieger umgedreht ist. An einigen Stellen haben wir der F650GS ganz schön was abverlangt, um durch das Geröll auf der Straße durchzukommen. Ein Geländemoped ist das Teil ja sowieso nicht, aber zu den Qualitäten, oder besser fehlenden Qualitäten, komme ich später noch.

Die nächsten Tage sind wir dann erst mal kreuz und quer über die Insel gefahren. Das Beste an Madeira sind nicht allein die vielen Kurven. Die Steigungen und Gefälle der Straßen sind manchmal schon echt der Hammer. Da sind manche Flachlandtiroler bestimmt mit überfordert. 😉

Das Wetter kann sich auf Madeira von Minute zu Minute ändern. Eben noch voll im dicken oben auf´m BergNebel und ein paar Meter weiter scheint schon wieder die Sonne, was das Zeug hält. Dem zufolge sollte man kleidungstechnisch immer auf alles vorbereitet sein. Aber mit der „super Gepäckausrüstung“ der BMW, damit meine ich dieses schicke Köfferchen hinten drauf, hatten wir natürlich immer die Möglichkeit, die richtige Kleidung auszuwählen. 😉 Damit sind die Vorzüge unseres Motorrades aber

auch schon fast erschöpft. Ansonsten ist dieses Teil einfach nur unbequem (für Fahrer wie Beifahrer). Der Sound, sofern man überhaupt davon sprechen kann, klingt, wie wenn man(n)  in einen Blecheimer pinkelt. Die Motorleistung ist bei zwei Personen hart an der Grenze. Für Madeira hat es allerdings gereicht. Leider gab es auf Madeira nur BMW´s zu mieten, so daß wir damit Vorlieb nehmen mußten. Ich will das Teil aber auch nicht schlechter machen, als es ist. In der einen Woche hat sie klaglos Ihren Dienst verrichtet, ohne irgendwelche Probleme. Kaufen würde ich mir dieses Moped allerdings nie. Interessant wäre mal der Vergleich zur F800GS – diese war aber leider schon vermietet, so daß ich darüber nichts sagen kann.

Hier noch ein paar Bilder von derInsel.

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